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Schweiz Nicht «hochsexualisiert»: Love-Life-Kampagne bleibt

Das Bundesverwaltungsgericht stoppt die HIV-Präventionskampagne «Love Life» vorerst nicht. Es erscheine fraglich, dass die Kampagne eine Gefährdung für Kinder und Jugendliche darstelle. Der Entscheid ist eine Zwischenverfügung, das definitive Urteil folgt.

Die Love-Life-Kampagne wird vorerst nicht eingestellt – die Beschwerde von 35 Kindern und Jugendlichen abgewiesen. «Auch aus Gründen der Verhältnismässigkeit», wie das Bundesverwaltungsgericht in seiner Erklärung schreibt.

Zunächst hat das Bundesverwaltungsgericht entscheiden müssen, ob die Kampagne als vorsorgliche Massnahme bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens zu stoppen ist. 35 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren, beziehungsweise ihre gesetzlichen Vertreter, hatten vom Bundesamt für Gesundheit gefordert, dass die Kampagne eingestellt wird. Die Behörde ist nicht auf das Begehren eingetreten, weshalb die Beschwerdeführer an das Bundesverwaltungsgericht gelangt sind.

«Überwachung in der Kompetenz der Eltern»

Die Gruppe wird von der christlich orientierten Stiftung Zukunft Schweiz unterstützt. Sie begründet ihre Forderung damit, dass die im Rahmen der Kampagne verbreiteten bildlichen und filmischen Darstellungen sexueller Handlungen «in hohem Mass geeignet» seien, «die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu gefährden und zu beeinträchtigen».

Doch: Der von den Beschwerdeführern hauptsächlich beanstandete TV-Spot sei nur an einem Abend, in der Vorphase der eigentlichen Kampagne, am 13. Mai 2014, auf verschiedenen Sendern in der Schweiz ausgestrahlt geworden, schreibt das Bundesverwaltungsgericht.

Beim TV-Spot handle es sich um eine Kurzversion (20 Sekunden) des auf dem Internet verfügbaren Spots, so das Gericht weiter. Die längere Version sei nur auf dem Internet zugänglich. Das von den Beschwerdeführenden behauptete Gefährdungspotential sei daher minimiert, zumal es in der Kompetenz der Eltern liege, ihre Kinder bei der Nutzung des Internets zu überwachen.

Wohlwollender Bundesrat

Die Beschwerde war Ende September eingegangen. Die Kinder und Jugendlichen forderten die Beendigung der Love-Life-Kampagne, weil durch die «hochsexualisierten» Inhalte schutzwürdige Interessen von ihnen verletzt werden.

Der Bundesrat unterstützt die Präventionskampagne von Beginn weg und bezeichnet sie als einen Erfolg. Sie habe nichts mit Pornografie zu tun, schrieb er in seinen Antworten auf mehrere Vorstösse aus den Reihen von EVP und CVP.

Gestartet hatte das BAG die Kampagne im Mai mit einem Aufruf, am Casting für die Plakatsujets teilzunehmen. 250 Personen meldeten sich. Fünf Paare wurden schliesslich ausgewählt und von der Starfotografin Diana Scheunemann in eindeutigen Posen fotografiert.

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102 Kommentare

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  • Kommentar von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
    Die Einstellung jener, die dauernd die Natürlichkeit der Sexualität u. des Triebes zwischen Himmel u. Hölle bis zum zerreissen idealisieren u. die Sexualität unaufhörlich mit Moralin, durchsetzt mit falscher Scham und Schuldgefühlen einpudern, sollen doch mal nachschauen und sich fragen, ob das, was sie in die Plakate hinein projizieren, nicht auf ihrem Mist einer schlüpfrigen Voreingenommenheit gewachsen ist. Eine Lustseuche hat ihren Nährboden in einer üblen heimtückischen Moralseuche.
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  • Kommentar von Michael West, Zürich
    Abgesehen davon, dass die Sujets keine primären sexuellen Handlungen zeigen, ist es faktisch völlig richtig, dass HIV in erster Linie bei ebensolchen übertragen wird. Das soll hier angedeutet werden. Warum ausgerechnet diese Kampagne im Jahr 2014 immer noch für derartiges Aufsehen sorgt, ist völlig unverständlich, wird vor allem für Mode und Luxusartikel seit langem ähnlich geworben. Achja: Einige sollte auch noch den Unterschied zwischen HIV und AIDS lernen anstatt zu stigmatisieren ...
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  • Kommentar von Dominik Lusser, Winterthur
    Sexualität ist die intimste Weise seine Liebe zu einem Menschen des anderen Geschlechts auszudrücken. Liebe aber verlangt, wenn sie echt gemeint ist, nach Treue und - zumal dem Ideal nach - nach ewiger Dauer. Wenn nun aber Eltern ihren Kinder eben diese menschenwürdige Sichtweise von Sexualität vermitteln und sie gleichzeitig vor der promiskuitiven Sexualmoral des BAG schützen, so nehmen sie damit ihre elterliche Pflicht in vorbildlicher Weise wahr. Sie schützen damit die Zukunft ihrer Kinder.
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    1. Antwort von Nathalie Zimmermann, Effretikon
      Mit deiner Definition hast du alle homosexuellen aus der Sexualität ausgeschlossen.
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    2. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      Dominik Lusser: Nur aus laute Liebe, geht der Bock zur Ziege, Sexualität ist ein angeborener Trieb, sie verhindert, dass wir aussterben. Mit Liebe oder gar Menschenwürdigkeit hat Sexualität nichts zu tun, auch wenn es solche gibt, die das glauben. Es gibt ja auch solche, die an Fathlan und Mike Shiva glauben, uns solche, die glauben, ein Leben voller Keuschheit würde sie Gott näher bringen. Wir sind, was wir sind, nicht, was wir glauben zu sein. und die, die es sind, leben gut von den Glaubenden
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    3. Antwort von jean-pierre simon, Nietzscheaner, Bern
      Lieber E.Jakob Ihrer Replik, 'der jeden Alpenblick in den Nebel hüllt' an D. Lusser, verdient als einen 'Hammerbeitrag' gewürdigt zu werden. Es ist mir eine Ehre E.Jakob, Ihnen, den 'Goldenen Hammer', der als Symbol an die Philosophie Friedrich Nietzsche erinnern soll, (man nennt sie heute auch Philosophie mit dem Hammer) zu überreichen, es jauchzt die Standfestigkeit der Buchen und Eichen! Ich gratuliere! jps
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