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Schweiz Ozonwert im Tessin überschreitet Schwelle

120 Mikrogramm pro Kubikmeter: Das ist der Schwellenwert für Ozon in der Luft. Im Tessin liegen die Zahlen deutlich darüber. Nun soll die Bevölkerung einen Beitrag leisten, den Gehalt zu senken – freiwillig.

Autos stehen vor dem Umfahrungstunnel Vedeggio-Cassarate.
Legende: Deutlich zu viele Schadstoffe in der Luft: Autos stehen vor dem Umfahrungstunnel Vedeggio-Cassarate. Keystone

Heisses Wetter lässt die Ozonbelastung steigen. Im Tessin ist derzeit zu viel Ozon in der Luft. Der höchste Grenzwert wurde bei Mendrisio gemessen – mit 211 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter. Aber auch in Chiasso oder Lugano wurde der Schwellenwert von 120 Mikrogramm so stark überschritten, dass die Behörden reagieren mussten.

Richard Ballamont vom Bundesamt für Umwelt sagt gegenüber SRF: «Gestern Abend ist die Ozonkonzentration so stark gestiegen im Tessin, dass es eine Mitteilung der interkantonalen Konferenz der Umweltschutzdirektoren gab.»

Bise hilft Mittelland

Im Mittelland hat die Bise die Ozonkonzentration bisher einigermassen gering gehalten. Anders in der Sonnenstube Tessin: «Das Hautproblem sind die Luftschadstoffe. Sie werden mit der Sonneneinstrahlung in Ozon transformiert», sagt Ballamont.

Bei Personen, die sehr sensibel auf Ozon reagieren, treten Schleimhautreizungen in Augen, Nase und Hals auf. Auch die Lungenfunktion kann reduziert werden. Darum rät Barbara Weber von der Lungenliga: «Körperliche Aktivitäten im Freien sind bei hoher Ozonbelastung auf den frühen Morgen oder den späten Abend zu verlegen.»

Freiwilliger Beitrag der Menschen

Die kantonalen Umweltdirektoren rufen die Bevölkerung auf, freiwillig einen Beitrag zu weniger Luftschadstoffen zu leisten. Die Bevölkerung im Tessin soll weitgehend auf die Fahrt im Privatauto verzichten. Zudem sollen die Menschen im Hobby- und Gartenbereich elektrische statt benzinbetriebene Geräte benutzen. Massnahmen wie etwa eine Temporeduktion auf den Autobahnen sind zurzeit nicht geplant.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Koller, Lichtensteig/SG
    Der gutgemeinte Aufruf erinnert mich an den Buss- und Betttag. Da wurde zum Autoverzicht aufgerufen. Noch nie waren dann am diesen Tag so viele Fahrzeuge auf der Strasse...!
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Tja, alle Jahre wieder. Und alle Jahre hacken die Behörden auf der Bevölkerung rum. Schaut man aber genauer hin, erkennt man, dass gar nicht wir Autofahrer schuld sind! Da hätten wir einen untätigen Staat, der Millionen Touristen lieber mit dem Auto im Stau stehen lässt (Motor natürlich an, wegen Klimaanlage), anstatt mal ein günstiges Konzept eines Autoreisezuges zu forcieren! Dazu kommt die Industrie, die nach wie vor wohl die Hauptursache der hohen CO2 und Ozonwerte sein dürfte!
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