Zum Inhalt springen

Nach jahrelanger Debatte Die Heiratsstrafe soll fallen

  • Die Heiratsstrafe bei der direkten Bundessteuer soll beseitigt werden. Das hat der Bundesrat entschieden.
  • Damit soll eine jahrzehntelange Kontroverse beendet und die verfassungswidrige Mehrbelastung der betroffenen Ehepaare aufgehoben werden.
  • Die Vorlage führt zu jährlichen Mindereinnahmen bei der direkten Bundessteuer von rund 1,15 Milliarden Franken.
Legende: Video Konkubinatspaare zahlen mögicherweise mehr abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.03.2018.

Beim vorgeschlagenen Modell berechnet die veranlagende Behörde in einem ersten Schritt die Steuerbelastung der Ehepaare im Rahmen der gemeinsamen Veranlagung. In einem zweiten Schritt berechnet sie eine alternative Steuerbelastung, die sich an die Besteuerung von Konkubinatspaaren anlehnt. Das Ehepaar schuldet bei diesem Modell den tieferen der beiden Beträge.

Der tiefere Betrag gilt

Heute werden manche Zweiverdienerehepaare mit höheren Einkommen und viele Rentnerehepaare mit mittleren und höheren Einkommen gegenüber Konkubinatspaaren benachteiligt. Übersteigt die Mehrbelastung zehn Prozent, liegt gemäss Bundesgericht eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung vor. Der Bundesrat schlägt nun eine Tarifkorrektur vor.

Steigen würde die Steuerbelastung für Konkubinatspaare mit Kindern. Deren übermässige Entlastung sei eine der Ursachen dafür, dass manche Ehepaare benachteiligt seien, schreibt der Bundesrat. Deshalb soll für unverheiratete Personen mit Kindern künftig bei der direkten Bundessteuer stets der Grundtarif anstelle des Verheiratetentarifs zur Anwendung kommen.

Damit nicht Alleinerziehende darunter leiden, soll für sie die Mehrbelastung mit einem Abzug in der Höhe von 11'500 Franken kompensiert werden. Für mindestens 70 Prozent der Alleinerziehenden ändert sich nichts, weil sie wegen ihres tiefen Einkommens ohnehin keine direkte Bundessteuer zahlen.

Finanzielle Auswirkungen

Die vorgeschlagenen Massnahmen führen zu geschätzten jährlichen Mindereinnahmen in der Höhe von rund 1,15 Milliarden Franken bei der direkten Bundessteuer. Davon entfallen 83 Prozent (rund 950 Millionen Franken) auf den Bund und 17 Prozent (rund 200 Millionen Franken) auf die Kantone.

Legende: Video «Die FDP wird in dieser Frage eine Schlüsserolle einnehmen» abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.03.2018.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ramun G. Saluz (Ramun Gion Saluz)
    Die Bürgerlichen finden immer wieder einen Weg, die sozial schwächsten zu Gunsten der Reichen noch ärmer zu machen. Warum nicht die Individaulbesteuerung einführen? Egal ob Mann, ob Frau, ob Verheiratet, ob Geschieden oder im Konkubinat? Gemäss Bundesverfassung sind wir alle gleich. Warum nicht, wenn es um die Steuern geht?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rudi Hardy (Wombat)
    Verstehe ich gut, Hanspeter! Wurden getrennt besteuert hier fuer 40+ Jahre und nun im Alter sind wir ein Ehepaar fuer die Rente was einen Unterschied ausmacht von $11'000 pro Jahr. 2 koennen so gut existieren wie einer mit der selben Kasse ist die Antwort der Behoerden. War frueher vielleicht mal so aber heute sicher nicht mehr. Wir haben unsere eigenen Interessen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Heinz Hoenen (SmartEagle)
    > Der Grund der ganzen Polemik und Verschwendung wertvoller Zeit von uns allen in dieser Diskussion ist einzig und allein die s. g. Progression.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen