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Schweiz Mordprozess in Pfäffikon: Geständnis des Angeklagten

Der Angeklagte hat den Mord an seiner Frau und der Chefin des örtlichen Sozialdienstes gestanden. Im Sommer 2011 habe er die beiden Frauen mitten in Pfäffikon (ZH) erschossen. Laut Anklageschrift wollte der Angeklagte eine weitere Frau töten.

Legende: Video Mordprozess in Pfäffikon abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.04.2013.

Der 60jährige Mann, der im Sommer 2011 in Pfäffikon ZH seine Frau und die Chefin des örtlichen Sozialdienstes erschossen hat, ist vom Bezirksgericht Pfäffikon befragt worden. «Ich habe Angst und ich schäme mich», sagte der Beschuldigte.

Er konnte das tun, obwohl er der Polizei als gewalttätig bekannt und ihm der Kontakt zu seiner Frau untersagt war. Nun steht der Mann vor Gericht.

Vor Gericht stand ein gesetzter, älterer Herr in grauem Anzug, die graumelierten Haare und den Bart gepflegt und kurz geschnitten. Er habe seit längerem zuhause Probleme gehabt, erzählte er.

Seine Frau habe er umgebracht, weil sie sich von ihm trennen wollte, sagte er während der Strafuntersuchung. Die Chefin des Sozialamtes habe er erschossen, weil er von der Gemeinde zu wenig Sozialhilfe bekommen habe.

Familiäre Probleme

Er sei «nicht sofort durchgedreht. Das kam nach und nach», sagte der Mann. Und schob die Erklärung nach: «Wenn alle sechs Kinder Probleme machen, hält man das irgendwann nicht mehr aus.» Natürlich hätte er weggehen und ihnen sagen können, sie sollten doch selber weiter schauen. «Aber jetzt ist es zu spät».

Die Beziehung des Mannes zu seiner Familie war schon länger zerrüttet. Er hatte seine Frau mit einer Schere angegriffen und seine Tochter mit dem Tod bedroht. Aus Drohungen, die er per SMS verschickte, geht hervor, dass ihm der Lebensstil der beiden Frauen zu wenig religiös war. Er fühlte sich als Familienoberhaupt in seiner Ehre verletzt.

Nach den Drohungen und Übergriffen schaltete die Frau die Polizei ein. Diese belegte den Angeklagten wegen häuslicher Gewalt mit einem Rayon- und Kontaktverbot.

Legende: Video SRF-Korrespondent Kay Schubert berichtet vom Mordprozess abspielen. Laufzeit 2:04 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.04.2013.

Laut der Anklageschrift hätte der Mann noch auf eine weitere Sozialarbeiterin geschossen, seine direkte Betreuerin. Aber er hatte keine Munition mehr. Die Tatwaffe hatte der Angeklagte in seiner Heimat besorgt. In der Schweiz dürfen Kosovaren keine Waffe besitzen.

Skrupelloses Vorgehen

Für Staatsanwalt Roland Geisseler sind mehrere Merkmale für eine Tatqualifikation als Mord gegeben: Skrupelloses Vorgehen, krass egoistische Motive, extreme Geringschätzung menschlichen Lebens. Welche Strategie die Verteidigung wählt, ist nicht bekannt. Er werde seine Anträge vor Gericht bekanntgeben, beschied er.

Der Prozess ist auf vier Tage angelegt. Den Anfang macht heute Montag die Befragung des geständigen Täters. Am Dienstag und Mittwoch machen Zeugen ihre Aussagen und der psychiatrische Gutachter erläutert seine Erkenntnisse. Am Freitag plädieren Anklage und Verteidigung, und der Beschuldigte hat Gelegenheit zu einem Schlusswort. Das Urteil wird dann am Freitag darauf, dem 19. April, eröffnet.

Ringier-Journalisten dürfen im Saal bleiben

Am Vormittag lehnte das Gericht einen Antrag des Verteidigers ab, der die Ringier-Journalisten von der Verhandlung ausgeschlossen haben wollte. Er begründete dies damit, dass der «Blick» ein Foto des Beschuldigten veröffentlicht habe.

Das Gericht war hingegen der Ansicht, das Foto sei ohnehin schon publiziert und eine Meldung machen könne ein Journalist auch gestützt auf andere Quellen, also auch wenn er nicht im Saal sitze.

Gefahrenpotenzial einschätzen

Der Fall ist ein Beispiel dafür, dass Kontakt- und Rayonverbote nur eine begrenzte Wirkung haben. Die Polizei kann schlicht nicht alle angeordneten Massnahmen rund um die Uhr überwachen. Schon bald soll den Zürcher Behörden deshalb eine international erprobte Checkliste dabei helfen, das Gefahrenpotenzial im Einzelfall besser einzuschätzen.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Chris Rot "Die Haft bei uns aus diesem Grund: Kosovare nach Kosovo fliegen, dort kommt er nach einem Bruchteil wieder frei u.ist auch dort eine Gefährdung für die Bevölkerung" Wie man es auch wendet, sitzt er die Strafe hier teuer ab, wird er danach,sicher vorzeitig, sowieso abgeschoben. Sitzt er sie dort ab, nur teilweise od.gar nicht... so od.so, ob mit od.ohne teure Therapie hier od.dort, früher od.später entlassen, glauben Sie ernsthaft, es würde sich an seiner Person etwas ändern?
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  • Kommentar von ariane sommer, zuerich
    wieso fragt eigentlich niemand danach, weshalb dieser mann nach all dem was er an den frauen in seiner familie verbrochen hatte noch frei herumspazieren konnte? in diesem fall hat die polizei ein weiteres mal gepatzt. haeusliche gewalt wird in der schweiz nicht ernst genommen. meine meinung ist: waeren gleich viele maenner wie frauen opfer dieser epidemie, haette sich die rechtssprechung, die rechtsgebung und die reaktionsgeschwindigkeit unserer gesetzeshueter schon laengst geaendert.
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Weil er sich, Frau Sommer, sicherlich bereits im vorzeitigen Strafvollzug befindet, da er die Tat nicht bestreitet. Wäre ja noch schöner, wenn Mörder bis zur Gerichtsverhandlung frei herumlaufen dürften, egal ob Frau oder Mann das Opfer war. Hören Sie doch auf, solchen Schwachsinn zu verbreiten.
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  • Kommentar von Wadelda Pip, Internet
    Zucker, Migräne, Prostataprobleme, und kosovarische Wertvorstellungen. Kein Problem, Herr S., wie hätten Sie's denn gern? MfG Ihre Schweizer Kuscheljustiz.
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