Mutmasslicher Dschihad-Reisender aus U-Haft entlassen

Anfang April wurde er am Flughafen Zürich verhaftet – nun ist der 25-jährige mutmassliche Dschihadist aus Winterthur (ZH) aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Es bestünden keine Haftgründe mehr.

Für den mutmasslichen Dschihadisten, der Anfang April am Flughafen Zürich verhaftet wurde, bestehen keine Haftgründe mehr – so das Urteil der Bundesanwaltschaft.

Man habe deshalb keine Verlängerung der Untersuchungshaft beantragt. Die Bundesanwaltschaft bestätigte eine Meldung der «NZZ». Weitere Angaben machte die Bundesanwaltschaft nicht.

Verfahren läuft weiter

Das Verfahren gegen den Mann aus dem Grossraum Zürich läuft trotz seiner Entlassung weiter. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt ihn, eine Reise in das syrisch-irakische Kriegsgebiet geplant zu haben, um sich dort der Terror-Organisation Islamischer Staat anzuschliessen.

Der 25-Jährige soll sich deshalb wegen der Unterstützung einer kriminellen Organisation verantworten. Diese Gruppen sind seit Anfang Jahr per dringlichem Bundesgesetz in der Schweiz verboten. Die Bundesanwaltschaft führt zurzeit rund zwei Dutzend Strafverfahren gegen mutmassliche Dschihadisten.

Schweizer im Dschihad

Schweizer im Dschihad

Warum reisen Schweizer in den Heiligen Krieg? Und warum tun sich die Geheimdienste so schwer damit, dies zu verhindern? Antworten darauf finden Sie in unserem Special.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • FOKUS: Reintegration von Dschihadisten?

    Aus 10vor10 vom 14.1.2015

    Der Umgang mit radikalisierten Islamisten ist schwierig. Die dänische Stadt Aarhus setzt auf Reintegration statt Strafe: Ihr Projekt versucht, zurückgekehrte Dschihad-Krieger wieder einigermassen zu integrierten Mitbürgern zu machen. Laut Terrorismus-Experte Lorenzo Vidino sind solche Ansätze wichtig.