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Jetzt kommt die Zertifikatspflicht auch für die Unis
Aus News Plus vom 13.09.2021.
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Neues Regime an Hochschulen Mit Zertifikat an die Uni: Für viele Studierende gilt künftig 3G

Mehrere Hochschulen haben für das Herbstsemester eine Zertifikatspflicht beschlossen. Die Umsetzung wirft Fragen auf.

Seit heute gilt in der Schweiz die Zertifikatspflicht für Restaurants, Fitnesscenter und viele andere Bereiche des öffentlichen Lebens. Für viele Studierende wird das Covid-Zertifikat aber auch zum Uni-Alltag gehören.

Die Kantone oder die Hochschulen können seit heute auch eine Zertifikatspflicht für den Studienbetrieb auf Bachelor- und Masterstufe vorschreiben. Swissuniversities, die Dachorganisation der Schweizer Hochschulen, empfiehlt diesen Schritt.

Hochschulen machen vorwärts

«Nach unserer Einschätzung kann der Präsenzunterricht wohl nur mit einer Zertifikatspflicht aufrechterhalten werden», sagt Astrid Epiney, Vizepräsidentin von Swissuniversities, gegenüber SRF News. «Und dieser Präsenzunterricht ist entscheidend für eine qualitativ hochstehende Ausbildung an den Hochschulen.»

Erneut auf monatelangen Fernunterricht umzuschwenken, sei keine Option. Deshalb sei aus Sicht der Hochschulen eine Zertifikatspflicht gerechtfertigt, so Epiney. Mehrere Hochschulen haben für den Start des Herbstsemesters in einer Woche bereits eine Zertifikatspflicht beschlossen, darunter die ETH, die Universitäten Zürich, St. Gallen und Neuenburg sowie die Hochschule und die Universität Luzern.

Legende: Weitere Bildungseinrichtungen kündigten Informationen zu ihrem künftigen Regime für den Verlauf der Woche an. Im Bild: Das Hauptgebäude der Uni Bern. Keystone

Laut Elischa Link, Co-Präsident des Verbands der Schweizer Studierendenschaften, beschäftigt die Zertifikatspflicht die Studierenden derzeit sehr stark. «Das Stimmungsbild unter unseren Sektionen und den Studierenden im Allgemeinen ist kontrovers. Grundsätzlich ist man sich aber einig, dass Bildung ein wichtiges Gut ist und die Hürde für Zugangsbeschränkungen hoch sein muss.»

Zudem seien die Studierenden in der Diskussion um die Zertifikatspflicht zu wenig angehört worden. «Für viele ist dies ziemlich ernüchternd», beklagt Link. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften plädiert nun dafür, dass es einheitliche Regelungen statt eines kantonalen Flickenteppichs geben soll.

Protestaktion vor der Universität Bern

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Legende: Die Studentinnen und Studenten protestierten vor dem Hauptgebäude der Universität Bern gegen die Zertifikatspflicht. Keystone

Rund 30 Personen haben sich am Montagmorgen zu einer spontanen Kundgebung vor der Universität Bern versammelt. Dabei waren Studierende der Universität Bern sowie Unterstützer verschiedener Organisationen. Sie protestierten gegen die Covid-Zertifikatspflicht. Die Hochschulen können zusammen mit den betroffenen Kantonen jeweils selber entscheiden, ob sie eine Zertifikatspflicht einführen wollen. Die Universität Bern hatte letzte Woche mitgeteilt, dass sie derzeit eine Pflicht für alle Veranstaltungen prüfe.

Der Verband stellt sich laut Link nicht kategorisch gegen eine Zertifikatspflicht. «Für uns ist die Impfung auch wichtig und der einzige Ausweg aus der Pandemie.» Es dürfe aber niemand von der Bildung ausgeschlossen werden.

Stichproben statt Eingangskontrollen?

Link fordert deshalb, dass die ab 1. Oktober kostenpflichtigen Corona-Tests von den Universitäten bezahlt werden. Epiney, die auch Rektorin an der Uni Freiburg ist, sagt bezogen auf die eigene Institution, dass Studenten mit finanziellen Problemen aufgrund der Coronakrise schon länger unterstützt würden. Dafür gebe es aber verbindliche Kriterien wie eine Einkommensschwelle.

