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Neuer SVP-Wahlkampf-Chef Adrian Amstutz will «aufdecken, anpacken, ausmisten»

Legende: Video Die SVP schwört sich auf das Wahljahr 2019 ein abspielen. Laufzeit 0:49 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 24.03.2018.

Wahlkampfauftakt heisst bei der SVP verbal in den Kampfmodus schalten. Der scheidende Strategiechef Christoph Blocher redet nicht mehr geringschätzig von «Classe Politique», wenn er Bundesrat, Parlament und Bundesrichter meint, sondern von «Gaunersyndikat».

«Man hat die Macht, die einem andern gehört, an sich gerissen. Die Macht des Stimmbürgers, des Volkes an sich gerissen. Wir müssen das ungeschminkt sagen, dass sie uns hören», so Blocher.

Und damit dies das Volk in den Wahlen auch wirklich hört, dafür soll Adrian Amstutz als Wahlkampfleiter 2019 sorgen. Amstutz ist bekannt für klare, harte, unmissverständliche Worte. Manchmal brauche es die Motorsäge, um für Ordnung im Bundeshaushalt zu sorgen. Da reiche die Nagelfeile nicht.

Mit dieser Aussage hat Amstutz bereits zu Beginn seiner Nationalratskarriere für Aufmerksamkeit gesorgt. Diesen markigen Sprüchen ist er treu geblieben. Verfassungsbrecher-Parteien nennt er die politischen Gegner, weil sie die Masseneinwanderungsinitiative nicht umgesetzt hätten.

Amstutz: «Unhöflich ehrlich»

«Wir haben vergessen gegen das von den Verfassungsbrechern Gewünschte anzukämpfen, indem wir diesen Verfassungsbruch wiederholen, bis man fast – entschuldigen Sie den Ausdruck – kotzen muss», so Amstutz.

«Unhöflich ehrlich» nennt Amstutz dies. So müsse Wahlkampf geführt werden. Amstutz schont aber auch die eigenen Leute nicht und das tönt dann so: «Wir verlieren Abstimmungen, weil wir zum Teil zu faul sind, das Couvert zu öffnen und den Stimmzettel auszufüllen. Nehmen Sie endlich ihre Verantwortung wahr.»

Erneute Steigerung sei schwierig

2015 hat die SVP mit 29,4 Prozent Wähleranteil einen historischen Wahlsieg eingefahren. Nun soll Adrian Amstutz die Partei zum nächsten Wahlerfolg führen. Keine einfache Aufgabe, gibt der SVP-Nationalrat zu: «Die Wählerschaft auf einem derart hohen Stand wieder zu motivieren und an die Urne zu bringen, ist kein Spaziergang. Wir wissen das, aber wir werden es tun.»

Amstutz, der auf die nächsten Wahlen hin aus dem Nationalrat zurücktritt, will also nochmals Vollgas geben für die Partei. Andere Parteien wie SP und CVP kennen keinen Wahlkampf-Chef. Dies sei unnötig und reines Marketing, indem die SVP einfach einen prominenten Kopf in den Mittelpunkt des Wahlkampfes stelle.

Natürlich ist die Partei verantwortlich für den Wahlkampf und nicht einer allein.
Autor: Christoph Blocheralt Bundesrat

Christoph Blocher widerspricht, der Kopf sei nicht wichtig, die Funktion aber schon. «Wir haben das letzte Mal gesagt, Herr Rösti soll es machen, jetzt macht es Herr Amstutz. Wir müssen einen haben, der es macht. Natürlich ist die Partei verantwortlich für den Wahlkampf und nicht einer allein.»

Auch Amstutz sieht seinen Auftrag so. Er sammle Ideen, unterstütze die Sektionen und treibe die Kantonal-Parteien an, bestimme aber nicht, was sie genau machen sollen, sagt der Wahlkampf-Chef. Aber mit einem Kuschelkurs ist dennoch nicht zu rechnen.

Ich politisiere wenn schon mit der Motorsäge.
Autor: Adrian AmstutzWahlkampf-Chef der SVP

«Ich politisiere wenn schon mit der Motorsage», so Amstutz. Und als hätte es noch eines Beweises gebraucht, lässt sich SVP-Wahlkampf-Chef Amstutz zum Abschluss der Delegiertenversammlung auf der Bühne mit einer Motorsäge fotografieren.

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176 Kommentare

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  • Kommentar von kurt trionfini (kt)
    Frau Artho: Tut mir leid, bin ebenfalls drauf reingefallen: Aus der Diskussion über die aktuelle (!) Selbstdarstellung am Parteitag machen Sie eine Diskussion über ehemalige (!) Tätlichkeiten gegen Exponenten der SVP. Das erinnert mich an Kommentare, wo jede "Keller- Entrümpelung" mit dem Verweis auf die ebenfalls nötige "Estrich- Entrümpelung" schlecht geredet wird. Mit diesem Schema wird laufend von den eigentlichen Themen abgelenkt. Auch von "Links-Grün"- Leider!
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  • Kommentar von kurt trionfini (kt)
    Frau Artho: Worin besteht der Unterschied einer Partei mit gut 30% Wähleranteil und irgendwelchen Anonymen Autonomen? Warum beurteile ich den "offiziellen" Gewaltakt eines Staates kritischer als die hinterhältige Bombe einer terroristischen Splittergruppe? Weil ich an eine Partei mit gut 30% Wähleranteil grundsätzlich höhere Ansprüche stelle als an durchgeknallte Spontis. Weil ich an eine souveräne(!) Regierung grundsätzlich höhere Ansprüche stelle als an Terroristen.
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    1. Antwort von Peter Wolf (PeterWolf)
      ui ui ui. Das sind happige Anwürfe. Dann zeigen Sie doch auf wo sich diese Partei auch nur annähernd so verhalten haben soll wie Linksextreme Chaoten oder eine terroristischen Splittergruppe. Danke.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Nun ja ich lasse es gut sein. Scheinbar wird Handgreiflichkeit, Gewalt eher toleriert, wie ich bei den Ablehnungen unten sehe,Versöhnung im allgemeinen hat also keine Chance, vielleicht von beiden Seiten her.Man weiss ja auch, dass Kriege nur entstehen durch Machtkämpfe, jedoch nicht durch Versöhnungen. Wünsche allen einen versöhnlichen Abend und hoffe, dass ich mit dem Spiegelbild, respektive Gegendarstellungen nicht all zu viele aufschreckte. Danke für die emotionale Diskussion. M. Artho
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    1. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      Das wünsche ich Ihnen auch Frau Artho, trotz aller Unstimmigkeiten in diesem Blog! Und - ein freundliches ☺️ in den Feierabend!
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    2. Antwort von Peter Wolf (PeterWolf)
      Na da haben wir doch das Smilie. Aber es gibt doch noch so undendlich vieles anderes was es klar macht lieber Herr Stemmer. Ich wünsche Frau Artho doch auch einen schönen geruhsamen Abend.
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