Zum Inhalt springen

Schweiz Oberst im Generalstab leitete Schiessübung mit Nordkoreanern

Zu der Schiessübung auf dem Schiessstand einer Genfer Kaserne liegen neue Fakten vor. «Rundschau»-Recherchen zeigen, dass ein Oberst und ein Oberstleutnant die umstrittene Schiessübung mit nordkoreanischen Offizieren durchgeführt haben.

Legende: Video Schiesstraining für Nordkoreaner abspielen. Laufzeit 5:17 Minuten.
Aus Rundschau vom 28.05.2014.

Der Oberst im Generalstab leitet eine hochsensible Abteilung der Schweizer Armee im Raum Zürich. In seinem Umfeld wird die ganze Kommunikation der Armee betrieben, die Führungstechnik des Bundesrates und der Armee. Brisante Abteilungen wie die elektronische Kriegsführung und die Verschlüsselungstechnik gehören dazu. Seine Basis ist im Raum Zürich.

Die Militärjustiz hat eine Untersuchung über die Hintergründe der Schiessübung eingeleitet. Diese hatte der Oberst im Generalstab vor einer Woche für nordkoreanische Studenten des Zentrums für Sicherheitspolitik in Genf organisiert. Der «Sonntagsblick» hatte über die Schiessübung berichtet.

«Das gehört zur Tagesordnung»

Unter den Teilnehmenden waren auch zwei Offiziere aus Nordkorea. Dabei wurden Schweizer Sturmgewehre verwendet. Laut dem Verteidigungsdepartement VBS handelte es sich bei dem Anlass um eine private Aktion.

Eine solche Schiessübung sei nichts ungewöhnliches, und ein Oberst dürfe solche Übungen auch selbständig durchführen, sagt Daniel Reist, Kommunikationschef der Armee. «Ich weiss, dass es zur Tagesordnung gehört, dass man auch mit ausländischen Gästen und mit Zivilpersonen in der Schweiz ähnliche Schiessen macht», so Reist. Man habe kürzlich auch für ausländische Verteidigungs-attachés ein offizielles Schiessen organisiert, wie man es auch für andere Interessengruppen tue.

Zur Beteiligung der nordkoreanischen Studenten sagt der Kommunikationschef der Armee: «Die moralische Wertung steht mir nicht zu – hier wird die Untersuchung zeigen, ob das in Ordnung war.» Bis auf weiteres werde der Oberst nicht suspendiert. Es bestehe weder eine Dringlichkeit noch eine Gefahr für irgendjemanden – im Moment arbeite er weiter wie bisher.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

65 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Dachte immer die Schweiz sei ein Humanitäres Land,dass niemand ausgrenzt und jetzt einen solchen Aufschrei.Entweder sind wir ein Humanitäres Land und respektieren alle! .Krimminelle behält man auch hier, wegen Menschenrechtverletzung,auch zum Teil solche die Menschen gefährdeten.Der Sicherheitsrat,wird dieses Vorgehen sicher überprüfen und die Verantwortlichen in die Verantwortung ziehen.Leider gibt es überall solche,die den Bogen überspannen, was nicht gut ist, für das ganze Image, des VBS.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Wo ist das Problem. Es gibt auch Schiess-Übungen mit den Amerikanern, und die haben zweifelsfrei mehr Kriege geführt, mehr Dreck am Stecken, mehr Schweizer Gesetze gebrochen, und auf alles hinauf sind sie sehr unangenehme Gäste mit ihrer ewigen Arroganz...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Wegmann, Effretikon
    Der VBS-Vorsteher, Bundesrat Ueli Maurer, hat den Laden nicht im Griff. Nach dem Gripen-Debakel drängen sich Veränderungen an der VBS-Spitze auf. Ein anderes Mitglied des Bundesrates soll das VBS aufräumen und in geordneter Weise führen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      H.W./Also das vonwegen im Griff!Glaube da würden viele sicher mehr aufatmen wenn einige andere BR und BR'innen ihren Sessel "endlich" räumen würden.Es gäbe fähigere Leute für diese Aufgaben.Möglicherweise könnte dann auch Herr Maurer aufatmen.Was seinem Wohlbefinden sicher förderlich wäre.Kommt Zeit kommt Rat.Vielleicht klappt dann auch irgendwann das mit der Wahl der BR durch das Volk.Wäre ein Hoffnungsschimmer!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen