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Nach der Bundesratswahl «Vier Deutschschweizer, zwei Romands und ein Tessiner – perfekt!»

Ignazio Cassis strahlt nach seiner Wahl in den Bundesrat.
Legende: «Er gibt sich effizient wie ein Deutschschweizer, wortgewandt wie ein Romand und warmherzig wie ein Tessiner.» Keystone

Corriere del Ticino: «È fatta: Il Ticino torna in consiglio federale!» Es ist vollbracht: Das Tessin kehrt in den Bundesrat zurück! Laut Corriere ist Cassis' Wahl auch eine Chance für die Schweiz, nach 18 Jahren wieder eine Exekutive zu erhalten, in der alle Befindlichkeiten des Landes repräsentiert seien.

Blick: «Der Bundesrat besteht jetzt aus vier Deutschweizern, zwei Romands und einem Tessiner - perfekt.» Und weiter: «Das Tessin ist drin – jetzt sind die Frauen dran.»

Neue Zürcher Zeitung: Auch die NZZ lobt die Bundesversammlung für ihre «kluge Wahl». Diese habe «staatspolitische Verantwortung» bewiesen.

Tages-Anzeiger/Der Bund: «Es ist zwingend, dass eine Willensnation von Zeit zu Zeit auf diese Weise beweist, dass die Rücksichtnahme auf Minderheiten nicht bloss eine Worthülse ist.»

Luzerner Zeitung/St. Galler Tagblatt: «Die richtige, ja die einzig richtige Wahl.»

Südostschweiz: Die Wahl von Cassis sei nicht der «mutigste, aber ein logischer und verfassungstreuer Entscheid».

Aargauer Zeitung/Nordwestschweiz: Die Inlandchefin sagt in ihrem Videokommentar zu Cassis: «Seine Tessiner Herkunft hat aus einem guten Kandidaten einen zwingenden gemacht.»

«Berner Zeitung»: Die Zeitung hält Cassis Profil für «einfach unschlagbar gut».

Basler Zeitung: «Dieses Land hat ein Kollektiv aus sieben Bundesräten als Staatsspitze, damit ihre Vielfalt darin vertreten wird». Und weiter: «Bei den nächsten Bundesratswahlen geht es um die Vertretung der Ostschweiz sowie der Inner- und der Nordwestschweiz.»

Le Matin: Die Wahl von Cassis sei «legitim, aber sie bleibt nur ein Symbol, wenn auch ein positives für den nationalen Zusammenhalt». Wenn Cassis am 1. November sein Amt antrete, sei er Bundesrat aller Schweizer. «Man fantasiert viel über die Regionalität unserer Magistraten in Bern.»

La Tribune de Genève: Cassis ist ein wahrlich schweizerisches Produkt, der den Kompromiss verkörpere, mehrsprachig sei und für Minderheiten arbeite, ohne Wellen zu werfen. «Er gibt sich effizient wie ein Deutschschweizer, wortgewandt wie ein Romand und warmherzig wie ein Tessiner.»

24heures: «Das Tessin ist bedient, kümmern wir uns nun um den Rest der Schweiz.» Die lange Absenz im Bundesrat habe zu einer Art «hinterlistigem Unbehagen» des Tessins geführt, einer Art Klage, «einer Mischung aus Unverständnis, Protest und Opferhaltung». Nun müsse sich der Bundesrat wieder der ganzen Schweiz zuwenden.

Le Temps: Ja, der Anspruch des Tessins habe schwer gewogen. Aber es gebe bei dieser Wahl «keine Opfer». Sowohl der Genfer Pierre Maudet als auch Moret hätten mit guten Resultaten abgeschnitten, kommentiert der Bundeshausredaktor.

7 Kommentare

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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Nach wie vor sehe ich nicht ein, warum das Tessin mit seinen 354'000 Einwohnern betreffend Vertretung im Bundesrat dauerhaft besser gestellt sein soll, als beispielsweise Genf (489'000) oder Luzern (403'000). Die Bundesverfassung spricht von "angemessener Vertretung", nicht von permanenter Übervertretung.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Die "Welschen" haben ja schon 2 Vertreter im Bundesrat. Wir 4 Landesprachen haben, ist es doch logisch, dass auch das Tessin in der Regierung vertreten wird. Wenn, denn übervertreten gegenüber der Bevölkerungszahl ist der Kt. Bern, welcher auch 2 Räte hat.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Da fehlt eigentlich nur noch das Verhaeltniss der Maenner, Frauen und sexuel Unentschiedenen zur "Picture Perfect" um politisch korrekt zu sein. Vielleicht sollte die Ration der verschiedenen Staende auch stimmen in Zukunft? Ich dachte wir leben im selben Land und sollten eher bedacht sein die faehigsten Personen als BR zu haben?
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    "Perfekt" wird es für die Schweizer Bevölkerung erst dann, wenn dieser Bundesrat, sich wirklich und vollumfänglich, um das essentielle und existenzielle Wohl aller BürgerInnen kümmert - Lohnfairness für alle (Frau und Mann), Abschaffung der utopischen, unverschämten Super-Löhne, keine Volks-Ausbeutung mehr.... Das wäre dann echte Volks-Politik!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      "Allen Leuten recht getan" funktioniert nicht nur in der Politik nicht, weil die Menschen nun mal völlig unterschiedliche Interessen haben & kein Mensch perfekt ist. Das Leben generell ist eben nicht wie "Uta Daniella", wo sich am Ende dann alle sehr lieb haben & es immer & überall ein Happy End gibt.
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