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Forschung und Patientenschutz Per Blutprobe zum gläsernen Patienten

Wer im Spital Blut gibt, soll eine neue generelle Einverständniserklärung unterschreiben, damit all seine Daten für die Forschung verwendet werden können. Doch die Patientenorganisationen schlagen Alarm.

Legende: Audio «Folgenschwerer Einschnitt in den Patientenschutz» abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
1:58 min, aus HeuteMorgen vom 23.02.2017.

Wenn wir ins Spital gehen, wird uns fast routinemässig Blut genommen, manchmal auch Urin oder Gewebe.

Diese Proben sind nicht nur für unsere persönliche Gesundheit von Interesse, auch die Forschung profitiert immer mehr davon, sagt Peter Meier Abt von der Akademie der Medizinischen Wissenschaften: «Jetzt kann man es viel globaler analysieren, ein klares Profil erstellen und natürlich auch ganz neue Krankheitsmechanismen entdecken.»

Patienten oft zu unbekümmert

Tausende solcher Proben werden jeden Tag an den Schweizer Spitälern gesammelt. Damit die Proben unter den Spitälern ausgetauscht und für verschiedenste Forschungsprojekte – auch im Ausland – gebraucht werden können, sollen Patientinnen und Patienten eine neue generelle Einverständniserklärung unterschreiben.

Die meisten Menschen realisierten aber gar nicht, wie weitgehend die Informationen seien, die sie da hergeben, sagt Franziska Sprecher. Sie ist Assistenzprofessorin an der Universität Bern und berät als Juristin die Stiftung SPO Patientenschutz: «Heute kann das Genom entschlüsselt werden, und in Verbindung mit Big Data ist relativ schnell klar, wer der Patient war.»

Hacker-Angriffe auf Spitäler

Die Tatsache, dass für die Forschung das gesamte Erbgut entschlüsselt werden darf, erfährt aber nur, wer auch das Beiblatt zur Einverständniserklärung studiert. Und Juraprofessorin Sprecher warnt weiter: «Wenn es zu Datenlecks kommt, zu einem Zugriff von Unbefugten auf diese Proben, dann steht der Spender, die Spenderin schwach da.»

Die Patientenschutzorganisationen fordern deshalb, dass der rechtliche Rahmen und die Einverständniserklärung als Ganzes verbessert werden. Denn es ist schon mehrfach vorgekommen, dass Schweizer Spitäler Opfer von Hacker-Angriffen geworden sind.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Und... was zum Donner kann da geschehen wenn jemand rausfindet, dass der Blutstropfen von mir stammt.. oder eine Gewebeprobe???? was fuer eine Phobie wird da wieder herangezuechtet...
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Teilweise skrupellose, nicht kontrollierte, missbräuchliche, dafür sehr kostspielige "Forschung", um jeden Preis, ohne konkretes Wissen, Informationen der CH "Geldgeber", der Bevölkerung, bzgl. détaillierten "Versuchen"! Immer mehr Abhängigkeit der CH BürgerInnen durch Pharma-Lobby und "Forschung"......??
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Da müssen sich die Spitäler nicht wundern, wenn immer weniger Leute bereit sind, Blut zu spenden. Das könnte gefährlich werden, gerade in Notsituationen wie Krieg etc.
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Hat doch damit nichts zu tun, wo ueberall man ist kann man heute zB biologische Spuren finden die letztendlich zum Besitzer zurueckgeleitet werden koennen.. nicht nur duch Laborproben.. Ausserdem, man kann heute genau bestimmen, aus welchem Gebiet der individuelle Ururururahn kommt.. (Kenia, SA uva)
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