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Schweiz Neue Regenfälle im Tessin erwartet – dennoch herrscht Optimismus

Nach dem gestrigen sonnigen Tag soll es heute Abend im Tessin wieder regnen. Die Lage in den Hochwassergebieten ist angespannt. Für das Wochenende erwarten die Meteorologen aber keinen Dauerregen mehr.

Legende: Video «Ein Tag ohne Regen – Tessin kann kurz durchatmen » abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.11.2014.

In den überfluteten Uferwegen am Lago Maggiore spiegelt sich die Sonne. Das gute Wetter hat eine leichte Entspannung der Hochwasserlage im Tessin mit sich gebracht. Zwar ist für Freitagabend neuer Regen angekündigt. Meteorologen erwarten jedoch keinen Dauerregen mehr, wie das zu Beginn der Woche der Fall war.

Legende: Video «SRF-Korrespondent Daniel Schäfer über die Lage in Locarno» abspielen. Laufzeit 1:03 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.11.2014.

Gewarnt wird aber weiterhin vor Murgängen: «Weil die Erde mit Wasser vollgesogen ist, könnte es laut dem Kantonsgeologen besonders im Südtessin zu kleineren Felsstürzen und Erdrutschen kommen», sagt SRF-Mitarbeiter Gerhard Lob.

Den Zivilschützern wird deshalb die Arbeit so schnell nicht ausgehen. Zu Hilfe kommen könnten den Helfern derweil die kalten Temperaturen, wie der Leiter des Zivilschutzes Locarno, Raffaele Dadò sagt. Da die Schneefallgrenze sinke, gelange weniger Wasser in den See. Dieses bleibt in den Bergen als Schnee liegen.

Wasserpegel sinkt

Der Pegelstand des Lago Maggiore bleibt weiterhin gefährlich hoch, doch sinkt der Pegel derzeit langsam. Das sagt André Engelhardt vom Krisenstab Locarno bei «Schweiz aktuell». Die Situation sei unter Kontrolle. Mit den neuen Niederschlägen am Samstag steige der Pegel wieder an, aber man hoffe maximal auf eine Steigerung bis zum jetzigen Niveau. Der Krisenstab ist optimistisch und plant deshalb die nächste Krisensitzung erst für den Sonntagvormittag.

SRF-Korrespondent Daniel Schäfer konstatiert in Locarno eine gewisse Normalität. «Das hat damit zu tun, dass die Leute dort das schon ein paar mal erlebt haben.» In den Häusern seien deshalb Vorkehrungen getroffen worden: Pumpen wurden installiert und man Öltanks habe man nicht auf dem Kellerboden fixiert, berichtet Schäfer.

Verbarrikadierte Geschäfte

Von den Überschwemmungen der letzten Tage waren laut Zivilschutzleiter Dadò rund 600 Bewohner Locarnos betroffen. Aus Angst vor weiteren Überschwemmungen blieben am Donnerstag zudem viele Geschäfte in der Innenstadt verbarrikadiert, wie SRF-Mitarbeiter Lob berichtet.

Lob attestiert der Polizei und dem Zivilschutz gute Arbeit: «Seit dem Hochwasser im Jahr 2000, als das Wasser bis auf die Piazza Grande kam, hat man viel gelernt.» Alles scheine mehr oder weniger zu funktionieren.

Programm warnt vor Gefahrenzonen

Das liegt nicht zuletzt an der Technik, die sich seit damals weiterentwickelt hat: Mithilfe eines Programms der Tessiner Fachhochschule Supsi können Zivilschutz und Polizei Wetterdaten und Niederschlagsmengen direkt auf dem Stadtplan von Locarno visualisieren.

«So wussten wir schon Montagabend mit sehr grosser Sicherheit, welche Zonen wir in den kommenden Tagen evakuieren beziehungsweise schützen müssen», sagt Zivilschutzleiter Dadò. In diese Risikozone fiel auch das ufernahe Spital Santa Chiara, das am Dienstagmorgen evakuiert worden war. Im Jahr 2000 war es überflutet worden. Das Spital will seinen Betrieb frühestens am Montag wieder aufnehmen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Th. Keiser, Luzern
    Statt zu stänkern, könnte man doch einfach mal die Webseite der Glückskette durchklicken. Da gibt es unter "Permanente Sammlungen" ein Konto "Unwetter Schweiz". Im Übrigen habe ich selber vor 21 Jahren (als alle nur nach Brig schauten) ein Hochwasser in Locarno erlebt. Und ich war höchst erstaunt, wie gelassen die Tessiner damit umgingen. Ich kann mir vorstellen, dass es auch damit zu tun hat, dass gerade die Magadino-Ebene und die Ufer des Langensees rund alle 10 Jahre betroffen ist.
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  • Kommentar von Peter Hänsi, St. Gallen
    Wenn es Unwetter gibt in der grösse wie im Tessin und das Tessiner-volk hört nichts von der Glückskette, muss man sich auch nicht wundern, wenn das Vertrauen langsam verschwindet in der Schweiz. Anscheinend hat, das Schweizer-Volk kein Recht auf Spende-geld. Wir kennen es in der Schweiz man ist JA Versichert, es geht nicht um das man Versichert ist, es geht um (Gerechtigkeit)
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  • Kommentar von Peter Hänsi, St. Gallen
    Es ist schon lange bekannt, das die Glückskette lieber das Geld in das Ausland fliesen lässt. Gaza» Sammelstand: CHF 587'928 «Irak» Sammelstand: CHF 781'392 «Syrien» Spenden seit Anfang September: CHF 1'068'698 Total Spenden: CHF 18'386'012 Wir kennen es ja, in der Schweiz man Versichert, es geht nicht um das man Versichert ist, es geht um (Gerechtigkeit) Wenn die Gerechtigkeit nicht mehr stimmt, das ist auch kein Vertrauen vorhanden und keine Zusammenarbeit möglich.
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