Oster-Verkehr erforderte abermals Engelsgeduld

Wer über Ostern mit dem Auto die Schweizer Gebirgsachse passieren wollte, brauchte auch dieses Jahr ein solides Nervenkostüm. Der Verkehr staute sich auf allen Routen am Gründonnerstag wie auch am Ostermontag. Für die Bahn war es dagegen ein Schnäppchentag.

Im Osterstau vor den Alpenübergängen stehen, könnte eine treffliche Geduldsübung aus dem Zen-Buddhismus sein. Auch dieses Jahr brauchten die Autofahrer auf dem Weg in den Süden und zurück eine dicke Haut.

Autobahnstau vor dem Gotthardportal in Airolo.

Bildlegende: Sieben Kilometer reihten sich die Fahrzeuge der Oster-Geduldigen am Südportal aneinander. Keystone

Der Verkehr staute sich am Ostermontag am Südportal des Gotthard-Tunnels auf sieben Kilometern Länge und noch einmal auf vier Kilometern vor Quinto. Doch auch auf der San-Bernardino-Route und bei den Autoverladestationen mussten sich Reisende in Geduld üben.

Etwa zwei Stunden dauerte es, bis die Automobilisten die rund 30 Kilometer lange Strecke vom Biaschina-Tunnel bis zur Einfahrt in den Gotthard-Tunnel hinter sich gebracht hatten.

Auch San-Bernardino-Route dicht

Vor dem Biaschina-Tunnel hielt die Tessiner Kantonspolizei wegen des hohen Verkehrsaufkommens vor dem Südportal den Verkehr immer wieder an. Viasuisse geht davon aus, dass der Stau in Richtung Norden sich erst nach Mitternacht wieder vollständig auflösen wird.

Doch auch auf der Ausweichroute Richtung Norden über die A13 ging es zeitweise nicht mehr vorwärts, wenn auch erst nach dem San-Bernardino-Tunnel. So meldete Viasuisse eine Stunde und 20 Minuten Wartezeit wegen Verkehrsüberlastung zwischen Thusis und der Raststätte Heidiland.

Auch wer auf die Kantonsstrasse von Thusis in Richtung Chur ausgewichen ist, hatte Pech. Auch nach der Hauptstadt Graubündens stockte der Verkehr immer wieder in Richtung Norden.

Das Chaos verlagert sich nach Norden

Je länger der Tag dauerte, desto mehr verlagerte sich der Verkehr nach Norden und desto häufiger stockte der Verkehr dort an den neuralgischen Punkten wie den Autobahndreiecken.

Gegen Abend entspannt hat sich die Lage an den Auto-Verladestationen. Nur noch zwei Stationen meldeten je eine Wartezeit: jene an der Vereina (Sagliains im Engadin) noch eine halbe Stunde sowie an der Furka die Matterhorn-Gotthard-Bahn in Oberwald eine Stunde.

Die SBB stockt auf

Viele reisten mit dem Zug ins verlängerte Wochenende oder zum letzten Ski-Ausflug der Saison. Die SBB bot von Gründonnerstag bis Ostermontag auf ihren Strecken über den Gotthard und über den Simplon ins Tessin oder nach Norditalien sowie auf der Ost-West-Achse rund 24‘000 zusätzliche Sitzplätze an, 6000 mehr als im Vorjahr.

Allein ins Tessin und ins Wallis und zurück setzte die SBB sechs Zusatzzüge ein. Andere Züge wurden verlängert.

Schon der Oster-Auftakt war verstopft

Bereits zum Oster-Auftakt kam der Verkehr grossflächig zum Erliegen. Am Gründonnerstag mass die Blechlawine zehn Kilometer. Nach einer Entspannung in der Nacht ging es am Karfreitagmorgen wieder los.

Am frühen Vormittag staute sich der Verkehr bereits auf neun Kilometern Länge, was einer Wartezeit von fast anderthalb Stunden entspricht. Am späteren Nachmittag hatte die Blechlawine auf sechs Kilometer abgenommen. Um 18.40 Uhr herrschte wieder freie Fahrt.

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