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Schweiz Nach Kritik Blochers: Politiker schlagen zurück

Christoph Blocher hat mit seinem Rücktritt als SVP-Nationalrat alle überrascht. Als Politiker hat er zeitlebens polarisiert. Und so lässt auch die Begründung seines Rückzugs niemanden kalt: Er verschwende zu viel Zeit im Parlament.

Legende: Video Blocher beleidigt den Nationalrat abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.05.2014.

Blochers Rücktrittbegründung, er verschwende im Nationalrat seine Zeit, kommt bei Nationalräten anderer Parteien nicht gut an. Grünen-Co-Präsidentin Regula Rytz schreibt auf Twitter: «Wer so viel ökonomische Macht hat, braucht sich im Parlament nicht mit anderen Meinungen auseinander zu setzen.»

Gelassen nimmt BDP-Präsident Martin Landolt die Rücktrittsankündigung zur Kenntnis. Der Rücktritt werde bei der SVP und auch in der BDP wenig verändern, sagte er. Blocher werde sicherlich weiterhin spürbar sein. Er wünsche ihm für die Zukunft alles Gute. Blocher wird nach Meinung von FDP-Präsident Philipp Müller mit seinem Rücktritt aus dem Nationalrat keinen Einfluss verlieren. «Er wird kein bisschen weniger unbequem sein», sagte Müller.

Bundesräte unbeeindruckt

Legende: Video Maurer zu Blocher-Rücktritt abspielen. Laufzeit 0:39 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.05.2014.

Ueli Maurer bezeichnete Christoph Blocher als «den herausragendsten Politiker der letzten Jahrzehnte». Der Rücktritt sei aber auch eine Chance. Über die Gründe des Rücktritts konnte auch Maurer nichts sagen. «Ich hatte ihn kürzlich am Telefon, und da wirkte er noch motiviert», sagte der SVP-Bundesrat.

Als Politiker sei Blocher eine «Ausnahmeerscheinung» – er könne deshalb nicht eins zu eins ersetzt werden. Für die SVP sei der Rücktritt aber kein Problem. Die Partei habe viele fähige Politiker. Der Rücktritt sei daher auch eine Chance, dass jemand aus dem Schatten Blochers heraustreten könne. CVP-Bundesrätin Doris Leuthard sagte, für sie ändere sich mit Blochers Rücktritt wenig.

Reaktionen aus der grossen Kammer

Parteikollegin Natalie Rickli hofft auf Twitter weiter auf ein energisches politisches Engagement des SVP-Patriarchen ausserhalb der grossen Kammer. Cédric Wermuth (SP) graut es hingegen vor der enormen Medienpräsenz von Blocher. Parteikollegin Jacqueline Badran bedauert jedoch den Abgang.

Yannick Buttet (CVP/VS) fragt mit einem Seitenhieb auf die häufige Abwesenheit Blochers im Nationalrat: «So was, der war noch da?». Auch Glättli twittert in diesem Zusammenhang, Blocher habe seine Zeit – bei einem Drittel Fehlzeit – wohl kaum beim Abstimmen verschwendet.

67 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schelbert, Kt ZG
    Inner-Schweizerisch sich gegenseitig fertig machen, das ist seit einigen Jahren die hauptsächliche Aufgabe vieler Spitzenpolitiker. Sollten sich für die Sache einsetzen, dafür wurden sie gewählt und werden hierfür bezahlt. Wer das nicht will, der soll gehen..
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Undank ist der Welt Lohn.Bleibt zu hoffen,dass Herr Blocher über diese allzu menschlichen Charaktereigenschaften wohlwollend hinwegsehen kann.Das Wichtigste ist,wenn man sich selbst treu geblieben ist.Und dies,glaube ich zumindest,ist ihm gelungen.Weder Rechtfertigungen noch Entschuldigungen werden geschuldet,das Einzige was zählt, ist das eigene Gewissen(Gefühl)und damit verbunden die Treue zu sich selbst.Den Mut hat er gezeigt(an den Tag gelegt)und für dieses Vorbild gebührt ihm Dank.
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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Das will was heissen, wenn selbst SP-Damen Herrn Blocher loben. Fragt sich einfach wann die Altmarxisten in der SP den Sessel räumen, die z.T auch schon seit 1991 im Nationalrat hocken?
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