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Schweiz «Muslime in christlichen Parteien sind kein Widerspruch»

Am Wochenende wählt der Kanton Zürich Regierung und Parlament. Für den Kantonsrat kandidiert auch Blerim Bunjaku. Er ist Muslim, geht aber für die explizit christliche EVP ins Rennen. «Das ist kein Widerspruch», sagt der Politologe Stojanovic.

Wahlplakate auf grünen einer Wiese, im Hintergrund ein Wohnhaus.
Legende: Zürich wählt am nächsten Wochenende Kantons- und Regierungsrat. Keystone

Unter den insgesamt 1734 Kandidatinnen und Kandidaten für die 180 Sitze im Zürcher Kantonsparlament ist auch Blerim Bunjaku. Der Schweizer mit albanischen Wurzeln kandidiert als Muslim für die Evangelische Volkspartei EVP.

Muslime und Christen mit gleichen Werten

«Die christlichen Parteien wie CVP und EVP setzen auf Werte wie die Familie», sagt der Politikwissenschaftler Nenad Stojanovic von der Uni Zürich. Die Haltung der christlichen Parteien zu diesen Themen spreche auch Muslime an, weil beide ähnliche Werte hätten. Deshalb sei die Kandidatur Bunjakus für die EVP kein Widerspruch, so der Politologe.

Für eine Werte-Partei wie etwa die CVP erschliesse sich mit den eingebürgerten Ausländern teilweise ein neues Wählerpotenzial, sagt Stojanovic. Bislang beteiligten sich eingebürgerte Schweizer eher unterdurchschnittlich an den Wahlen. Deshalb: «Dort gibt es ein Wachstumspotenzial für diese Parteien.»

Muslimische Partei unwahrscheinlich

Dass die eingebürgerten Muslime eine eigene Partei gründen, glaubt der Politikwissenschaftler nicht: «In der Schweiz gab es bisher kaum ethnische Parteien.» Dies betreffe sowohl eingebürgerte Ausländer-Gruppen wie die Italiener oder Portugiesen als auch Schweizer Minderheiten wie die Rätoromanen oder die Tessiner.

Die Begründung dafür leuchtet ein: «Alle diese Gruppen sind sehr heterogen.» In jeder Gruppe gebe es Liberale und Konservative, eher Links- oder Rechtsstehende. Der einzige gemeinsame Nenner sei die kulturelle Identität. «Das ist zu wenig», stellt Stojanovic fest. Auch in anderen europäischen Ländern gebe es kaum Beispiele von Parteien, welche die eingebürgerten Ausländer bedienten.

Mehr Politiker mit Migrationshintergrund

In Zukunft werde die Beteiligung der Eingebürgerten in der Politik allerdings zunehmen, ist der Politologe überzeugt. Dies gehe einher mit der Bildung. Deshalb werde es in der Schweiz immer mehr Politiker mit Migrationshintergrund geben.

Spannende Regierungsratswahl

Martin Graf spricht in ein Mikrofon.
Legende: Martin Graf. Keystone

In Zürich wird am Sonntag auch die Kantonsregierung neu gewählt. Dabei steht vor allem der grüne Regierungsrat Martin Graf wegen der Affäre um den schwererziehbaren «Carlos» unter Druck. Regional-Redaktor Curdin Vincenz erläutert die Ausgangslage.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Ja so muss man es machen und wird sich später wundern, wenn unser Land an die Wand gefahren wird. Die tollste Spionage Tätigkeit in einem Parlament zu sitzen. Könnte auch einmal versuchen mich in einem Muslimischen Land als Christ in die Regierung wählen zu lassen.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Das ist der Untergang des Westens, wenn Muslime in die Regierungen kommen. Nicht weil sie heute "nicht gute Bürger" wären, es wird erst später zu unserem Verhängnis.
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Da will also ein echter Schweizer Politikwissenschaftler namens Nenad Stojanovic sagen, dass dies kein Widerspruch sei....Ein Schweizer mit Albanischen Wurzeln....Ein Moslem bei der Evangelischen Volkspartei EVP...Na dann, viel Spass und Glückwünsche für die Wahlen....
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