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UNO kritisiert Schweiz Nachholbedarf bei Gleichstellung von Behinderten

Legende: Audio Kritik am Umgang mit Behinderten in der Schweiz abspielen. Laufzeit 03:52 Minuten.
03:52 min, aus Rendez-vous vom 29.08.2017.
  • Der Schweiz fehlt eine ganzheitliche Strategie, um ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Menschen mit Behinderungen nachzukommen.
  • Zu diesem Schluss kommt ein Bericht von Inclusion Handicap, den die Dachorganisation der UNO übergeben hat.
  • Die Schweiz hatte 2014 die UNO-Konvention zum Schutz der Rechte von Behinderten ratifiziert.
Legende: Video «Inclusion Suisse» fordert mehr Rechte für Behinderte abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.08.2017.

Drei Jahre später stellt Inclusion Handicap fest, der Bundesrat habe die Tragweite des Abkommens «bei weitem unterschätzt», wie es in ihrem Bericht heisst. Darin bemängelt die Organisation die «gravierenden Lücken» in der Gesetzgebung und deren Umsetzung auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. «Es gibt noch viel zu tun, bis die Konvention umgesetzt ist», sagte Pascale Bruderer, Präsidentin von Inclusion Handicap.

Zu den Hauptvorwürfen zählt, dass die Schweiz ihre Gleichstellungspolitik für Menschen mit Behinderung nur aus einem medizinischen Ansatz heraus gestalte. Der vor einem Jahr vom Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) publizierte Monitoring-Bericht über die Umsetzung der UNO-Konvention schlage nur Massnahmen für den Arbeitsmarkt vor.

Im Berufsleben benachteiligt

Auch berücksichtige das Dokument nicht die Meinung der Behinderten oder der Behindertenorganisationen. Die Dachorganisation nennt den Bericht «schönfärberisch und unvollständig».

Inclusion Handicap sieht eine breite Palette an Hindernissen im Alltag. So seien Menschen mit Behinderungen im Berufsleben benachteiligt. Finanzielle Anreize sollten demnach diesen Menschen erlauben, am normalen Arbeitsmarkt teilzuhaben. Bruderer kündigte hierzu einen entsprechenden Vorstoss im Parlament an.

Keine Sonderschulen

Die Probleme würden bereits bei der Bildung beginnen: Alle Kinder mit Behinderungen sollten in allgemeine Schulen integriert statt in Sonderschulen gesteckt werden. Weiter fordert die Organisation einen erleichterten Zugang zu Dienstleistungen – beispielsweise barrierelose Zugänge zu Gebäuden oder öffentlichen Transportmitteln.

Inclusion Handicap erarbeitete ihren Bericht nach eigenen Angaben zusammen mit ihren 25 Mitgliederorganisationen. Ausserdem wurden Betroffene und Experten befragt. Die Organisation übergab ihren Bericht dem zuständigen UNO-Ausschuss in Genf. Dieser prüft seinerseits demnächst den Stand der Umsetzung der UNO-Konvention in der Schweiz; ein Termin für ihren Bericht ist noch nicht bekannt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Der Umgang von: Bundesrat, Politik, Bundesämtern/Behörden, Bildungssysteme, Ärzteschaft, Wirtschaft, gegenüber Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung, hat selbstverständlich mit der "Haltung" diesen Menschen gegenüber zu tun! Daran muss endlich aktiv gearbeitet werden - an "Akzeptanz" und "Integration" von Menschen mit Behinderung, Krankheit, natürlicher Armut, in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik!!
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  • Kommentar von Georg Schneider (Merguez)
    Gleichstellung. Dieses Wort entwickelt sich langsam aber sicher zum (Un)wort des Jahrhunderts. Alle müssen gleichgestellt, geichgeschalten, gleichgemacht und gleichgedacht, gleichbemittelt und gleichbetitelt werden. Ich finde es wichtig, die Behinderten genau so wie die Armen und die Kranken solidarisch zu unterstützen. Aber wir müssen aufpassen nicht übers Ziel hinauszuschiessen!
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    1. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      Georg Schneider , ich habe etwas Mühe mit Ihrem Kommentar.Geichgestellt OK , aber die anderen glei........ machen zu diesem Artikel keinen Sinn . Das über das Ziel hinausschießen , da ist bei der Gleichbehandlung von Behinderten weiß Gott keine Gefahr .
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  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Solange Bundesbehörden die Gleichberichtigung von Gesunden und Behinderten verhindert,kann man dieses nicht von der Privat-Wirtschaft erwarten!
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    1. Antwort von Rolf Trösch (Rolf T)
      Warum nicht? Sowohl Bundesbehörden wie Privatwirtschaft bestehen aus Menschen. Ist es für Unternehmer legitimer als für Behörden, nur auf Rendite statt Menschlichkeit zu schauen?
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