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Schweiz Nein zu Unesco-Kandidatur Gotthard könnte teuer werden

Die Gotthard-Bahnstrecke soll offenbleiben, aber nicht für einen Eintrag ins Unesco-Weltkulturerbe kandidieren. Die Promotoren reagieren enttäuscht, dass der Bundesrat die Chance zur Aufwertung der Region nicht nutzen will. Auch wegen der finanziellen Folgen durch den künftigen Unterhalt.

Gotthard-Bergstrecke.
Legende: Mit Inbetriebnahme des Neat-Basistunnels werden nur noch wenige Reisende die Gotthard-Bergstrecke nutzen Keystone/Archiv
Fahren auf der Gotthard-Bergstrecke.
Legende: Die Weiterbetrieb der Gotthard-Bergstrecke löst Freude aus, doch es bleibt ein Wermutstropfen. Keystone/Archiv

Die Transitlandschaft des Gotthards ist eines der wichtigsten Technik-Denkmäler der Schweiz. Als Unesco-Welterbe würde sie zum Tourismusschwerpunkt werden. Das war die Hoffnung. «Chancenlos», sagt der Bundesrat jetzt zur Welterbe-Kandidatur.

Das sei ziemlich enttäuschend, sagt Kilian Elsasser, der viel Wissen und Arbeit in die Unesco-Idee investiert hat. Zwar seien nicht alle Türen zugeschlagen aber der Bundesrat wolle die Chance nicht packen, die Region Gotthard mit der Bergstrecke als Rückgrat aufzuwerten.

Verlierer ist gemäss Elsasser nicht nur die Bahnstrecke, sondern zum Beispiel auch der Älpler am Gotthardpass, der Käse aus dem Unesco-Welterbe hätte verkaufen können.

Das Bundesamt für Kultur hatte die Unesco-Kandidatur unterstützt, der Bundesrat aber sagte Nein. Er will sich in Sachen Bergstrecke erst dann festlegen, wenn langfristige Passagier-Daten vorliegen. Das ist frühestens im Jahr 2025.

«Zehn wertvolle Jahre, die die Region nutzen muss», ist der Urner Ständerat Isidor Baumann überzeugt. Wichtig sei, dass nun ein Zeitfenster für alle potenziellen Nutzniesser der Bergstrecke entstehe. Solche Räume brauchten einen öffentlichen Verkehr, der nicht nur kurzfristig, sondern zumindest mittelfristig verlässlich sei.

Die SBB erwartet auf der Bergstrecke nach der Eröffnung des Neat-Basistunnels nur noch 600 Passagiere im Tag. Die ungedeckten Kosten werden dann 10 bis 16 Millionen Franken pro Jahr betragen. Spätestens bei der Gross-Sanierung des Scheiteltunnels gibt es nur noch eine Frage: Wer bezahlt?

9 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Disler, 4436 Oberdorf/BL
    Macht euch doch zuerst GEdanken über die mögliche Verwendung des "alten" Gotthardtunnels für den Transport von Fahrzeugen/rollende Landstrasse. Viellleicht kommen die "Stürmi" zu ihrem Recht und die 2. Röhre wird n i e gebaut..........
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  • Kommentar von Jean Nerac, GE
    Die Züge, die durch den NEAT-Tunnel fahren, werden zwischen Goldau und Bellinzona nicht anhalten. Daher muss die alte Strecke für den OEV offen bleiben, um nicht das ganze Teile von SZ, UR, TI vom Bahnanschluss abzuschneiden. Die Promotoren für die Aufnahme der Gotthardstrecke ins UNESCO Weltkulturerbe sollten den Versuch machen, die Teilstrecken bis Erstfeld und ab Biasca dem Weltkulturerbe zu unterstellen, als Beispiel für eine 24-Stunden-Lärm-Belastung, durch endlos ratternde Güterzüge.
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  • Kommentar von andreas furrer, prilly
    man wartet auf den antrag zur aufnahme der schweiz als ganzes in den katalog des unesco-weltkulturerbes, leben können wir ja anderswo.
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    1. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @Furrer: Guter Vorschlag. Als Gütesiegel könnte man noch so einen à là Asterix und Obelix oben drauf hauen und das ganze als riesige Touristenkiste lancieren... von wegen woanders wohnen - ausstellen ist angesagt, -:)!
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