Neue Impfstrategie des Bundes ist umstritten

Das Bundesamt für Gesundheit will Risikogruppen zur Impfung aufbieten lassen. Viele Ärzte wollen davon aber nichts wissen.

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Schwierigkeiten eines erweiterten Impfaufgebots

1:55 min, aus Tagesschau am Mittag vom 6.11.2014

Morgen ist der Nationale Grippe-Impftag. In vielen Arztpraxen gibt es die Möglichkeit, sich ohne Anmeldung für einen Pauschalpreis von 30 Franken impfen zu lassen. Von dieser Möglichkeit machen allerdings immer weniger Menschen Gebrauch.

Das Bundesamt für Gesundheit will das ändern. Unter anderem sollen Menschen mit erhöhtem Risiko zukünftig systematisch zum Impftermin eingeladen werden.

Hausärzte sind nicht gerüstet

Schweizer Hausärzte müssten also alle Rentner, Schwangeren und Kranken zur Impfung aufbieten. Das sei unmöglich, sagt der Präsident der Schweizer Hausärzte. Marc Müller ist Dorfarzt in Grindelwald.

«  Ich müsste 1500 Leute anschreiben. Der logistische Aufwand wäre für uns nicht zu erledigen. »

Auch eine weitere Idee des BAG stösst auf wenig Verständnis beim Präsident der Hausärzte: Der Bund will das Impfen in Apotheken weiter erleichtern. Bisher ist das nur mit Rezept möglich. Viele Ärzte wollen, dass das so bleibt. Sie finden, den Apothekern fehle dafür die Erfahrung.

Der Schweizer Apothekerverband hält dagegen. Weiterbildungen würden dafür sorgen, dass die Apotheker gut qualifiziert seien. Die neue Strategie zur Grippe-Prävention muss bis Ende Jahr vom Bundesrat abgesegnet werden.