Nur noch blasen: So funktioniert der neue Alkoholtest

Ab dem 1. Oktober gibt es eine Änderung beim Alkoholtest im Strassenverkehr. Zum Bluttest wird man dank neuer Alkohol-Messgeräte im Normalfall nicht mehr aufgeboten.

Autofahrer, die ab dem 1. Oktober von der Polizei zum Alkoholtest aufgefordert werden, müssen nur noch ins Röhrchen blasen. Zum Bluttest aufgeboten werden sie in der Regel nicht mehr. Denn dank neuer Alkoholmessgeräte soll es beweissichere Werte schon allein durch den Atemtest geben. Das heisst, die Polizei kann sich bei einer allfälligen Busse auf die Werte der neuen Geräte stützen.

Neue Geräte erkennen Mundalkohol

Die neuen Geräte sind etwa so gross wie ein Laptop – und damit grösser als die bisherigen. Messen tun sie das Gleiche: den Alkoholgehalt im Atem. Allerdings sollen die Werte genauer sein als bisher. Jürg Niederhauser vom Eidgenössischen Institut für Metrologie (Metas) sagt: «Die Geräte messen mit zwei verschiedenen Messverfahren. Und nur wenn beide Messwerte übereinstimmen, zeigen die Geräte überhaupt einen Wert an.»

Ausserdem erkennen die Geräte laut Jürg Niederhauser auch den sogenannten Mundalkohol: «Wenn jemand kurz vor dem Test Alkohol getrunken hat, hat er im Mund einen relativ hohen Alkoholgehalt. Die Geräte erkennen dies und weisen darauf hin.»

Milligramm statt Promille

Die neuen Messgeräte geben die Werte nicht mehr in Promille an – es geht also nicht mehr um den Alkoholgehalt im Blut, sondern um den Wert im Atem. Dieser wird in Milligramm pro Liter Atemluft angegeben. Ein Wert von 0,25 entspricht 0,5 Promille.

Ob sich die neuen Geräte in der Praxis bewähren, ist abzuwarten. In einem Bericht des «Tages-Anzeigers» äusserten Experten unlängst Kritik: Das Verhältnis zwischen der Alkoholkonzentration im Blut und jener im Atem sei nämlich keineswegs bei allen Menschen gleich gross. Im Zweifelsfall solle man auf einer zusätzlichen Blutprobe bestehen.

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