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Schweiz «Niemals geben wir die Überreste des Heiligen Nikolaus zurück»

Nach der «Kieselstein-Affäre» des Walliser Polizeikommandanten Christian Varone könnte ein weiterer Kulturgüterstreit die Beziehung der Schweiz zur Türkei belasten. Dieses Mal geht es um eine Reliquie des Bischofs Nikolaus von Myra, die in der Kathedrale von Freiburg liegt.

Legende: Video Reliquien sollen zurück in Türkei abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.01.2013.

Der Archäologe Nevzat Celik – in Myra zuständig für die Ausgrabungen – hat offenbar im Namen der türkischen Regierung eine Anfrage an den Vatikan auf Rückgabe der Überreste des Heiligen Nikolaus gestellt.

Nikolaus-Reliquien befinden sich in der italienischen Hafenstadt Bari, auf dem Lido von Venedig, in Saint-Nicolas-de-Port in Lothringen und in der Kathedrale von Freiburg. Dort sind die Gebeine seit dem 16. Jahrhundert in einem Schrein in Form eines Arms aufbewahrt.

«Kein Vertrauen» in die Türkei

Für Claude Ducarroz, Domherr der Freiburger Nikolaus-Kathedrale, kommt eine Rückgabe der Reliquie an die Türkei überhaupt nicht in Frage. «Niemals geben wir die Überreste des Heiligen Nikolaus zurück», sagte er der Tageszeitung «La Liberté».

Ducarroz zeigte sich erstaunt über das Ansinnen eines Staates, der von Islamisten dominiert sei und in den er «kein Vertrauen» habe. Ein «schönes Nikolaus-Museum» in der Türkei könne man auch ohne Reliquien gestalten.

Der Domherr räumte ein, dass die Gebeine des Heiligen im 11. Jahrhundert von Seeleuten aus Bari aus der Türkei mitgenommen worden seien. Allerdings sei dies lediglich zu deren Schutz vor den herannahenden Ottomanen erfolgt.

Im übrigen weist Ducarroz darauf hin, dass man in Freiburg durchaus bereit sei, andere an den Gebeine teilhaben zu lassen. Der Beweis: Vor einigen Jahren sei ein Fragment der Kathedrale von Minsk in Weissrussland angeboten worden.

Die Gebeine des Heiligen Nikolaus dürften wohl noch eine Weile in der Kathedrale von Freiburg liegen bleiben: Gemäss «Hurriyetdailynews» hat der türkische Kulturminister Ertugrul Günay versichert, es sei keine offizielle Anfrage gestellt worden. Benno Widmer, im Bundesamt für Kultur zuständig für Internationalen Kulturgüteraustausch, sagte gegenüber der Zeitung «Le Temps», er wisse nichts von einer türkischen Eingabe.

Einer der populärsten Heiligen

Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof in der Stadt Myra an der türkischen Südküste. Um sein Leben ranken sich viele Legenden. Nikolaus gilt als Schutzpatron vieler verschiedener Berufsleute.

Sein Gedenktag am 6. Dezember wird in vielen Ländern als kirchlicher Feiertag begangen.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Erde aber ist des Herrn+was in ihr ist+das GANZE Erdreich+was auf ihm wohnet+ER alleine lenket unsere Herzen,wie die WasserbächeJA,UNSER GEDÄCHTNIS SOLL ES BEWAHREN+sein Name ist wunderbarer Rat, Kraft, Held, ewig Vater+Friedefürst+s Name ist BARMHERZIGKEIT,denn er m.unsere Berufung NICHTvon Rang+Namen abhängig,o.Ehre+Ruhm,o.vom Ansehen der Person o.des Geschlechtes,ja nicht1Xvon Länge+Last der Arbeit der Berufenen,aber er krönet die Auserwählten der letzten Stunde zu den Höchstbegnadete...
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    1. Antwort von Rudolf R. Blaser, Aeschi
      NO, Votum beruht nicht auf Narzissmus+ist nur ZUSAMMENFASSUNG von Gleichnis von Weinbergsarb, wie im Ev. des Matthäus, Kap. 20, V. 1 - 16 beschrieben.JEDER MENSCH HAT ABER FREIE WAHL,nichts zu glauben! Gleich. jed. ist EINZIGER TROST, dass zuallerletzt weder Amt+Würde,o.Rang+Namen zählen werden, sondern einzig der Herr des Weinberges wird Macht haben, zu tun was er will. Schöpfung somit kann NIEMALS höher sein als ihr Schöpfer+ - Gnade vorausgesetzt -sind wir alle Auserwählte der letzten ...
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Ich würde folgende Lösung vorschlagen: Schweiz gibt der Türkei den Stein und Teile des Samichlauses zurück, weil gestohlen. Türkei gibt Saudi Arabien die Barthaare und den Zahn des Propheten zurück, weil gestohlen. Dadurch würde der König von Saudi Arabien KALIF und könnte als Gegenleistung für die 70 Franken/Jahr Nussöl für das Ewige Licht in Näfels aufkommen. Erdöl statt Nussöl aus dem Kalifat ginge aber wahrscheinlich auch.
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  • Kommentar von Marco Tutti, Zürich
    In der Türkei dominieren keine Islamisten. Die Türkei ist ein laizistisches Land wie Frankreich und das Zivilgesetzbuch haben sie von den Schweizern. Die jetzige Regierung hat mehr Kirchen wiedereröffnet und saniert als andere Regierungen vor ihr. Während in der Schweiz gegen fast alles was mit dem Islam zu tun hat verhinderungsmassnahmen ergriffen wird. Kulturschätze gehören dem jeweiligem Land von wo es stammt, ist gleich wer es hat.
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