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Schweiz Neue Zollbestimmungen: Weniger Würste, mehr Eier

Parmaschinken aus dem Ferienland Italien oder Bordeaux aus Frankreich? Wenn Sie Waren in die Schweiz einführen wollen, müssen Sie die ab dem 1. Juli geltenden Neuregelungen beachten.

Legende: Video «Neue Zollbestimmungen ab dem 1. Juli» abspielen. Laufzeit 2:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.06.2014.

Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) ist über die Bücher gegangen. Ab dem 1. Juli 2014 gelten neue Bestimmungen. Diese sollen die Einfuhr von Waren einfacher und transparenter gestalten, wie die EZV im April mitteilte. Dadurch würde der Grenzübertritt für Reisende beschleunigt. Und: Neu können Personen ihre Waren elektronisch beim Zoll anmelden, bevor sie an den Grenzübergang kommen. Weitere wichtige Neuerungen:

Allgemein

  • Ab dem 1. Juli unterscheidet der Bund bei der Verzollung strikt zwischen Mehrwertsteuer und Zoll.
Ein Schweizer Zollbeamter entnimmt einem Kofferraum eine Packung rohes Fleisch.
Legende: Schweizer Zoll: Beim Fleisch gilt neu eine einheitliche Zoll-Freimenge von insgesamt einem Kilogramm. Keystone , Link öffnet in einem neuen Fenster

Mehrwertsteuer

  • Reisende, die Waren zum privaten Gebrauch oder zum Verschenken einführen, sind bis zu einem Wert von 300 Franken von der Mehrwertsteuer befreit. Massgebend ist dabei der Wert aller mitgeführten Waren. Neu sind auch alkoholische Getränke und Tabakfabrikate der Wertfreigrenze anzurechnen. Wird der Betrag von 300 Franken pro Person überschritten, ist die Mehrwertsteuer auf den gesamten Wert der Waren fällig.

Zoll

  • Für jede Gruppe von Waren besteht eine sogenannte Freimenge (Liter oder Kilogramm). Wird sie überschritten, müssen die Produkte verzollt werden.
  • Einige Waren können ab dem 1. Juli mengenmässig unbeschränkt und zollfrei eingeführt werden: So Milch und Milchprodukte, Eier, Schnittblumen, Gemüse, Früchte, Kartoffelerzeugnisse und Getreideprodukte.

Fleisch

  • Beim Fleisch spielt es fortan keine Rolle mehr, ob es sich um frisches oder verarbeitetes Fleisch handelt. Ebenso wenig, ob gewürzt oder ungewürzt. Auch die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Fleischarten entfällt. Neu gilt eine einheitliche Zoll-Freimenge von insgesamt einem Kilogramm. Bisher: 0,5 Kilogramm Frischfleisch und 3,5 Kilogramm bearbeitetes Fleisch. Ab dem 1.7.2014 können somit weniger Fleischzubereitungen wie zum Beispiel Würste oder Geflügel in die Schweiz eingeführt werden. Für Wildfleisch gilt nach wie vor keine Obergrenze.

Alkohol

  • Beim Alkohol bis 18 Prozent Volumen sind fünf Liter zollfrei. Bei über 18 Prozent Volumen ist ein Liter zollfrei. Bisher waren zwei Liter bei bis 15 Prozent Volumen gebührenfrei. Ein Liter bei über 15 Prozent Volumen.
  • Neu ist ab dem sechsten Liter ein Zoll von zwei Franken pro Liter zu zahlen. Bisher: Ab dem dritten bis zum 20. Liter 60 Rappen; ab dem 21. Liter drei Franken.
  • Alkohol und Tabakwaren zählen neu ebenfalls zur Wertfreigrenze. Das kann dazu führen, dass diese Grenze, zusammen mit den übrigen Einkäufen, schneller erreicht wird und somit alle Waren steuerpflichtig werden.

Tabak

  • Bei den Tabakfabrikaten können künftig 250 Zigaretten oder 250 Zigarren oder 250 Gramm Tabak zollfrei eingeführt werden. Bisher waren es 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Tabak.

Seite EZV

Lesen Sie hier die neuen Zollbestimmungen im Detail.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Chris Teufi, Klosters
    Wären die Waren hier vergleichsweise günstig, hätten wir das Problem erst gar nicht. Wir werden abgezockt! Deshalb ja da fahre ich lieber 2-3 Mal am Tag über die Grenze bevor ich das hier weiter unterstütze. Auch Restaurant Besuche mache ich lieber bei einem Kurztrip anstatt die horrenden Preise oft begleitet mit einem grusigem Service.
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  • Kommentar von K.Kaiser, Rebstein
    Wir wohnen ja an der Grenze, grundsätzlich kaufen wir das Wesentliche in der CH ein , ein Typ an die Bauern im Rheintal , macht endlich einmal im Sektor Fleisch bessere Preise ab Hof auch Eier, Milch und Rahm , denn ca. für 20 Millionen werden dafür in A eingekauft . Alles kostet bei uns oft das 2 und 3 fache .
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    1. Antwort von Brigitte Müller, Rheinfelden
      Ich kaufe alles auf unserem Bauernmarkt ein, da weiss ich wenigstens, wo das Fleisch und alles andere herkommt. Schliesslich verdiene ich mein Geld auch in der Schweiz wo die Löhne viel höher sind als im benachbarten Ausland.
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  • Kommentar von Sven Hipp, Zürich
    Die Grenzwächter haben ein spezielles Auge. Es kommt nur darauf an was für ein Auto Sie fahren und wie sie aussehen. Zb. mit einem Subaru (Puureporsche) können sie einfach durchfahren und werden freundlich behandelt. Kleiner Tipp.
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