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Schweiz Noch nie hat die Schweiz so viel für die Gesundheit ausgegeben

Die Gesundheitskosten in der Schweiz haben 2012 einen neuen Rekorderreicht: Die Gesundheit pro Einwohner kostet jeden Monat 709 Franken. Besonders ins Gewicht gefallen sind die Spitalkosten.

Legende: Video Kostentreiber Gesundheitskosten abspielen. Laufzeit 03:38 Minuten.
Aus 10vor10 vom 13.05.2014.

Das Gesundheitswesen in der Schweiz kostet so viel wie nie zuvor: Die Kosten sind 2012 – im Vergleich zum Vorjahr – um 5,3 Prozent auf 68 Milliarden Franken gestiegen. Die Kosten für die Gesundheit machten damit 11,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus – ein neuer Höchststand. Das teilt das Bundesamt für Statistik (BFS) mit.

Der Anstieg der Gesundheitsausgaben lag über dem durchschnittlichen Wachstum von 4,3 Prozent der vergangenen fünf Jahre.

Kosten des Gesundheitswesens 2008-2012

Quelle: Bundesamt für Statistik BFS
Jahrin Mio. Frankenin % des BIP
200858'426.110.3%
200960'980.811.0%
201062'494.910.9%
201164'565.811.0%
201268'012.511.5%

Insgesamt wurde 2012 im Gesundheitswesen 3,4 Milliarden Franken mehr ausgegeben – der Grossteil (2,3 Milliarden Franken) davon in den Spitälern. Die Spitalkosten stiegen damit um 9,8 Prozent.

Der Systemwechsel in der Finanzierung mit der Umstellung auf diagnosebezogene Fallpauschalen (DRG) habe im Jahr der Einführung die Dateninterpretation der Spitalkostenentwicklung erschwert, schreibt das BFS.

Wie in den vergangenen Jahren seien vier Fünftel der 68 Milliarden Franken Gesundheitsausgaben durch die Grundversicherung gemäss Krankenversicherungsgesetz (35,8 Prozent), die privaten Haushalte (25,2 Prozent) und den Staat (20,2 Prozent) getragen worden.

709 Franken pro Monat und Einwohner

In der Schweiz wurden im Gesundheitswesen monatlich 709 Franken pro Einwohner ausgegeben. 254 Franken pro Person konnten laut BFS mit Leistungen aus der obligatorischen Krankenversicherung gedeckt werden, 44 Franken durch Versicherungen wie die AHV, die IV und die Unfallversicherungen, 32 Franken durch andere Träger der sozialen Sicherheit und bedarfsabhängige Sozialleistungen sowie 51 Franken mit Zusatzversicherungen.

143 Franken habe der Staat beigetragen und sieben Franken seien von privatrechtlichen Stiftungen finanziert worden. So hätten Haushalte, zusätzlich zu den Versicherungsprämien, einen Restbetrag von 178 Franken bezahlen müssen. Dabei habe es sich vor allem um Leistungen für Pflegeheime, Zahnarztleistungen sowie Kostenbeteiligungen (ambulant und stationär) an der Krankenversicherung gehandelt.

Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens 2012

Quelle: Bundesamt für Statistik BFS
Kosten nach Leistungserbringerin Mio. Frankenin % des Totals
Krankenhäuser25'49237.5
Ambulante Versorger20'63230.3
Sozialmedizinische Institutionen11'78017.3
Kosten nach Leistung
Stationäre Behandlung31'40346.2
Ambulante Behandlung22'49433.1
Verkauf Gesundheitsgüter7'44710.9
Finanzierung nach Finanzierungsregimes
Sozialversicherungen28'56942
Andere, bedarfsabhängige Sozialleistungen3'0474.5
Private Haushalte17'14425.2
Staat13'72720.2

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22 Kommentare

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  • Kommentar von A. Moser, Interlaken
    Noch nie hat die CH so viel für die Gesundheit ausgegeben... Wars wirklich für die Gesundheit - oder vielleicht doch eher für die Verwaltungsräte, Werbekampagnen, Behörden, Verwaltung, usw...? Wenn ich schon nur an die Preise bei "staatlichen Neubauten (Bsp. Gefängnis in SO)" oder den Irrsinn, ein intaktes Spital durch ein neues, erdbebensicheres zu ersetzen, denke, dann wundern mich solche Kostenzunahmen nicht! Einmal mehr zeigt sich, dass Überregulierung vor allem kostet - und nichts bringt!
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  • Kommentar von Anna Huber, Bern
    Ist doch völliger Unsinn wegen jedem Bobo zum Arzt zu rennen. Auch Arztzeugnisse zu holen, damit man ja nicht arbeiten muss. Einfach ein bisschen gesunder Menschenverstand an den Tag legen und auch bewährte Hausmittel vorher ausprobieren.
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  • Kommentar von U.E.Romer, Zuerich
    Mit der Angst der Leute lässt sich's gut "geschäften". Jeder rennt mit seinem Bobo zum Arzt und wenn dieser nicht gerade über die modernsten Diagnoseeinrichtungen verfügt folgt der Gang zum Spezialisten. Administraion und Spezialisierung sind aufgebläht - jedoch an der "Front" (Krankenpflege) fehlen die Leute und sind für ihren Einsatz unterbezahlt.
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