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Neue Viren auf dem Vormarsch Gespendetes Blut wird genauer untersucht

Legende: Audio Blutspende Schweiz wappnet sich vor neuen Viren abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
1:32 min, aus HeuteMorgen vom 27.06.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gespendetes Blut wird getestet, bevor es an Patienten geht.
  • Die Spenden werden heute allerdings lediglich auf vier Viren getestet.
  • Nun kommt aber ein zusätzlicher Test hinzu – und es dürften noch weitere Tests folgen, weil sich neue Viren ausbreiten.
Rudolf Schwabe, Direktor von Blutspende Schweiz.
Legende: «Wir werden Hepatitis E flächendeckend im Verlaufe des Herbstes testen», sagt Rudolf Schwabe, Direktor von Blutspende Schweiz. Keystone/Archiv

Die Labors der regionalen Blutspendedienste spüren heute HIV und Hepatitis A, B und C auf. Nun kommt ein weiterer Test hinzu; das Spenderblut werde künftig auch auf Hepatitis-E-Viren untersucht, gibt der Direktor von Blutspende Schweiz, Rudolf Schwabe, bekannt. Er sagt: «Wir werden Hepatitis E flächendeckend im Verlaufe des Herbstes testen.»

Seit Kurzem sei nämlich bewiesen: Hepatitis E werde auch über das Blut übertragen – und nicht nur über den Genuss von rohem Fleisch. Und: Die Krankheit könne gefährlich sein. «Immungeschwächte Patienten könnten durch Hepatitis E lebensgefährdend beeinträchtigt werden», sagt Schwabe weiter. Daher der neue Test ab Herbst.

Diese zwei Viren sind in den Sommermonaten in Italien, Frankreich oder auch im östlichen Österreich aufgetreten. Die Mücken können ohne Weiteres auch in der Schweiz auftreten.
Autor: Rudolf SchwabeDirektor Blutspende Schweiz

Schwabe geht davon aus, dass künftig noch mehr Tests nötig werden. Erreger tropischer Krankheiten nämlich rücken näher an die Schweiz, da die Menschen mobiler sind – und weil sich das Klima verändert. Konkret bereitet sich Blutspende Schweiz darauf vor, Spenderblut auch auf das West-Nil- und das Chikungunya-Virus zu testen. Auf Viren also, die durch Mücken übertragen werden. Schwabe erklärt: «Diese zwei Viren sind in den Sommermonaten in Italien, Frankreich oder auch im östlichen Österreich aufgetreten. Die Mücken können ohne Weiteres auch in der Schweiz auftreten.»

Klar ist: Mit jedem zusätzlichen Test verteuert sich der Preis für Blutpräparate. Auf die Spitäler als Hauptabnehmer kommen höhere Kosten zu.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wen wundert die Negativ-Entwicklung im Gesundheitszustand der Menschen - immer mehr Viren auf dem Vormarsch? Bei dieser weltweiten Umweltverschmutzung -Vergiftung - Verstrahlung (Radioaktivität - Elektrosmog) - Zerstörung!?? Keine "Übelbekämpfung", sondern effektive "Verursachungs-Behebung-Verbesserung" muss die Devise sein!! Alles andere ändert nichts an den schaurigen Tatsachen!!
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    1. Antwort von Mike Pünt (Scientist)
      Es hat wohl nie eine Zeit gegeben, in der so wenige Menschen, zumindest in Westeuropa, an viralen Infekten gelitten haben! Dass Ihr Elektrosmog für Menschen schädlich ist, konnte bislang nie nachgewiesen werden. Anders sieht es aus bei den Viren. Die sind nämlich sehr anfällig auf Radioaktivität, Strahlung (zumindest UV), Hitze usw.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Was ein medizinisches Taboo ist, dass die Hepatitis Viren als fast moving and very smart beings, sich nicht alles bieten lassen. Die ganze, zum Teil unkritische, Hepatitis-Impferei ist wahrscheinlich, ich sage wahrscheinlich, weil da niemand interessiert ist, dem wirklich nachzugehen, daran beteiligt, dass sich die Hepatitiserkrankungen auf andere Hepatitisviren ‚verlagern‘. Auch die Zunahme von Lebertumoren sollte unter diesem Aspekt untersucht werden.
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    1. Antwort von Mike Pünt (Scientist)
      Beschreibungen wie 'fast moving' und 'very smart' sind bezogen auf Viren ziemlich verfehlt.
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Wollen Sie nur den Herren der Schöpfung das Label smart verleihen .... Ich und andere auch, sind sich zunehmend bewusster, dass ohne Viren, diesen Datenübertragungsspezialisten, die so manchen digitalen Menschen vor Neid erblassen lassen, viele Evoluionäre Schritte gar nicht erst möglich gewesen wären und wir noch im Stadium von simplen Mehrzellern und nicht die hohe Komplexität des menschlichen Organismus erreicht hätten ....
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    3. Antwort von Mike Pünt (Scientist)
      'datenübertragungsspezialisten' trifft es auch nicht ganz. Viren spielen bestimmt eine wichtige Rolle in der Evolution, desshalb sind sie aber noch lange nicht intelligent. Nach den meisten Definitionen sind Viren noch nicht mal Lebewesen, da sie sich nicht ohne Wirt fortpflanzen können. Trotzdem sind Viren natürlich hoch komplex und wir sind weit entfernt davon auch nur annähernd so effektiv DNA oder RNA in eukaryotische Zellen schleusen zu können wie sie es tun.
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    4. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      ... widersprechen Sie sich da nicht gleich selbst? ....
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