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Die Verkürzung von Quarantäne und Isolation kommt gut an.
Aus HeuteMorgen vom 13.01.2022.
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Omikron-Strategie des Bundes Gewerkschaften und Wirtschaft begrüssen kürzere Quarantänen

Beide Seiten sind auch froh ob der angepassten Isolationszeit. Uneinigkeit herrscht noch bei der Homeofficepflicht.

Der Bundesrat hat die Quarantänefrist wegen Covid-19 auf fünf Tage halbiert. Das Gleiche gilt für die Isolationszeit. Sie betrifft nur noch die tatsächlich Infizierten. Der Entscheid kommt bei der Wirtschaft gut an – bei Arbeitnehmern und Arbeitgeberinnen.

Video
Aus dem Archiv: Berset zu Verkürzung von Quarantäne und Isolation
Aus News-Clip vom 12.01.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 3 Sekunden.

Eine kürzere Quarantäne und eine kürzere Isolation seien richtig, sagt Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). Gesundheitlich sei es deswegen richtig, weil Omikron weniger lange ansteckend sei – und wirtschaftlich, weil sonst zu viele Menschen zu lange am Arbeitsplatz fehlten.

Trotz Lockerung zu Vorsicht ermahnt

Wichtig sei aber, dass Leute mit besonderen gesundheitlichen Risiken und deren Angehörige weiterhin gut geschützt würden. «Sie sollen weiterhin zu Hause bleiben und sich schützen können», so Lampart.

Mann mit Brille und rötlich-blondem Haar
Legende: SGB-Chefökonom Daniel Lampart betont, dass Leute mit besonderen gesundheitlichen Risiken oder mit solchen Angehörigen besonders geschützt werden müssen. Keystone/Archiv

Unterdessen denkt der Bundesrat schon weiter. Er hat den Kantonen ein Papier zur Stellungnahme geschickt, in dem er eine völlige Abschaffung der Quarantäne zur Diskussion stellt. Während die Gewerkschaften hier zurückhaltend sind, rennt der Bundesrat bei der Wirtschaft offene Türen ein.

Mann mittleren Alters mit Brille, im Anzug und grau-schwarzem Haar
Legende: Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch möchte die Quarantäneregel ganz abzuschaffen. Keystone/Archiv

Rudolf Minsch, Chefökonom beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, sagt zur Abschaffung der Quarantäne: «Die Kosten dafür sind einfach zu hoch. Dies hat kürzlich auch die Taskforce bestätigt. Von dem her ist es wohl zielführender, die Quarantäneregel ganz abzuschaffen.»

Unschlüssig bei der Homeofficepflicht bis März

Ohnehin werden aber wegen der Homeofficepflicht wohl weiterhin viele gesunde Menschen viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen. Bis Ende März will der Bundesrat diese verlängern. Dafür Verständnis hat Daniel Lampart und sagt: «Alle navigieren jetzt auf Sicht mit Omikron.»

Momentan ist ein vorsichtiger Umgang sicher angezeigt, wenn das wirtschaftlich keine oder geringe Auswirkungen hat.
Autor: Daniel Lampart SGB-Chefökonom

Der SGB-Chefökonom sagt weiter: «Das hat noch niemand erlebt. Momentan ist ein gewisser vorsichtiger Umgang sicher angezeigt, wenn das wirtschaftlich keine oder geringe Auswirkungen hat.»

Dagegen findet Minsch von Economiesuisse, dass Homeoffice wirtschaftlich schädlich sei.

Sobald man eine Aufhebung als epidemiologische Sicht verantworten kann, soll das auch getan werden.
Autor: Rudolf Minsch Economiesuisse-Chefökonom

Die Homeofficepflicht bis Ende März verlängern sei falsch, bis dann habe sich die Lage völlig verändert. Minsch sagt auch: «Wir fordern daher, dass – sobald man eine Aufhebung auch als epidemiologische Sicht verantworten kann – das auch getan wird.»

Ob der Bundesrat bei der Homeofficepflicht auf die Wirtschaft zugeht, entscheidet er kommenden Mittwoch.

HeuteMorgen, 13.01.2022, 06:00 Uhr (külc)

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63 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community. Wir schliessen die Kommentarspalten an dieser Stelle, bedanken uns für die Diskussionen und wünschen Ihnen einen angenehmen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Roland Hanselmann  (Hamann)
    Nur weil die Wirtschaft und Gewerkschaften das verkürzte Quarantäne gut finden, muss der Entscheid nicht zwingend richtig sein. Mit einer so kurzen Isolation ist das verschleppen vom Virus vorprogrammiert.
    Aber das Geld regiert die Welt. Leider.
    1. Antwort von Thomas Rüegger  (Thomas Rüegger)
      Bestimmt haben die Taskforce und die Infektiologen und Epidemiologen, welche sich diese Woche für eine Verkürzung der Quarantäne aussprachen, dies nur wegen dem Geld gemacht.
  • Kommentar von Hans Peter Aeberli  (Byron)
    Dass sowohl die Wirtschaft UND die Gewerkschaften mit einer Massnahme (in diesem Fall die Kürzung und Anpassung der Quarantäne) einverstanden sind ist eher selten der Fall und beweist, dass der BR mit seinem Entscheid wohl nicht ganz falsch liegen kann. Den Balanceakt zwischen den beiden Extremen "Massnahmefetischisten und Lockerungsturbos" hinzukriegen ist eine ziemliche Herkulesaufgabe und mMn agieren die Veranwortlichen meistens gutschweizerisch pragmatisch und mit Augenmass.
    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Dem kann nur beigepflichtet werden! Der BR beweist einmal mehr, dass er solche Entscheidungen mit pragmatischem Augenmass trifft. Man kann wirklich von Glück reden, dass wir ein solches an sich schockstabiles System haben. Er lässt sich tatsächlich von den dümmlichen Übereiferern auf beiden Seiten nicht ins Bockshorn jagen. In Deutschland diskutiert die Politik über eine Impfpflicht - über die übrigens erst nach der Welle im März im Parlament, ohne Regierungsantrag, abgestimmt werden kann.