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Neuer Tarmed-Tarif «Seniorenzuschlag» auf Arztrechnungen

  • Seit dem 1. Januar 2018 gilt für Arzt-und Spitalrechnungen der neue Tarmed, welcher vom Bundesrat eingesetzt wurde.
  • Die Änderungen im Tarifsystem sind teilweise einschneidend. So wurden die Konsultationszeiten für Patienten um rund die Hälfte auf 20 Minuten verkürzt.
  • Eine Ausnahme gibt es für Kinder unter sechs Jahren und Personen über 75 Jahren: Bei ihnen darf der Arzt bei Bedarf zwei Mal fünf Minuten mehr Zeit aufwenden.
  • Diese Zeiteinheiten müssen auf der Abrechnung vermerkt und in der Krankengeschichte begründet sein.
Kind beim Hausarzt
Legende: Weil Kinder und über 75-Jährige langsamer sind, darf ein Arzt mehr Zeit aufwenden - und auch verrechnen. Keystone

Kleine Kinder müssen beim Doktor erst Vertrauen gewinnen

Urs Stoffel von der Ärztevereinigung FMH weiss, weshalb diese zusätzlichen Minuten für Kinder und ältere Personen äusserst wichtig sein können: «Kleine Kinder haben mehr Angst, es braucht mehr Zeit, ihr Vertrauen zu gewinnen, die Mutter muss einbezogen werden und es dauert länger, bis ein Kleinkind für eine Untersuchung bereit ist.»

Und auch ältere Patienten mit mehreren Gebrechen würden mehr Zeit in Anspruch nehmen. Nur schon das Aus- und wieder Anziehen bei einem älteren Menschen kann länger dauern. Deshalb sei dieser Zeitzuschlag nicht als Strafzuschlag für Senioren oder Kleinkinder zu verstehen, so Urs Stoffel.

Der Tarmed gilt zurzeit als Übergangslösung. Die grossen Ärzte- und Spitalverbände verhandeln mit den Versicherern und Tarifpartnern über die Revision. Ein Vorschlag sollte laut FMH bis Ende Jahr dem Bundesrat präsentiert werden.

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Wenn das System Krank ist! Wir werden dieses Problem nie in den Griff bekommen solange man das Gesundheit System als grosse Geldmaschine sieht, mit der man sich eine goldene Nase verdienen kann. Früher wahr das Gesundheitssystem für die Kranken da. Nun muss man Krank sein um die Geldmaschine "Gesundheitssystem" am laufen lassen. Im EDI ist das einzige Departement wo ich mir einen Rücksichtslosen BR wünschte der den Lobbyisten und den Gesundheit System Schmarotzer in die Schranken weisen würde.
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  • Kommentar von René Isenschmid (René Isenschmid)
    Bitte was? Ich bin auch dafür, die Kosten im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen. Dazu braucht es Entgegenkommen von allen Seiten und sicherlich viele neue Regelungen und Gesetze. Aber "Seniorenzuschlag" ist hier der falsche Begriff und ist reine Stimmungsmache gegen Ärzte und Spitäler. Stattdessen wurden die Konsultationszeiten per se limitiert. Es gibt aber Krankheitsbilder, bei denen man viel mehr Zeit aufwenden muss. Dort reichen 20 Min. nun mal nicht aus.
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  • Kommentar von Peter Wiesner (Peter P. Wiesner)
    Müssen unsere Ärzte am Hungertuch nagen? Ich habe den schweren Verdacht, dass Ärzte massenhaft unser Land verlassen werden. Anders kann ich es mit dem TARMED Zuschlag nicht mehr deuten.
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