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Schweiz Offshore-Leaks: Kantone wollen Bund in die Pflicht nehmen

In der Offshore-Leaks-Affäre um zwielichtige Steueroasen melden sich die Kantone zu Wort. «Der Staat muss konsequent einschreiten», fordert Christian Wanner als Präsident der Finanzdirektorenkonferenz (FDK).

Legende: Video Auch Kantonalbanken im Fokus von Offshore-Leaks abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.04.2013.

«Mit den einen streiten wir um kleine Abzüge wegen Berufsunkosten, andere können Millionen hinterziehen», sagt Wanner im Interview mit der «SonntagsZeitung». Das sei weder moralisch noch richtig.
 
Auch der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin – designierter Nachfolger Wanners als FDK-Präsident – sagt in der gleichen Ausgabe: «Der Bund muss im Rahmen von internationalen Organisationen, wie beispielsweise UNO, OECD oder G-20, darauf hinwirken, dass internationale Standards gesetzt werden.» Diese müssten sicherstellen, dass Trustvermögen korrekt besteuert werden.
 
Grundsätzlich ist das Errichten von Briefkastenfirmen in Steueroasen nicht illegal. «Derartige Konstruktionen macht man aber nicht aus Selbstlosigkeit», sagt Wanner. Die Steuerbehörden hätten praktisch keine Chance, solche Geldanlagen zu finden, wenn sie nicht deklariert seien.

Auswertung am Anfang

Die Steueroasen-Affäre hatte am vergangenen Donnerstag ihren Anfang genommen. Damals veröffentliche ein weltweites Journalisten-Netzwerk, zu dem auch die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» gehören, gemeinsam erste Ergebnisse ihrer Recherche. Dabei wurde bekannt: Offshore-Finanzplätze und deren Trusts werden auch dazu missbraucht, der Schweiz zustehende Steuern legal zu umgehen oder gar zu hinterziehen.
 
Im Rahmen von Offshore-Leaks werden derzeit 2,5 Millionen Dokumente mit Kontounterlagen, E-Mails, Faxen und Passkopien ausgewertet. Die «SonntagsZeitung» konzentriert sich dabei auf eine Sammlung mit Unterlagen über Briefkastenfirmen in Steueroasen im Pazifik und in der Karibik.
 
Laut «SonntagsZeitung» steht die Auswertung der Daten für die Schweiz erst am Anfang. Weitere Ergebnisse würden folgen. Ziel sei es nicht, schnell viele Namen zu nennen, sondern jene Fallbeispiele zu dokumentieren, die von öffentlichem Interesse sind.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Domenique Geisser, Bern
    Trust's, CaymanIsland, Steuerbetürger, Piratennest ..... Oooops, das klingt ja nach Englisch.... Wow GB, das ist ja EU!!! Ich dachte die SUPER EU ist transparent und ehrlich? Warum hört man jetzt nichts von unseren EU-Turbos? SP&Grüne und Frau Markwalder? Sie wollen ja immer noch die Schweiz in diesen Verein zwingen....!
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Sie glauben es kaum, aber gerade bezüglich Cayman-Islands hätte ich es gar nicht ungerne, wenn da eine bestimmte Verbindung genauer unter die Lupe genommen würde. Mehr noch ich hätte sogar ein ur-vitales Interesse daran. - Jedoch sind Staatsanwälte, nicht Medienschaffende gefordert, sich dieser Thematik seriös und angemessen anzunehmen. Bei Medienschaffenden habe ich so ein kleines Problem damit, wenn diese beginnen Pauschal-Verdächtigungen zu streuen. (big seufzer)
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Alle zeigen mit dem Figer auf die Steueroasen, niemand dankt aber daran mit dem Finger auf die Steuerhöllen zu zeigen, obwohl der "der einfache, kleine Mann oder die einfache kleine Frau" weder von der Steuer-Oase noch von den Steuersubstraten der Steuer-Höllen letztlich was abbekommen. (seufz)
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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Richtig Herr Wanner, die Kleinen werden gepflückt und die grossen gedüngt. Wenn ich denke wie die schon anrüchige Pauschalbesteuerung massiv ausgereizt wird mit zur Berechnung beigezogenen Immobilienwerten welche jeder Realität entbehren. Das ganz ist grotesk und einem Rechtsstaat nicht würdig. Mit der heutigen Regierung verliert die Schweiz die Rechtstaatlichkeit und scheuert die Anarchi.
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