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Schweiz Neues Salz braucht das Land

Die Salzversorgung der Schweiz ist nur noch für zehn Jahre gesichert. Die Schweizer Salinen AG begibt sich deshalb auf die Suche nach versteckten Salzlagern.

Ein Mann mit Schaufel vor einem Salzberg.
Legende: Das «weisse Gold»: Salzvorrat in der Saline Bex. Keystone

Seit einigen Tagen vibriert kaum wahrnehmbar die Erde zwischen den Baselbieter Gemeinden Arisdorf und Liestal. Ein Lastwagen fährt durch die Gegend und schickt Schallwellen in den Boden. «Das Fahrzeug bewegt sich im Schritttempo einer definierten Strassenlinie entlang. Alle 15 Meter bleibt es stehen und macht während 15 Sekunden diese Vibration», erklärt Wolfgang Neubert, technischer Leiter der Salinen. In einem Tag lege der Lastwagen eine Strecke von etwa einem Kilometer zurück.

Die Geologen, die den Lastwagen bedienen, erhalten mit diesen Schallmessungen ein dreidimensionales Bild des Bodens und wissen nachher, wie viel Salz sich im Boden befindet und welche Qualität es hat.

Schweizweit drei Standorte

Dass es in dieser Gegend im Baselbiet Salzvorkommen gibt, ist schon seit den Neunzigerjahren bekannt. Damals fanden bereits Probebohrungen statt. Die Chance, dass hier in Zukunft tatsächlich Salz abgebaut werden kann, sei sehr gross: «Ich würde sie bei nahezu 100 Prozent einschätzen. Wenn nicht in den nächsten 20 Jahren, dann in 50 Jahren», ist Neubert zuversichtlich.

Bis jetzt wird in der Schweiz nur an drei verschiedenen Standorten Salz abgebaut: In Pratteln und Möhlin in der Region Basel, und in Bex im Kanton Waadt. Das reiche nicht, um die Schweiz langfristig mit Salz zu versorgen, sagt Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Salinen: «Wir haben aktuell etwa 50 Bohrlöcher, wo wir an drei Standorten Salz abbauen, um die Schweiz zu versorgen. Die reichen aktuell bis 2025.» Damit man die Schweiz auch nach 2025 mit Salz versorgen könne, müsse man jetzt neue Abbauorte suchen.

Das Salzmonopol bleibt

Es stellt sich jedoch die Frage, ob es überhaupt nötig ist, neue Salzabbbaugebiete zu erschliessen. Vor allem Auftau- und Streusalz liesse sich auch aus dem Ausland importieren – und es wäre erst noch günstiger als hiesiges Salz. Zwar würde man im Sommer Auftausalz im Ausland finden, sagt Urs Hofmeier, doch im Winter könne sich dies sehr schnell ändern: «Während eines strengen Winters können die Preise um den Faktor 5 bis 10 nach oben schnellen.» Das Schweizer Salz würde man auch dann immer noch zum vereinbarten Preis liefern.

Die Schweizer Salinen wollen daher auch in Zukunft keine Importe zulassen. Sie halten am staatlichen Salzmonopol fest und investieren in den kommenden Jahren um die 100 Millionen Franken, um Salz zu suchen und zu finden. Und so dürfte schon bald auch noch an anderen Orten in der Schweiz die Erde vibrieren.

4 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Versorgungsprobleme? Wir brauchen eine Meerwasserpipeline vom Mittelmeer zu uns. :-)
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
    Auf Kosten der Allgemeinheit will man eben seine Pfründe sichern und wahren ... Was spräche dagegen, wie's Heizöl im Sommer genügend Salz für die Strassen im Winter zu kaufen?
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Wieso Salz auf Vorrat kaufen, was man dann noch lagern muss, wenn die Salinen den Bedarf im ganzen Jahr zu vereinbarten Preisen decken können? Das der Staat hier den Finger drauf hält ist eigentlich löblich und würde ich mir bei anderen Ressourcen auch wünschen.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Monopole und Ähnliches sollte man ab und an hinterfragen. In Deutschland gibt es ja nach wie vor die Sektsteuer, die Willhelm II der übergeschnappte zur Finanzierung seiner Kriegsmarine eingeführt hatte. Solange die in Deutschland nicht ersatzlos gestrichen wird, ist dort etwas oberfaul. Ein staatliches Salzmonopol in der Schweiz tönt heute auch schon etwas nach Mittelalter, oder?
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