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Masseneinwanderungsinitiative Nationalratskommission stimmt für «Modell Müller»

Legende: Video Die Zuwanderungs-Debatte geht weiter abspielen. Laufzeit 2:23 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.12.2016.
  • Die Nationalratskommission will das «Modell Müller» einführen.
  • Nach dem gestrigen Entscheid des Ständerates beugte sich heute wieder die Nationalratskommission über die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative. Sie will die Beschlüsse des Ständerats weitgehend übernehmen. Die umstrittene Begründungspflicht fand jedoch keine Mehrheit in der Staatspolitischen Kommission (SPK) des Nationalrats.
  • Den übrigen Elementen des ständerätlichen Umsetzungs-Konzepts stimmte die SPK zu. Dazu gehören die Stellenmeldepflicht in Berufsgruppen mit besonders hoher Arbeitslosigkeit, der exklusive Zugang inländischer Arbeitsloser zu Inseraten sowie die Pflicht für Arbeitgeber, mit Stellensuchenden Bewerbungsgespräche durchzuführen. Warum ein zugewiesener Bewerber nicht eingestellt wurde, müsste gemäss der Kommission jedoch nicht begründet werden.
  • Falls sich die Probleme am Arbeitsmarkt so nicht lösen lassen, darf das Parlament weitergehende Massnahmen beschliessen. Diese müssten mit dem Freizügigkeitsabkommen vereinbar sein.
  • Knapp, mit 13 zu 12 Stimmen, lehnte es die Kommission ab, dass auch Massnahmen im Widerspruch zum Freizügigkeitsabkommen möglich sein sollen.
  • Chancenlos war in der SPK die von der SVP beantragte harte Umsetzung der Initiative mit Kontingenten und einem Inländervorrang.
  • Der Nationalrat hatte in der letzten Herbstsession beschlossen, die SVP-Initiative lediglich mit einer Meldepflicht für offene Stellen, dem so genannten «Inländervorrang light» umzusetzen. Am kommenden Montag berät er zum zweiten Mal über die Vorlage.
  • Bis am 9. Februar 2017 muss die SVP-Initiative umgesetzt werden. Das verlangt die Verfassung und ist Bedingung für die Teilnahme der Schweiz an der EU-Forschungszusammenarbeit Horizon 2020.

32 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Es waere wichtig, dass die Begründungspflicht nicht aus dem Paket «Modell Müller» entfernt wird, auch wenn der Bewerber einen Entscheid nicht anfechten kann, so gibt ihm ein Feedback doch die Moeglichkeit sich zu orientieren. Zudem ist es ein Akt des Anstandes der Unternehmung einen Vorschlag auch zu quittieren. Eine Notiz zHd RAV.
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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Waere es der SVP bei der Lancierung der MEI wircklich darum gegangen die Aengste des Volkes wahrzunehmen, so muesste sie mit dem «Modell Müller» auch gluecklich sein. Angstfaktor Nr 1 ist die Arbeits- u. Jugendarbeitslosigkeit (51%). Ob bei einem Job-Angebot ein Inlaender in Frage kommt haengt davon ab, ob es fuer diesen ueberhaupt zu einem Vorstellungsgespraech kommt oder nicht. Der Entscheid, ob eine Person oder Familie mehr od weniger einwandert faellt also im Anschluss an eine Vorstellung.
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  • Kommentar von Andreas Baumgartner (Besorgter Eidgenosse)
    Ein Verfassungsbruch kann so oder so nicht verhindert werden. Zum einen haben wir das Modell "Müller", das einer Nicht-Umsetzung der MEI gleichkommt. Setzen wir die MEI einseitig um, kommt es ebenfalls zu einem Verfassungsbruch, weil die Bilaterale (ein halbes Dutzend mal demokratisch bekräftigt) gekündigt wird. Die SVP hat hier eine Initiative lanciert, die die Kompromissfähigkeit gefährdet. Es gibt nur entweder oder.
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