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Schweiz Nur vier von zehn Menschen über 80 sind selbständig

Die Spitex hat im vergangenen Jahr über eine Viertelmillion Menschen zu Hause betreut. Den grössten Teil machen dabei Menschen über 80 aus. Nur gerade 40 Prozent von ihnen kommen ohne Hilfe klar.

Legende: Video «Zuhause alt werden liegt im Trend» abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.11.2014.

Die Menschen werden immer älter. Deshalb brauchen auch immer mehr Alte Hilfe – sei es zuhause oder in einem Altersheim. Sowohl die Heime als auch die Spitex haben ihre Angebote im vergangenen Jahr ausgebaut, wobei die Nachfrage bei der Spitex mehr zugenommen hat. Das zeigt eine Erhebung der Spitex-Statistik und der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführt werden.

Im Jahr 2013 wurden rund 261'000 Personen von der Spitex betreut. In Alters- und Pflegeheimen wohnten im selben Jahr rund 143'000 Personen. Am häufigsten brauchen Menschen – vor allem Frauen – ab 80 Jahren Hilfe und Pflege zu Hause. Knapp ein Drittel aller über 80-jährigen wohnten in einem Altersheim; ein weiteres Drittel nahm Spitex-Leistungen in Anspruch. Nur gerade vier von zehn Menschen in diesem Alter kommen ohne Hilfe zurecht.

Mehr Spitex-Kunden in der Westschweiz

Nicht überall nutzen die über 80-jährigen die Spitex gleich stark. Während in einigen Westschweizer Kantonen bis zu 42 Prozent der Menschen in diesem Alter zu Spitex-Kunden zählen, sind es in der Zentralschweiz gerade einmal 14 bis 16 Prozent.

Legende:
30 Prozent der Personen über 80 beziehen Spitexleistungen Aus den Zahlen, die das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht hat, geht hervor, dass 40 Prozent der über 80jährigen ohne professionelle Hilfe zu Hause klar komme. Gemäss BFS wohnten drei von zehn Personen ab 80 Jahren in einem Alters- und Pflegeheim und ebenso viele nahmen Spitex-Leistungen in Anspruch. BFS

Umgekehrt sieht es beim Anteil der Personen ab 80 Jahren in Alters- und Pflegeheimen aus: In den Kantonen Genf und Jura lag dieser unter 20 Prozent, während er sich in den Kantonen Glarus, Uri und Appenzell Ausserrhoden auf über 35 Prozent belief.

Spitex-Mitarbeiterin bei einer Kundin in Biel
Legende: In der Westschweiz und im Tessin wird die Spitex häufiger in Anspruch genommen als etwa in der Zentralschweiz. Keystone

Kosten von über 10 Milliarden Franken

Seit der Neuordnung der Pflegefinanzierung im Jahr 2011 müssen sich die Betreuten an der Hilfe zu Hause beteiligen. Laut dem BFS ist der Betrag, den Spitex-Kunden selber übernehmen, innerhalb von drei Jahren von 32 auf 60,5 Millionen Franken gestiegen.

Die Bewohner von Alters- und Pflegeheimen beteiligten sich 2013 mit insgesamt 544 Millionen Franken an den Pflegekosten (-2,5 Prozent gegenüber 2011). Die Gesamtkosten beliefen sich 2013 auf 9,2 Milliarden Franken bei den Alters- und Pflegeheimen beziehungsweise auf 1,9 Milliarden bei der Spitex.

6 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schelbert, Kt ZG
    Ist ja schon irgendwie schizophren, die Wirtschaftsbosse wollen uns landauf/landab dazu anhalten immer noch länger zu arbeiten wenn möglich bis wir im Betrieb tot umfallen und gleichzeitig lesen wir in diesem Artikel darüber dass immer mehr Menschen einige Jahre nach der Pensionsantritt nicht mehr selber haushalten können. Das mit dem immer älter werden hat eben überhaupt nichts mit immer länger gesund bleiben zu tun, das sollte die Wirtschaftslobby/Politik endlich mal kapieren und akzeptieren.
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Natürlich hat das Älterwerden mit der gesünderen Lebensweise zu tun: heute wird viel weniger geraucht und gesoffen als früher!
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  • Kommentar von Toni Huber, Wil
    Spannender Artikel. Hierzu stellt sich die Frage, wer all die alten Menschen pflegen soll. Hier sehe ich Parallelen zur bevorstehenden ECOPOP Initiative. Unser Volk wird immer älter, wer soll uns pflegen? Wenn sie einen würdigen Lebensabend möchten, ohne Gettoisierung in den Alters- & Pflegeheimen müssten sie logischerweise die ECOPOP Initiative ABLEHNEN. Für ein sicheres Alter => ECOPOP NEIN!!
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Und alle diese Pflegenden die man jetzt holt, weil sie hier angeblich fehlen, um die alten Menschen zu pflegen, pflegt dann WER, wenn auch sie Pflege benötigen? Oder werden diese einfach nie alt & pflegebedürftig? Es ist nicht nur das älter werden dafür verantwortlich, dass es mehr Pflegende braucht. Je mehr Menschen in einem Land leben, es logischerweise auch mehr ältere & pflegebedürftige Menschen gibt.
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    2. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Waeden: sind Sie dagegen, dass die Leute älter werden? Ist das nicht in allen westlichen Länder so?
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    3. Antwort von Toni Huber, Wil
      E.Waeden: Ich bin dankbar über ihren Kommentar, denn er zeigt, dass sie derart kurzfristig und vor allem isoliert denken. Wenn sie glauben das Bevölkerungswachstum sei eine ausschliessliche Angelegenheit der Schweiz, dann muss ich sie auf den Boden der Realität zurück holen. ECOPOP versucht das Weltbevölkerungsproblem aus der CH zu verbannen und denkt, damit sei es getan. Wir vermehren uns rasant, hierzu braucht es gesamtheitliche Strategien. Wer soll sie pflegen? Haben sie jemanden der dies tut
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