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Neue ÖV-Modelle Das Ringen um Fernbus-Stationen in den Städten

Legende: Audio Fernbus-Haltestellen in der Innenstadt? abspielen. Laufzeit 01:23 Minuten.
01:23 min, aus HeuteMorgen vom 20.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zurzeit gibt es in der Schweiz keinen (nationalen) Bus-Fernverkehr.
  • Am vergangenen Donnerstag hat der Bundesrat in einem Bericht die Eckwerte für Schweizer Fernbusse skizziert und festgehalten, dass sie ins öffentliche Verkehrssystem eingebunden werden müssten.
  • Doch gut erschlossene Carhalteplätze sind in den Zentren selten.

Der Fernbus soll künftig direkt in die Stadtzentren fahren. André Kirchhofer, Vizedirektor des Nutzfahrzeugverbands Astag sagt dazu: «Ja, es braucht Carhalteplätz für Fernbusse, für den privaten Reisebusverkehr – möglichst im Zentrum der Städte. Wir sind uns aber bewusst, dass das ein schwieriges Unterfangen ist», sagt er.

Schwierig ist es auch, weil ein solcher Halteplatz nicht nur eine Haltestelle für einen Bus umfasst, sondern etwa Parkplätze und Toiletten bieten muss – Infrastruktur eben.

Es braucht Carhalteplätz für Fernbusse, für den privaten Reisebusverkehr – möglichst im Zentrum der Städte.
Autor: André KirchhoferAstag-Vizedirektor

In der Innenstadt sei das nicht möglich, heisst es aber vom Städteverband. Direktorin Renate Amstutz erklärt: «Wir dürfen nicht vergessen, dass in den meisten Städten bereits heute die räumlichen Verhältnisse kaum eine grössere Menge haltender Fernbusse an den Bahnhöfen oder an den Bushöfen zulassen würden.»

Deshalb denkt Amstutz eher an Standorte am Rand der Städte, in Autobahnnähe. «Entscheidend ist, dass diese Haltepunkte ausreichend an den öffentlichen Verkehr angebunden sind – zum Beispiel mit einem Bus, der ins Stadtzentrum fährt oder dass sie in der Nähe einer S-Bahn-Haltestelle liegen.» So brächte das zusätzliche Fernbusangebot nicht zusätzlichen Verkehr in die Innenstädte.

Entscheidend ist, dass diese Haltepunkte ausreichend an den öffentlichen Verkehr angebunden sind.
Autor: Renate AmstutzDirektorin Städteverband

Das zeigt: Der Bericht des Bundesrates zu den nationalen Fernbussen lässt sich je nach Perspektive lesen. Das Ringen um die Haltepunkte wird deshalb weitergehen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Die Einwohner von Luzern können ein Liedchen singen von Carverkehr mitten in der Stadt. Als Folge haben sie kürzlich eine Initiative angenommen, das sie Carparkplätze hinter dem KKL aufhebt. Aber in gut Schweizerischer Manier müssen alle anderen Städte diese Erfahrung wohl auch noch machen, bevor man erkennt, dass es nicht noch mehr Verkehr in den Städten braucht.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Wenn diese rein privaten Fernbuslinien bewilligt werden, wird der öV endgültig zum Spielball der Lobby's! Wenn jetzt sogar ein erstes (noch zögerliches) zustimmendes Zeichen vom Bundesrat kommt, wird das Rosinenpicken der rentablen Langstrecken zwischen den Gross-Städten oder zwischen Basel und Tessin oder Bündnerland auch noch auf den überfüllten Autobahnen veranstaltet! Die SBB muss bis heute mit rentablen Strecken die vielen defizitären Nebenlinien finanzieren! Macht das ein Fernbus-KMU auch?
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Es ist das selbe wie im Gedundheitswesen: Die lukrativen Elemente den Privaten überlassen, der Rest bleibt auf der Strecke. Bitte schauen Sie nur nach Deutschland: Wie sind dort die Regionen mit den Zentren und somit mit dem Land verbunden? Wir verschenken unsere schöne Schweiz an die gewinnhetzenden Investoren! Alles unter den beiden Deckmänteln: „wir müssen uns der Zeit anpassen und modernisieren“ und „die Anderen sind schuld“ Und die Defizite bezahlen dann wieder wir, inkl neuen Strassen.
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