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Schweiz Organ-Spende: Es soll alles beim Alten bleiben

Auch in Zukunft muss für eine Organ-Spende die ausdrückliche Zustimmung des Spenders vorliegen. Das hat die Gesundheitskommission des Nationalrates heute beschlossen. Allerdings sieht eine Mehrheit der Kommission grossen Handlungsbedarf bezüglich der zu tiefen Spenderate.

Organ-Eingriff.
Legende: Ende September warteten 1306 Personen auf 1346 Spenderorgane Keystone

Nach dem Ständerat lehnt es auch die vorberatende Kommission des Nationalrats mit 16 zu 8 Stimmen ab ab, bei Organspenden zur Widerspruchslösung zu wechseln. Damit hätten Organe entnommen werden können, sofern sich eine Person vor dem Tod nicht ausdrücklich dagegen ausgesprochen hätte.

Lehnt auch der Nationalrat das neue Modell ab, bleibt es bei der bisherigen Praxis. Im Gegensatz zur Widerspruchslösung ist bei dieser eine Organentnahme nur möglich, wenn sich der Spender ausdrücklich dafür ausgesprochen hat.

Problem: Tiefe Spenderate

Allerdings:eine Mehrheit der Kommission erkennt aber Probleme mit der zu tiefen Spenderate. Deshalb sind zusätzliche Massnahmen in der Ausbildung des medizinischen Fachpersonals und der Information der Bevölkerung vorgesehen.

Zudem stimmt die Kommission der von der Aargauer FDP-Nationalrätin Christine Egerszegi lancierten Initiative zur Nachbesserung der Pflegefinanzierung zu.

In der Schweiz sterben jedes Jahr Dutzende von Menschen, weil es an Spenderorganen fehlt. Ende September warteten 1306 Personen auf 1346 Spenderorgane, während im September selbst nur ein einziger Organspender erfasst wurde, wie Swisstransplant auf seiner Webseite schreibt. «Ein trauriger Negativrekord», hält die Organisation fest.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub, Bern
    @Zimmermann: möchten Sie wirklich mit einem Teil eines anderen Menschen leben? Ich könnte das auf jeden Fall nicht. Da wäre ich ja nicht mehr richtig ich selber, sondern er/sie und ich. Nein, nichts für meine Psyche.
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  • Kommentar von Paul Grunder, Teufen AR
    Die Organspende muss auf absolut freiwilliger Grundlage organisiert werden. Es gibt tausend Gründe dafür und tausend dagegen. Es gibt Situationen, da würde ich einer Spende zustimmen, aber es gibt ebenso viele, da würde ich sie ablehnen. Es ist letztlich mein Körper und ich muss zu Lebzeiten formulieren, wann ja und wann nein. Damit sind die meisten überfordert, also bleibt die absolute Freiwilligkeit oberstes Gebot.
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    1. Antwort von Nathalie Zimmermann, Effretikon
      Absolute Freiwilligkeit ist aber bei beiden Lösungen gegeben. Der einzige Unterschied ist, den Ausganswert der Antwort zu ändern, von "ich will kein Organspender sein" zu "ich will Organspender sein". Man kann sich aber immer noch ganz frei entscheiden.
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  • Kommentar von Edi Steinlin, Zürich
    Einmal mehr entscheiden sich unsere Volksvertreter für den Weg des geringsten Widerstandes. Nun auch sie oder ihre Familien sind in der Klemme wenn sie ein Organ brauchen. Wie so oft, keine mutige sondern ein "duckmäuserische" Entscheidung.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      E.S./Viel einfacher wäre,dass wenn Menschen wünschten,in einer entsprechenden Krankheits-Situation,ein Ersatzorgan transplantiert zu erhalten(Herz,Niere,Leber,etc.),sie sich auf einer Spenderliste,eintragen lassen können.Potenzielle Spender,könnten damit bevorzugt behandelt werden.Zudem könnte ebenso,ein absoluter VERZICHT AUF ein Spenderorgan,registriert werden.Möchte niemals ein"Ersatzorgan"transplantiert erhalten und wäre auch nicht bereit,irgend ein Organ zu "liefern".
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    2. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Käser, Das wäre doch ein fairer Ansatz und logisch. Warum kommt das denen in Bern nicht in den Sinn?
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