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Neue Doppelstockzüge der SBB Eine behindertengerechte Rampe pro Zug muss reichen

  • Die Dachverband der Schweizer Behindertenorganisationen, Inclusion Handicap, hat in einem Beschwerdepunkt teilweise Recht bekommen vor Bundesverwaltungsgericht.
  • Sie bemängelten, dass Menschen mit Behinderung die neuen «FV-Dosto»-Doppelstockzüge der SBB nicht selbständig nutzen könnten.
  • Die SBB müssen auf Geheiss des Bundesverwaltungsgerichts nun pro Zug eine normkonforme Rampe sicherstellen.
  • Zehn Beschwerdepunkte wurden abgelehnt. In vier weiteren Punkten hatte sich die SBB mit Inclusion Handicap aussergerichtlich geeinigt.
Legende: Video Aus dem Archiv: Rollstuhlfahrer in neuen SBB-Zügen behindert abspielen. Laufzeit 06:18 Minuten.
Aus 10vor10 vom 29.01.2018.

Inclusion Handicap, zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis. Laut Mitteilung überlege man sich einen allfälligen Weiterzug des Urteils ans Bundesgericht zu einem späteren Zeitpunkt.

Die SBB sieht sich unterdessen bestätigt darin, dass der neue Zug die massgebenden Normen und Vorgaben des Behindertengleichstellungsrechts erfüllten. Ab dem 9. Dezember werde man die Züge fahrplanmässig einsetzen. Im November 2017 hatte das Bundesamt für Verkehr den neuen Zügen der SBB eine befristete Betriebsbewilligung erteilt.

4,5 von 15 Beschwerdepunkten werden umgesetzt

Der teilweise gutgeheissene Punkt betrifft die Rampenneigung. Die Normvorschriften schreiben pro Zug lediglich eine Rampe mit einer maximalen Neigung von 15 Prozent vor. Die SBB müssen auf Geheiss des Bundesverwaltungsgerichts nun pro Zug eine solche Rampe sicherstellen. Von dort aus muss ein Zugang zum Rollstuhlbereich mit rollstuhlgängiger Toilette bestehen sowie allenfalls auch zu einer Verpflegungsmöglichkeit. Der entsprechende Eingang muss mit einem Piktogramm gekennzeichnet werden.

Mitte November hatte sich die SBB mit Inclusion Handicap zudem in vier Punkten aussergerichtlich geeinigt. Insbesondere für Kunden mit Hör- und Seheinschränkungen werden die Züge nachgebessert. Zum Beispiel mit einem ertastbaren Leitsystem im ganzen Zug und gekennzeichneten Wagenübergängen.

Die restlichen zehn Punkte lehnt das Bundesverwaltungsgericht ab. Und auch die SBB plant nicht, auf diese Beschwerden einzugehen. Sie betreffen insbesondere den Einstieg. Inclusion Handicap möchte, dass die Einstigskanten in Höhe von 4,5 Zentimetern abgerundet oder abgeschrägt werden, um Menschen im Rollstuhl das Einsteigen besser zu ermöglichen. Zudem möchte die Organisation mehr Haltegriffe – und weniger mögliche Hindernisse für sehbehinderte Personen im Zug.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Baumann (Andreas Baumann)
    da bleibt mir die Spucke weg. Sowas ist schlicht in Kauf Genommen worden . Die Sbb gehört für mich in den selben Topf wie die Post . GELD GELD GELD UND NOCHMAL GELD . Dies ist Meine Persönliche Meinung . Es ist schlicht eine Sauerei
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Wenn die SBB denkt dass eine Rampe pro Zug reicht ist dies Sparen auf Kosten der Passagiere. Was ist wenn ein Rollstuhlfahrer knapp in der Zeit kommt und ans andere Ende des Zuges muss weil nur dort eine Rampe vorhanden ist? Bis er sie erreicht hat ist der Zug schon längst weg oder andere Passagiere sind sauer weil sie der Meinung sind dass der Zug zu spät wegen einem Rollstuhlfahrer losfährt. Ein sehr bedenklicher Weg den die SBB da einschlägt.
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    1. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      Wieso klagen Sie über die SBB. Wenn dann müsste der Gesetzgeber sein eigenes Gesetz verschärfen. Das Gericht hat darüber geurteilt, ob die SBB die Normen und Gesetze einhält und das tut es vollumfänglich.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Bei den zum Teil seeeeeehr langen Zügen sollen die Behinderten DIESEN EINEN behindertengerechten EINGANG zuerst absuchen. So werden die Behinderten diskriminiert, gedemütigt und in ihrer Würde verletzt. Herr Meier, bedenken Sie, dass auch Sie einmal den Rollstuhl benützen müssten, oder sehbehindert würden, was ich Ihnen nicht wünsche. Aber dann wären Sie sicher auch froh, die Bequemlichkeiten für Behinderte im Zug zu geniessen.
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    1. Antwort von Hans Meier (H-M)
      Mit den displays am bahnhof kann schon im voraus angezeigt werden wo der behindertengerechte eingang ist!!!
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    2. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Herr Meier , die SBB ist ja nicht mal fähig den Display richtig zu nutzen. Seit Jahren habe ich bei der SBB beanstandet das sie doch bitte auf den Display die Zugnummer anzeigen sollen. Fehlanzeige!
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    3. Antwort von Robert Frei (RFrei)
      @H-M. Die SBB zeigen auf ihren Displays immer nur den Sektor an. Und so ein Sektor ist ziemlich lang und erstreckt sich über viele Türen. Eine Anzeige am Display nützt also kaum. Kommt noch dazu, dass die Züge verschieden lang sind, die S-Bahn beispielsweise verwendet je nach Tageszeit 1, 2 oder gar 3 Granituren zu einen Zug zusammengehängt.
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    4. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      Lesen Sie mal die Pressemitteilung der SBB dazu. Ein behindertengerechter Zugang ist an allen Türen möglich, da geht die SBB über die Anforderungen des Gesetzes und des Gerichts hinaus.
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