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Schweiz Nüchterne Bilanz: Schweizer trinken immer weniger Alkohol

Der Alkoholkonsum sinkt und sinkt, wie die Jahresbilanz 2014 zum Alkoholkonsum beweist. Besonders Schweizer Produkte bekommen das zu spüren. Am Bierdurst lag es diesmal nicht.

Legende:
Alkoholkonsum in der Schweiz 2004-2014 Konsum alkoholischer Getränke je Kopf der Wohnbevölkerung der Schweiz in Litern reinen Alkohols EAV

Letztes Jahr ist in der Schweiz erneut weniger Alkohol getrunken worden: 8,1 Liter reinen Alkohols flossen im Schnitt durch jede Kehle. Im Jahr zuvor waren es noch 8,3 Liter gewesen.

Schweizer Weine immer unbeliebter

Ein Grund für den Rückgang ist, dass immer weniger Wein getrunken wird. Innerhalb eines Jahres ging der Konsum um einen Liter auf 35,1 Liter zurück. Vor allem Schweizer Rotwein litt unter diesem Trend, wie die Eidgenössische Alkoholverwaltung mitteilte: Um ganze 4,7 Millionen Liter ging der Verbrauch letztes Jahr zurück.

Regal mit Weinflaschen
Legende: Der Konsum von heimischem Rotwein ist in der Schweiz 2014 zurückgegangen. Keystone

Ausländischer Rotwein hingegen wurde sogar etwas mehr getrunken.
Ähnlich das Bild beim Weisswein: Während rund 4 Millionen Liter weniger Schweizer Weissweine getrunken wurden, erfreuten sich ausländische Weissweine wachsender Beliebtheit. Unter dem Strich wurden 2014 in der Schweiz rund 290 Millionen Liter Wein getrunken, fast 5 Millionen Liter weniger als im Vorjahr.

Bierkonsum bleibt konstant

Auch der Spirituosenkonsum ging zurück. Nachdem er 2012 bei rund 12,5 Millionen Liter reinen Alkohols einen Höhepunkt erreicht hatte, lag er letztes Jahr noch bei knapp 12,1 Millionen Liter. In handelsübliche Produkte umgerechnet ergibt das über 5 Flaschen Schnaps pro Person.

Der durchschnittliche Bierkonsum hingegen blieb bei 55,8 Liter pro Kopf, total rund 460 Millionen Liter. Geradezu explodiert ist in den letzten Jahren die Anzahl Bierbrauereien: 483 steuerpflichtige Betriebe weist die Statistik der Alkoholverwaltung für 2014 aus. 2009 waren es noch 275 Brauereien gewesen.

Der Alkoholkonsum ist seit Jahren tendenziell rückläufig. Vor zehn Jahren waren noch 8,8 Liter reinen Alkohols pro Kopf getrunken worden, 1,3 Liter mehr als letztes Jahr. Die Alkoholverwaltung weist jedoch darauf hin, dass es sich um einen Durchschnitt handelt. Rückschlüsse auf den realen Konsum der verschiedenen Bevölkerungsgruppen seien aufgrund dieser Berechnung nicht möglich.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Wie sagte doch schon mein Grossvater: "Die alten Schweizer tranken noch eins, ehe sie gingen; und die jungen Schweizer traenken noch zwei, wenn sie Geld haetten."....
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Der geringere Konsum hängt sicher auch mit den verschärften Alkoholnormen für Autofahrer zusammen. Der Weg hin zu Null-Promille wird den Alkoholkonsum noch weiter reduzieren.
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  • Kommentar von Michelle Frick, Triesen
    Man kauft ausländischen alkohol. Also ich weiss nicht, wie es anderen geht, aber wenn ich alkohol kaufe, ausser sekt und bier, dann nicht in der schweiz und ich denke es geht auch vielen anderen so, seit der euro so tief ist. Also denke ich, dass diese studie nicht ganz stimmt oder wurde dies mitbeachtet? Oder bezieht sich diese studie nur auf die gadtronomie?
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    1. Antwort von W. Pip, Züri
      Ich kann Ihre Umfrage kontern. Ich kaufe in der Regel (Ausnahmen seien erlaubt) inländisches Bier, einheimischen Wein (ja, es gibt gar ganz leckere Rote!) und auch beim Sekt greife ich ins Val de Travers. Das kostet mich alles einen Hauch mehr als ausländische Ware, sie wird aber nicht quer durch die Welt gekarrt.
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    2. Antwort von Michelle Frick, Triesen
      @ W. Pip: Okey das freut mich, dass es welche gibt, die die schweiz unterstützt aber ich hab auch nicht geschrieben, dass alle im ausland kaufen. Und eben wie oben geschrieben, bier und sekt kaufe ich auch von hier. Beim wein kenne ich viele, die ausländischen wein nehmen, kann schon sein, dass es auch in der schweiz gute gibt, hab auch nichts anderes behauptet.
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