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Schweiz Neue Helfer und Hilfsgüter für Haiti im Bundesratsjet

Zwei Wochen nach dem Wirbelsturm «Matthew» ist die Lage auf Haiti unverändert prekär. Eine Cholera-Epidemie droht. Erst fünf Prozent der Menschen in den betroffenen Regionen haben genügend zu essen. Der Bundesratsjet hob am Morgen in Bern-Belp mit weiteren acht Helfern und Trinkwasseranlagen ab.

Auf dem Flughafen Bern-Belp wird der Bundesratsjet mit Hilfsgütern für Haiti beladen.
Legende: Auf dem Flughafen Bern-Belp wird der Bundesratsjet mit Hilfsgütern für Haiti beladen. Keystone

Über eine Million Menschen sind auf Haiti laut dem lokalen Zivilschutz auf Hilfe angewiesen. Viele sind mit dem Nerven am Ende. Am Wochenende gab es Tumulte, die Polizei setzte Tränengas ein. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, der die Insel besuchte, mahnte die Menschen trotz der Umstände zu Geduld.

Die Schweiz will zur Verbesserung der Lage beitragen. Die Schweizer sind nicht die Einzigen. Die grösste Herausforderung sei es, die Hilfe zu koordinieren, erklärte Roland Schlachter von der Deza-Abteilung Humanitäre Hilfe vor dem Abflug des Bundesratsjets in Bern-Belp: «Die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfswerken klappt eigentlich recht gut, aber jene mit der Regierung ist relativ schwierig.»

Das jüngste Detachement der Humanitären Hilfe vor dem Abflug in Bern-Belp.
Legende: Das jüngste Detachement der Humanitären Hilfe vor dem Abflug in Bern-Belp. Keystone

Schwierige Koordination

So läuft laut Schlachter auch zwei Wochen nach dem Hurrikan die Verteilung von Nahrungsmitteln erst an. Nur gerade fünf Prozent der betroffenen Bevölkerung konnte bisher beliefert worden.

Von 23 Helfern aus der Schweiz seien deren drei nur zur Koordination vor Ort, unterstreicht Manuel Bessler, Chef der Humanitären Hilfe. «Es muss verhindert werden, dass man sich gegenseitig auf die Füsse tritt. Auch müssen die Bedürfnisse am richtigen Ort abgedeckt werden.»

Die Schweiz hat für ihre Hilfe zwei Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Das ist mehr als etwa die EU gesprochen hat. Aber weniger als die USA, die Hilfe im Umfang von fast einer halben Milliarde Dollar leisten wollen.

Leere Bäuche sind leichter reizbar

Die verzweifelte Lage, in der die Bevölkerung steckt, verursacht auch Sicherheitsprobleme. Vor allem, wenn grössere Mengen von Material verteilt werden, kann es sehr kritisch werden. Entsprechend wichtig sei es, die Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, sagt Schlachter. Bessler erklärt, wie die Schweiz ihre Mitarbeitenden schützt: «Wir versuchen uns im Gespräch mit Bevölkerung, Bürgermeister und Gemeinschaften zu integrieren und so die Sicherheit zu gewährleisten. Das hat bisher sehr gut geklappt. »

Die acht Helfer, die heute abgeflogen sind, kommen Dienstagfrüh in Haitis Hauptstadt an. Nach einer Lagebesprechung in Port-au-Prince geht es sofort per Auto zehn Stunden weiter in die Region, wo der Wirbelsturm am stärksten gewütet hat.

1 Kommentar

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  • Kommentar von marc rist (mcrist)
    Interessant, die Schweiz meint wieder mal, den Musterknaben spielen zu müssen. Haiti liegt vor den Toren der USA, ergo macht es Sinn, dass Washington nach dem rechten schaut. Europa hat mehr als genug Probleme mit der endlosen Flüchtlingskrise.
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