Parlamentarier stellen Herzzentren-Entscheid in Frage

Nach jahrelangen Diskussionen ist nun klar: Die drei Herzzentren in Lausanne, Zürich und Bern bleiben bestehen. Die Gesundheitsdirektoren haben sich entschieden, keinen Standort aufzugeben. Vom Tisch ist das Thema deswegen aber nicht.

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) hat es beschlossen: Herztransplantationen werden weiterhin in Zürich, Bern und Lausanne durchgeführt.

Doch drei Herzzentren für 30 Herztransplantationen pro Jahr – das seien zu viele, sagt Christine Egerszegi. Sie ist Präsidentin der ständerätlichen Gesundheitskommission: «Ich bin skeptisch, die Schweiz ist ein kleines Land. Es ist nicht nur eine Frage der Kosten, sondern auch der Qualität.» Dort, wo mehr Herztransplantationen durchgeführt würden, sei die Qualität nachweisbar besser. «Weil die Erfahrung der Ärzte grösser ist», fügt sie an.

Parlamentarier sind skeptisch

Dass keines der drei Herzzentren geschlossen werde, sei absehbar gewesen. Dies sei im Interesse der Kantone, sagt dagegen SP-Nationalrätin Silvia Schenker. Sie fordert deshalb, dass der Bund künftig über die Spitzenmedizin entscheidet: «Ich glaube, dass zu viele Interessenskonflikte auf kantonaler Ebene vorhanden sind, als dass die Kantone einen wirklich objektiven Entscheid treffen können.»

Die Diskussion darüber müsse im Bundesparlament geführt werden. Diese Meinung teilt SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi. Denn es könne nicht sein, dass die kantonalen Gesundheitsdirektoren alles beim Alten liessen in der Spitzenmedizin: «Geht man dazu über, die bestehenden Einrichtungen zu bestätigen, oder will man wirklich der Effizienz entsprechend Korrekturen vornehmen? Das ist die Frage.»

Mit dieser und anderen Fragen zur Spitzenmedizin werden sich die Bundesparlamentarier demnächst befassen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Eine Herzoperation am Kinderspital der Universität Zürich.

    Spitzenmedizin bleibt allen drei Uni-Spitälern erhalten

    Aus Echo der Zeit vom 19.9.2013

    Die Uni-Spitäler Lausanne, Bern und Zürich sollen auch in Zukunft Herz-Transplantationen durchführen können. Das hat das zuständige Gremium der Schweizerischen Gesundheitsdirektoren entschieden. Die Idee, die Zahl der Spitäler zu beschränken, ist damit vom Tisch.

    Der Berner Gesundheitsökonom Heinz Locher hält diesen Entscheid für falsch. Ein Gespräch.

    Andrea Jaggi und Roman Fillinger