Monte-Rosa-Hütte: Jetzt fliegt der Heli die Fäkalien weg

Bei der Monte-Rosa-Hütte nahe Zermatt bleiben Kot und Urin vor der Hütte liegen – weil die Abwasseranlage nicht funktioniert. Nun wird in der einst hochgelobten Hütte Abhilfe geschaffen. Doch die Massnahme ist ökologisch umstritten.

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0:00 min, vom 20.8.2017

Brauner Schlamm aus Kot und Urin liegt vor der Monte-Rosa-Hütte. Die hütteneigene Kläranlage funktioniert nicht mehr richtig. Sie kann die zu grosse Menge an Abwasser nicht mehr bewältigen. Die Monte Rosa-Hütte und damit auch die sanitären Anlagen wurden für 7000 Besucher konzipiert. Diese wird mit mehr als 10‘000 Besuchern im Jahr massiv überschritten.

Die Fäkalien sollen nun verschwinden. Matthias Sulzer, Ingenieur und Mitglied des Planer-Teams der Monte-Rosa-Hütte, gegenüber «Schweiz aktuell»: «Wir suchen nach einer Lösung und hoffen, dass wir Ende August ein neues Konzept für die Kläranlage haben. Bis dahin fliegen wir die abgefüllten Fäkalien zur Entsorgung mit dem Helikopter ins Tal.»

Alpen sind für alle da

Die Alpenschutz-Organisation Mountain Wilderness findet diese Lösung nicht ideal: «Das darf wirklich nur eine Notlösung sein. Längerfristig muss man das System verbessern und sich überlegen, wie man den Ansturm der Hüttenbesucher verringern kann.»

Für den SAC, den Betreiber der Monte-Rosa-Hütte dagegen ist klar: Die Alpen sind für alle da, die einigermassen alpinistische Erfahrung haben. «Eine Beschränkung der Besucher? Ich wüsste nicht, wie wir das lösen sollten», sagt Peter Planche, der Vize-Präsident des SAC.