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Neue Regeln für Velofahrer «Es gibt immer mehr Ausnahmen für Velos auf den Trottoirs»

Pascal Regli, Fussverkehr Schweiz
Legende: Pascal Regli vertritt die Organisation Fussverkehr Schweiz. SRF

SRF News: Was stört Sie daran, wenn Velofahrer bei Rot rechts abbiegen können?

Pascal Regli: Wir sind der Ansicht, dass das Begehrlichkeiten wecken kann. Es beginnt bei der Zulassung des Rechtsabbiegens beim Lichtsignal für Velofahrer und endet beim Rechtsabbiegen für Töffs und Autos.

Das Pilotprojekt dazu in Basel hat aber nur für wenig Konflikte gesorgt.

Das ist richtig, wird sind auch froh darüber. Das Problem ist mehr in der Tendenz zu sehen, nämlich, dass immer mehr Konflikte auf die Fussgänger zukommen. Fussgängerflächen und die Fussgängereinrichtungen werden immer mehr beansprucht. Das Rechtsabbiegen ist so ein Fall. Es gibt Versuche mit Lieferrobotern auf Trottoirs, die dann eben auch auf den Flächen für Fussgänger unterwegs sein werden. Es gibt auch immer mehr andere Ausnahmeregelungen, bei denen Velofahrer auf Trottoirs zugelassen werden. Und das führt zunehmend zu Konflikten. Wir haben viele Rückmeldungen von unseren Mitgliedern, die sich nicht mehr wohl fühlen.

Eine dieser Ausnahmen kommt in die Vernehmlassung. Kinder sollen bis zehnjährig auf dem Trottoir fahren dürfen. Was halten Sie von diesen Plänen?

Generell ist zu sagen, dass die Konflikte mit Kindern auf dem Trottoir eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Ich gehe davon aus, dass das auch in Zukunft nicht das grösste aller Probleme für die Fussgänger sein wird. Aber eben, die Tendenz geht dahin, dass immer mehr zusätzliche Fahrzeuge auf dem Trottoir verkehren. Vor allem in Städten und innerorts in grösseren Gemeinden beklagen sich Fussgänger zunehmend, dass sie gestört werden.

Vor allem auf Strassen ohne Velowege, sei es laut dem Astra für Kinder nicht sicher, wenn sie auf der Strasse fahren. Was wäre Ihr Vorschlag, damit Kinder im Strassenverkehr sicherer unterwegs sind?

Bis anhin war die Regelung, dass Kinder bis sechsjährig auf dem Trottoir unterwegs sein konnten. Es geht vor allem auch um das Lernen. Da sehen wir wenig Probleme. Kinder bis zehn Jahre sollen sich vor allem auf dem Gemeindeverkehrsnetz, wo wenig Verkehr ist, aufhalten und dort das Velofahren üben und lernen. Dass Schüler unter zehn Jahren mit dem Velo in die Schule fahren, ist eigentlich sowieso nicht erwünscht und wird auch von Verkehrssicherheitsexperten nicht empfohlen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
    Gehts eigentlich noch?!? Wenn ich auf der Querstrasse von links komme fahren mir also künftig die Velos reihenweise von rechts vor den LKW?!? Und das noch völlig legal... wo bitteschön bleibt da Via Sicura?!?
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Eine Dichtestresssumpfbluete mehr. Die Motorfahrzeuge machen sich von Strassenkante zu Strassenkante immer breiter. Und immer mehr andere Fahrzeuge werden aufs Trottoir und die "Fussgaenger"streifen verdraengt, wo sie die Fussgaenger belaestigen oder gar gefaehrden. Vor einigen Jahrzehnten konnten Schulkinder noch selbstverstaendlich auf der Strasse schon in der ersten Klasse mit dem Velo in die Schule fahren. Je mehr Dichtestress, umso laestiger und gar auch gefaehrlicher....
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Na, dann schreiben sie doch eine Smm nach Vivis;-)
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  • Kommentar von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
    Kleine grüne Velo-Ämpeli, die mich vorher starten lassen = auch mehr Sicherheit. Und wäre nicht zu lasten von Fussgehenden. Als 'alter' Velofahrer sehe ich einen Sicherheitsvorteil, wenn ich vor den Autos/Lastwagen rechts weg kann, bevor die sich auf den Weg ebenfalls nach rechts machen. Wieviele nachweisliche Unfälle gab oder gibt es durch Überholen/Einklemmen/Abdrängen während dem Rechtsabbiegen? (weiss das jemand?). Wäre das verboten, würde ich auf das Rechts abbiegen bei Rot gern verzichten.
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