Pausenzeit ist Handyzeit

Das Handy gehört dazu. Auch in den Schulen prägen sie das Bild. Immer häufiger durchlüften Schüler in den Pausen nicht mehr den Kopf, sondern hantieren mit ihren Handys und Smartphones herum. So schlimm ist das aber gar nicht.

Das eigentliche Ziel einer Pause tönt einfach: aufstehen, durchatmen, bewegen. Doch mittlerweile bestimmen Handys und Smartphones, was in der Pause passiert.

Schüler schauen während einer Pause auf ein Mobiltelefon.

Bildlegende: Sozialer Kontakt – auch durch das Handy: Schüler während einer Pause. Keystone

Nicolas Glauser ist Lehrer an der kaufmännischen Berufsschule in Thun. Er sagt: «In den letzten Jahren wird die Pause nicht mehr als Unterbruch genutzt. Man kündigt die Pause an, alle bleiben sitzen, holen das Smartphone hervor und tauschen Nachrichten aus oder lesen die News.»

Für die Zürcher Schulpsychologin Ruth Etienne Klemm ist der Pausenfüller Smartphone dennoch kein grundsätzliches Problem: «Es ist eine andere Art der Konzentration. Sie ist oft sehr lustbetont.»

Kein Handyverbot

Schlecht sei es aber, wenn die am Pult sitzen bleiben. «Das ist keine Pause. Denn sie haben keinen Ortswechsel, keine Bewegung und tun nicht wirklich etwas anderes.»

Ein Handyverbot, wie es manche Schulen kennen, lehnt Schulpsychologin Etienne Klemm ab. Sie plädiert – wenn überhaupt – für gemeinsame Abmachungen zum Handygebrauch zwischen Lehrer und Schüler.

Auch Beat Zemp rät zu einem gelassenen Umgang. Er ist Präsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer: «Die Pause ist eine selbstbestimmte und keine fremdbestimmte Zeit. Häufig müssen Schülerinnen und Schüler das Schulzimmer wechseln und kommen so in Bewegung.»


Pausenfüller Handy

2:20 min, aus HeuteMorgen vom 13.08.2013

Sozialer Kontakt schwindet

Einig sind sich die Experten, dass wegen des regen Smartphone-Gebrauchs der direkte soziale Kontakt unter den Schülern verloren geht. Allerdings ist dieses Phänomen nicht auf die Schulpausen beschränkt.