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Reizwort Frühfranzösisch Oberste Erziehungsdirektorin verteidigt zwei Fremdsprachen

Legende: Video «Rundschau»-Theke abspielen. Laufzeit 07:58 Minuten.
Aus Rundschau vom 03.05.2017.

Die Präsidentin der kantonalen Konferenz der Erziehungsdirektoren, Silvia Steiner, glaubt trotz dem Thurgauer Entscheid, Frühfranzösisch abzuschaffen, auf dem richtigen Weg zu sein: «Ich bin überzeugt, dass das Volk am Schluss die richtige Entscheidung treffen wird», sagt die Zürcher CVP-Regierungsrätin im ersten ausführlichen Interview dazu in der «Rundschau».

Wenn eine Fremdsprache gestrichen würde, müsste sich die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler nach unten anpassen, warnt Steiner. Lernziele würden nicht nur bei den Fremdsprachen, sondern auch in anderen Fächern wie Mathematik nicht erreicht. «Es käme aber niemandem in den Sinn, deswegen die Mathematik zu streichen», sagt die EDK-Präsidentin. Schwache Schülerinnen und Schüler müssen vielmehr speziell gefördert und unterstützt werden – «ohne das Niveau für die anderen Schüler zu senken.»

Steiner kontert Berset

Auf die Frage, ob die Schweiz auseinanderfallen würde, wenn eine Fremdsprache gestrichen werde, antwortet Steiner klar mit «Nein». Bundesrat und Bildungsminister Alain Berset hat in der Debatte um das Frühfranzösisch den nationalen Zusammenhalt ins Zentrum gestellt. «Unsere Landessprache ist nicht einfach irgendwas», so Berset: «Das sind zentrale Merkmale. Es ist sehr wichtig, dass wir uns in unseren Landessprachen verstehen können.» Wenn sich die Kantone nicht einigen, werde der Bund per Gesetzesweg eingreifen. Steiner entgegnet in der «Rundschau», sie sehe eher, «dass wir nicht stolz auf unsere kulturelle Vielfalt und unsere Mehrsprachigkeit sind.» Das müsse gepflegt werden.

Unsicherheit in den Kantonen

Der Grosse Rat des Kantons Thurgau hat sich heute dafür ausgesprochen, den Französisch-Unterricht von der Primaschule auf die Sekundarstufe zu verschieben. Die Erfolge seien enttäuschend, viele Schülerinnen und Schüler seien überfordert, so der Tenor im Parlament.

Gleichentags hat das Bundesgericht die Bündner Fremdspracheninitiative für gültig erklärt. Damit wird im Kanton Graubünden darüber abgestimmt, ob auf Primarschulstufe nur noch eine Fremdsprache unterrichtet werden soll.

Am 21. Mai entscheiden die Stimmberechtigten des Kantons Zürich ebenfalls über eine Fremdspracheninitiative, die nur noch eine Fremdsprache in der Primarschule fordert.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Es geht hier nicht um die Kinder. Es geht um die Verwirklichung politischer Ziele zu Eigengunsten. Ein Kind das mehrsprachig aufwächst kann in diesen Sprachen auch geschult werden. Die Mehrheit der Jugendlichen kann nach offiziellem Schulabschluss weder die jeweilige Landessprache richtig noch eine weitere Fremdsprache. Das nenne ich Misserfolg.
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  • Kommentar von Isidor Storchenegger (Isidor Storchenegger)
    Bei allem Streit, Faktum ist: Für die allermeisten Deutschschweizer ist die deutsche Schriftsprache die erste und wichtigste Fremdsprache. Sie ist ihre Sprache im National- und Ständerat, sie ist die grösste Sprachgruppe in der Schweiz und in der EU und sie erschliesst die Wörter anderer Sprachen in Wörterbüchern. Als Test suchen Sie das englische Wort für die schweizerdeutsche „Benne“ oder " Karette" und dann für „Schubkarre“.
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  • Kommentar von Isidor Storchenegger (Isidor Storchenegger)
    Bei allem Streit, Faktum ist: Für die allermeisten Deutschschweizer ist die deutsche Schriftsprache die erste und wichtigste Fremdsprache. Sie ist ihre Sprache im National- und Ständerat, sie ist die grösste Sprachgruppe in der Schweiz und in der EU und sie erschliesst die Wörter anderer Sprachen in Wörterbüchern. Als Test suchen Sie das englische Wort für die schweizerdeutsche „Benne“ oder " Karette" und dann für „Schubkarre“.
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