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Schweiz Note «Gut» für die Post – Abstriche bei den Öffnungszeiten

Der Gelbe Riese macht seine Sache grundsätzlich gut. Dieser Meinung ist die Postkommission PostCom in ihrem Jahresbericht. Ein Kritikpunkt aber sind die Öffnungszeiten. Sie entsprechen nicht den heutigen Lebensgewohnheiten.

Ein Traktor fährt an einer Postfiliale im Kanton Aargau vorbei, an der Wand ein Schild mit Öffnungszeiten.
Legende: Viele Poststellen sind über Mittag geschlossen. Das entspricht nicht dem Bedürfnis der Kunden. Keystone

1662 Poststellen gab es Ende 2013 in der Schweiz noch, 95 weniger als im Jahr davor. Doch obwohl die Post immer mehr Filialen schliesst, erreichen die meisten Kunden in angemessener Zeit eine Post, bilanziert die Aufsichtsbehörde PostCom in ihrem Jahresbericht. Zu verdanken sei dies unter anderem den neuen Agenturen.

Hans Hollenstein, Präsident der PostCom, kann nachvollziehen, dass Gemeinden und Bevölkerung bei einer Schliessung einen Serviceabbau befürchten. Doch in 108 Fällen sei im letzten Jahr eine einvernehmliche Lösung gefunden worden, sagte er an der Medienkonferenz in Bern. Die Filialen seien durch Agenturen ersetzt worden.

Öffnungszeiten nicht zeitgemäss

Insbesondere auf dem Land hätten sich diese «Postschalter im Dorfladen» bewährt, so Hollenstein. Die Praxis zeige, dass die Agenturen die meisten Dienstleistungen übernähmen und zudem längere Öffnungszeiten hätten als die meisten Poststellen.

Die Möglichkeit, über Mittag oder nach Feierabend ein Postschaltergeschäft zu erledigen, entspreche einem Kundenbedürfnis. «Die Poststellen sind zum Teil lange, aber nicht zu den richtigen Zeiten geöffnet», bemängelt Hollenstein. Die PostCom könne jedoch keine Öffnungszeiten vorschreiben, nur Empfehlungen abgeben.

Mehr Reklamationen eingegangen

Bei der Grundversorgung habe die Post 2013 die Vorgaben des Bundes erneut übertroffen, heisst es im Jahresbericht der PostCom weiter. So hat sie 97,6 Prozent der A-Post- und fast 99 Prozent der B-Post-Briefe pünktlich zugestellt.

Trotzdem ist die Zahl der Beschwerden im letzten Jahr um acht Prozent auf über 207'000 gestiegen. Am häufigsten hätten Kunden wegen verspäteter oder falscher Zustellung reklamiert. Die PostCom registrierte 0,035 Beschwerden pro 100 Pakete.

Die PostCom führt den Anstieg der Reklamationen auf die Möglichkeit zurück, Beschwerden neu online vorzubringen. Wer mit den Leistungen der Post nicht zufrieden ist, kann sich seit Oktober 2013 auch an die neu geschaffene Schlichtungsstelle wenden.

15 Kommentare

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  • Kommentar von M.Schmid, Bern
    Die Post erledigt hier ihre Dienste gut, was die Fillialen und das Personal bei der Auslieferung angeht. Aber die Paketpost (national wie auch international plus die entsprechenden Dienstleistungen wie die Verzollungsgebühren beim Import) sind schon ziemlich teuer...
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Vor allem sind's gnadenlos! Keine Marge bei der Abgabefreigrenze... Werden 5,01 Franken MWSt fällig, wird neben der MWSt auch die 16 Franken (resp. 13 wenn man aus D, I oder F bestellt) plus 3% Warenwert fällig. Diese Freizgrenze wurde übrigens bei einer MWSt-Höhe von 6,4% eingeführt. Seitdem ist die MWSt gestiegen, aber der Abgabefreiwert nicht... Und weil wir so viel Wettbewerb haben gibts für Private und Warenwert <500 Franken zur CH-Post keine Alternative beim Import...
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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Leider sehen die meisten Eingangs-Bereiche aus wie überfüllte Kiosks. Gewinn hin oder her - es sieht einfach billig und unseriös aus.
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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Da bin ich ja beruhigt, ich dachte schon das der A-Post-Brief der 1,5 Wochen unterwegs war oder das B-Post-Paket mit 2,5 Wochen Laufzeit (beides mit Tracking-ID verfolgt) etwas krass wären, oder das man in der einzigen Postfiliale in der Region (Land) mind. 30min warten muss ehe man bedient wird normal sei... Fast hätt's mich aufgeregt, das trotz Leistungseinbusse die Preise erhöht werden, aber man dafür Gummibärli kaufen kann... Aber wenn das so ist - sry - HER MIT DER KONKURRENZ VERDAMMT!!
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    1. Antwort von U.E.Romer, Zuerich
      Es darf gejammert werden - und das auf sehr hohem Niveau. Wir haben eine gut funktionierende Post, die dem Bund erkleckliche Erträge einbringt und somit die Steuerzahler entlastet. Ich weiss, dass einige wieder das "Postkutschenzeitalter" herbeiwünschen. Die Zeiten haben sich geändert und somit auch die Lebensgewohnheiten der Menschen. Wer dies immer wieder ausblendet lebt in der Vergangenheit.
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      U.E.Romer: längere Laufzeiten der Briefe und Pakete in den Grenzregionen (also alles 5km hinter den Stadtgrenzen der grösseren Städte + Aglos) ist Normalität geworden. Es wird immer teurer, dafür kann man Gummibärli kaufen - SUPER, hat man einen Zwipf wenn man schon 40 Minuten anstehen muss weil alle fast alle Postfilialen geschlossen wurden. Ich zahl A-Post-Porto für "Zustellung am nächsten Arbeitstag", nicht für "sei froh wenn's iwann ankommt, wenns schneller gehen soll, zieh in die Stadt"
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      Der Romer hat recht, die Post CH bringt im internationalen Vergleich hervorragende Resultate. Es stimmt auch nicht, dass Briefe und Pakete für die Randregionen längere Laufzeiten hätten. Schon längstens wird alles in den Verarbeitungszentren verarbeitet.
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    4. Antwort von M. Keller, Thurgau
      A. Planta: Laufzeiten stimmen nicht? Warum fluchen dann alle ländlichen Regionen über die langen Laufzeiten? Fragen Sie mal ausserhalb der Stadt wies aussieht. Je weiter weg von wichtigen Poststellen und Sammelzentren, desto länger dauerts(WEGEN den Zentren: keine tägliche Abholung in Randgebieten!). Der int. Vergleich ist egal, es geht um den CH-Markt und den Quasimonopolisten (bis 200g-Briefe, und Erschwernisse für Mitbewerber). Und der macht KEINE gute Figur. AUSSER in Städten und den Aglos.
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    5. Antwort von U.E.Romer, Zuerich
      Sie scheinen wirklich ein postalischer Pechvogel zu sein. Ich hoffe, dass Ihnen das Leben in anderen Alltagssituationen wohlgesinnt ist. Vom Hörensagen lernt man übertreiben und verallgemeinern und blendet dabei die Realität aus.
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    6. Antwort von Albert Planta, Chur
      Es ist ein Ammenmärchen, dass die Post die Randgebiete vernachlässigt. 2012 stellte die Post 97.9 % aller A-Postbriefe und 97.7 % aller Priority-Pakete pünktlich zu. Bei einem Gesamtvolumen von 2.3 Mia. adressierten Briefpostsendungen und 111 Mio. Paketen ist dies eine eindrucksvolle Leistung.
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    7. Antwort von M. Keller, Thurgau
      U.E.Romer: DIE GANZE REGION IST BETROFFEN. Je ländlicher die Gegend, desto mieser der Service; ich kenn ZWEI Briefkästen der Post, die als einzige Leerungszeit "Mittwoch 10:30" angeschrieben haben (von der Post als ok bestätigt). Diese Briefkästen wurden wichtig, weil die Postfiliale der Orte geschlossen wurden. Muss ein Brief schnell ankommen, muss man 20km zur nächsten Filiale fahren. Es ist greifbar, es ist bekannt, es ist überprüfbar, aber man verweigert sich der Realität...
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    8. Antwort von M. Keller, Thurgau
      A. Planta: haben Sie in Tälern und abgelegeneren Orten (gerade jenen die keine Postfiliale mehr haben) nachgefragt? Haben Sie die Leerzeiten der Briefkästen geprüft? Susserhalb der Stadt (aktuelle) Erfahrungen? Oder plappern Sie einfach wieder die offiziellen Statements nach? Die ganze Region in der ich lebe hofft auf den Fall des 200g-Monopols. Nicht ohne Grund. Wenn Sie in Chur (Regionalverteilzentren für Brief und Paket) kein Problem haben freut mich das für sie. Andere haben massiv Probleme
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    9. Antwort von Albert Planta, Chur
      In Chur gibt es kein Regionalzentrum. Die Leerungszeiten der Einwürfe werden gescannt und sind somit beweisbar. Es gibt kein 200 g Monopol. Sämtliche Verbindungen sind garantiert ausser bei Witterungseinflüssen, und Mängel der Fahrzeuge. Die Fahrzeuge werden regelmässig gewartet und sind in einem erstklassischen Zustand. Durch das posteigene Qualitätssystem werden die Sendungen flächendeckend auf ihre Laufzeiten geprüft.
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    10. Antwort von M. Keller, Thurgau
      A. Planta: dann frage ich mich aber, wohin die vielen für "Chur" sortierten Wechselbrücken der Paket- und Briefpost hinfahren, um dort im Regionalverteiler sortiert zu werden... Wenn es kein 200g Monopol gibt, haben Sie bestimmt eine Erklärung, warum KEIN Anbieter Postdienstleistungen für Briefe unter 200g anbieten DARF, weil verboten? Herr Planta, gibt es eigentlich einen Grund, warum Sie regelmässig die Realität verleugnen, wenn ein "SP-Grosser" (hier: Postchef) in der Kritik steht?
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    11. Antwort von Albert Planta, Chur
      Das Monopol liegt bei 100g. Sendungen für GR werden in Zürich und Frauenfeld (Pakete) verarbeitet. Kein Mitglied der Konzernleitung ist SP-Mitglied. Abschliessend möchte ich ihnen sagen, dass es ziemlich gewagt ist, einen besser informierten Mann als Realitätsverleugner öffentlich anzuprangern.
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