Legende: Für Studierende, die sich (noch) nicht impfen lassen wollen, wären kostenpflichtige Tests eine grosse finanzielle Belastung. Keystone

Laut Epiney arbeiten die Universitäten unter Hochdruck an der konkreten Umsetzung der Zertifikatspflicht. Eingangskontrollen wie etwa an Konzerten seien wohl schwierig durchzuführen. «Gezielte Stichproben können aber eine gute Kontrolle ermöglichen. Dies kombiniert mit Bussen, falls sich jemand nicht an die Zertifikatspflicht hält.»

Alternativen für Ungeimpfte

Der Verband der Schweizer Studierendenschaften fordert weiterhin: Wenn Zertifikatspflicht, dann braucht es Alternativen für Ungeimpfte. Klar ist auch für Epiney: Wer nicht an die Universität kommen will, soll dem Unterricht trotzdem folgen können. «Wie das umgesetzt wird, liegt im Ermessen der einzelnen Hochschulen.»

Gewisse Veranstaltungen wie etwa die Arbeit in Labors könnten zwar nur mit physischer Präsenz durchgeführt werden. «Das sind aber Ausnahmen.» Bei Prüfungen sei denkbar, dass man diese mit Schutzkonzepten statt Zertifikatspflicht durchführe.

Quelle: Bundesrat, 08.09.2021 Wo braucht es neu ein Covid-Zertifika t ? Gastronomie drinnen Kultur, Sport und Freizeit drinnen Veranstaltungen drinnen *Ausnahmen: Proben und Trainings in fixen Gruppen (max. 30 Personen), religiöse Veranstaltungen, Veranstaltungen der politischen Meinungsbildung und Selbsthilfegruppen (max. 50 Personen). Discos und Tanzlokale Freizeitbetriebe Casinos Musik- und Theaterproben Private Anlässe auswärts (z.B. Hochzeitsfeste) Trainings Restaurants und Bars Museen und Bibliotheken Fitnesscenter und Sportbetriebe Hallenbäder und Aquaparks Theater- und Kinovorstellungen Konzerte Veranstaltungen mit mehr als 1‘000 Personen Sportanlässe Zoos Grossveranstaltungen draussen Arbeitsplatz Hochschulen Arbeitgeber dürfen das Zertifikat unter Umständen und nach Konsultation der Arbeitnehmenden in ihr Schutzkonzept integrieren. Über eine Zertifikatspflicht entscheiden die Kantone und Hochschulen.

SRF 4 News, 13.09.2021, 17:14 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Universitäten sind genauso Massenveranstaltungen wie Schulen und ein perfektes Habitat für weitere Mutationen des Virus, vor allem auch weil da die Maskenpflicht zur Zeit aufgehoben ist.
    Ich frage mich langsam, ob es nicht besser wäre eine Impfpflicht für die ganze impffähige Bevölkerung zu bestimmen - es herrscht eine weltweite Pandemie, der nationale Notstand wurde ausgerufen. Jetzt hat man mehrere wirksame Impfstoffe zur Verfügung und die Zeit und Kapazität zum impfen.
  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    3g müsste an sämtlichen schulen gelten. das bringt sonst nichts.
    1. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Da Kinder nicht geimpft werden können, ist das schwierig umzusetzen.
      Aber sonst wäre die Idee gar nicht schlecht. Man müsste einfach die Schulpflicht temporär aufheben. Eltern von chronisch kranken Kindern, die bis anhin gebüsst wurden, wenn sie ihre Kinder zuhause behalten haben, würden das sicher begrüssen.
  • Kommentar von Heinz Michel  (Joshuatree)
    Das hat nichts mit Grundrechtsverletzung zu tun, ich denke nicht das 90% der Studis geimpft sind und wenn ich so höre was an Studenten Partys abgeht denke ich dass die Zertifikatspflicht doch angebracht wäre!