Zum Inhalt springen

Wende im Spionagefall? Mutmasslicher Komplize von Daniel M.: «Es gab keinen Maulwurf»

Klaus Dieter Matschke hat einst mit dem verhafteten Daniel M. zusammengearbeitet. In der «Tagesschau» spricht er Klartext.

Legende: Video Mutmasslicher Komplize: «Daniel M. hatte keinen Informanten» abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.05.2017.

Im Haftbefehl gegen den mutmasslichen Schweizer Agenten Daniel M. kommt immer wieder ein Name vor: Klaus Dieter Matschke. Der Vorwurf der deutschen Justiz: Matschke soll Daniel M. geholfen haben, Informationen über deutsche Steuerfahnder zu bekommen.

Und weiter heisst es: «Ferner hat der Beschuldigte M. im Auftrag des Schweizer Nachrichtendienstes NDB und mit Unterstützung des Klaus Dieter Matschke eine Quelle im Geschäftsbereich der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen platziert, um unmittelbare Informationen über das Vorgehen der deutschen Behörden beim Ankauf sogenannter Steuer-CDs zu erlangen.»

«Es gibt wohl keinen Maulwurf»

Matschke wäscht beim Interview mit der «Tagesschau» und gegenüber der Zeitung «Nordwestschweiz» seine Hände in Unschuld. Er habe nichts mit dem Fall zu tun. Und: Den Maulwurf im Umfeld der Finanzverwaltung von Nordrhein-Westfalen gebe es wohl gar nicht. «Daniel M. könnte das Geld vom NDB eventuell für sich genommen haben», so Matschke.

Informationen aus der Schweiz gehen ebenfalls in diese Richtung: Der Maulwurf wurde möglicherweise gar nie in der Finanzverwaltung von Nordrhein-Westfalen platziert.

Legende: Video Das Interview mit dem mutmasslichen Komplizen von Daniel M. abspielen. Laufzeit 11:00 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.05.2017.

Matschke bestätigt aber gegenüber der «Tagesschau», einst mit Daniel M. zusammengearbeitet zu haben. «2013 haben ihn meine Mitarbeiter kennengelernt und sagten, dass sei eine recht interessante Bekanntschaft. Man könne ja mit ihm gemeinsam arbeiten. Er für uns in der Schweiz und wir für ihn in Deutschland.»

Matschke ist von der deutschen Justiz bereits als Zeuge befragt worden. Gegen ihn selbst läuft bislang aber kein Verfahren.

Klaus Dieter Matschke

Klaus Dieter Matschke leitet in Frankfurt eine Firma für Sicherheits- und Detektiv-Aufträge. Der ehemalige Kriminaloberrat ist Spezialist für die Aufklärung von Wirtschaftskriminalität und Spionage. Er war viele Jahre für deutsche Sicherheitsbehörden tätig.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    Nach dem Wendejahr 2001 (Parmalat, Enron, Internetblase, 9/11, Grounding der Swissair) wurde es salonfähig, Ethikkurse zu besuchen. Wir bräuchten wieder mehr Ethik in Wirtschaft und Politik - hiess es. 16 Jahre später erkennen wir, dass das Geschwätz um die Ethik wohl nichts taugt. Wahrhaftigkeit ist die erste aller Tugenden und unabdingbare Voraussetzung für eine freie Gesellschaft, die sich eine ethische nennt. Und an Wahrhaftigkeit mangelt es in Politik, Wirtschaft, Religion, Sport usw.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Boesiger (P.Werner Boesiger)
    Scharfe Kritik sollten die deutschen Politiker an den kriminellen Methoden bei der Beschaffung der gestohlenen Daten ueben. Ebenso scharfe Kritik sollten sie an den hohen Steuern, vor denen sich eben die Leute mit gutem Recht in Schutz nehmen wollen, ueben. Die Schweizer Gesetze schuetzen die Menschen in jeder Hinsicht vor dem Macht- und Geldhunger der verschiedenen Regierungen. Wir koenen stolz darauf sein. Und die Schweiz hat ein Recht, Ihre Gesetze zu schuetzen gegen jegliche Agressoren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen