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Schweiz Neue Steuerregelung für ausländische Firmen in der Schweiz

Bundesrätin Widmer-Schlumpf will mit einer Steuerreform faire Verhältnisse für Schweizer Unternehmen schaffen. Neu wird für ausländische Firmen auch der weltweite Umsatz relevant. Bisher war nur der in der Schweiz erzielte Umsatz massgebend.

Das Problem besteht in allen Schweizer Grenzregionen. Besonders akut ist es aber im Kanton Tessin: Ausländische Unternehmen, etwa Handwerks- oder Reinigungsbetriebe, arbeiten in der Schweiz, ohne dafür Mehrwertsteuer bezahlen zu müssen. Einzige Bedingung: Der hier erzielte Umsatz darf die Limite von 100‘000 Franken pro Jahr nicht übersteigen. Zudem muss das verwendete Material aus der Schweiz stammen.

Die einheimische mehrwertsteuerpflichtige Konkurrenz gerät so ins Hintertreffen. Seit Jahren macht der Kanton Tessin auf diesen Missstand aufmerksam. Jetzt soll sich etwas ändern. Im Rahmen der geplanten «kleinen Mehrwertsteuerreform», wie sie im Finanzdepartement heisst, möchte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf im Juni eine Gesetzesänderung unterbreiten. Diese beseitigt praktisch die Vorteile für ausländische Anbieter.

Ein Handwerker bepinselt Holzstäbe.
Legende: Neu zählt für ausländisches Gewerbe der weltweit erzielte Umsatz, statt wie bisher der in der Schweiz erreichte. Keystone

Weltweiter Umsatz neu massgebend

Zwar bleiben ausländische Unternehmen nach wie vor von der Mehrwertsteuer befreit, sofern ihr Umsatz unter 1000‘000 Franken liegt. Doch neu soll nicht mehr der Schweizer Umsatz massgebend sein. Sondern der auf der Welt erzielte Umsatz. «Dieser darf nicht mehr als 100‘000 Franken betragen. Den Beweis dafür hat das Unternehmen zu erbringen», sagt Bundesrätin Widmer-Schlumpf. Sie gehe davon aus, dass dieses Problem damit gelöst sei. Fraglich ist, ob in anderen Ländern Gewerbe mit weniger als 100‘000 Franken Umsatz im Jahr existieren.

Für die Überprüfung der Angaben sollen die ausländischen Unternehmen neu der der eidgenössischen Steuerverwaltung ihre Mehrwertsteuernummer offenlegen müssen. Dies, wenn sie sich online für eine kurze Arbeitsdauer von bis zu 90 Tagen anmelden. «Mein Departement will dem Bundesrat einen entsprechenden Vorschlag machen», sagt Widmer-Schlumpf. Und damit hätten sie Kontrolle darüber, ob die Mehrwertsteuer abgeliefert würden oder nicht.

40 Millionen Franken mehr pro Jahr

Das Finanzdepartement geht davon aus, dass aufgrund der Verschärfungen im ersten Jahr über 20‘000 ausländische Unternehmen neu steuerpflichtig werden könnten. Rund 40 Millionen Franken dürfte die Massnahme dem Bund künftig pro Jahr zusätzlich in die Steuerkasse spülen.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von M.Meier, Lenzburg
    Warum? Warum nur ist die Banane krumm? Solange SRF Geld in Sendungen wie G&G, Börse; Hallo again reinbuttert wird+wir haben das Gefühl, wooaaaa diese Sendungen brauchen wir, wird sich da nichts ändern! Die Zuschauer werden eingelullt und es werden keine Denkanstösse vermittelt. Und die EURO-Befürworter haben immer noch nicht gesehen wohin die Reise gehen wird, wenn wir diesen Weg weiterhin beschreiten. Intressiert> google einfach mal Freihandelsabkommen TIPP+ schau Dich um; der helle Wahnsinn!
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Warum wurde Frau Widmer-Schlumpf eigentlich als Bundesrat gewählt ? Intelligenz hat rein nichts mit Ausbildung zu tun. Entweder ist man intelligent oder eben nicht. Wir brauchen keine dummen Leute, die solche Zustände fördern, sonder ganz einfache aber standhafte, konsequente Bundesräte mit einem gesunden Menschenverstand und für das Schweizervolk. Es braucht nicht dringend Juristen, denn diese wenden ihr Wissen oft gegen das Volk an, denn man kennt jeden Trick + das kann auch negativ sein.
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    1. Antwort von Marianne Roe, Gwatt
      Ich muss hier noch etwas anfügen. Bei den Intelligenten gibt es u.A. noch 2 Sorten. Diejenigen die ihre Arbeit gut machen und diejenigen die zu allem ja sagen, damit sie als konsensfähig gelten.
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    2. Antwort von Willy Boller, Selevac
      Hallo Frau Roe! Was jetzt schon wieder nicht gut, wenn ein jahrealter Missstand endlich behoben wird. Mit dieser Neuregelung erhalten doch lediglich die Schweizer die gleich langen Spiesse wie die ausländischen Firmen. Aber Frau E. Widmer-Schlumpf kann wohl überhaupt nichts zu Ihrer Zufriedenheit machen?
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    3. Antwort von Nico Basler, Basel
      Und was wollen Sie uns mit ihren etwas unstrukturierten Beiträgen eigentlich sagen Frau Roe?
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  • Kommentar von M.Meier, Lenzburg
    Geschäftsmodell von Starbucks funktioniert. Der Verkauf des schwarzen Muntermachers und das Angebot von gemütlichen Leseecken und familiärem Ambiente spült Milliarden in die Kassen des amerikanischen Konzerns. Allein im vergangenen Geschäftsjahr setzte Starbucks weltweit 13,3 Milliarden Dollar um. Jedoch Starbuck, CH deklarierte für die Jahre 2008, 2009 und 2010 ein Einkommen von null Franken!!!! Jeder von uns mit Lohnausweis versteuert den letzten Rappen! Sowas nennt sich Steuergerechtigkeit!
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      So sieht die globalisierte Welt aus. Versteuert wird dort wo es am günstigsten ist. Daran hat seinerzeit keiner gedacht, als das "hohe Lied" der Globalisierung eingestimmt wurde. Damals wurden alle die auch nur ein wenig skeptisch waren, gleich als Ewig-Gestrige abgestempelt und verunglimpft. Offenbar funktioniert diese langweilige Masche immer noch bei den Ewig-Fortschrittlichen, die jeden Mist glauben, insbesondere wenn dieser von der EU her kommt. (smile)
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @H. Haller: Zähle auch zu den Ewig-Gestrigen!:-) Bereue es aber nicht!:-) Denn...., diejenigen, welche heute das "hohe Lied" der Globalisierung singen, kommen irgendwann ins Alter des Stimmbruch & dann haben auch sie aus gesungen. Denn ganz oben an der Kletterstange angekommen, geht es nur noch abwärts.
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