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Schweiz Petra Gössi: «FDP rutscht mit mir nicht nach rechts»

Sie ist bisher die einzige offizielle Kandidatin fürs FDP-Präsidium. Im exklusiven SRF-Interview nimmt die Schwyzer Nationalrätin und Juristin Petra Gössi erstmals Stellung, in welche Richtung sie die Partei lenken will.

Legende: Video «Gössi: «Werde am Profil festhalten»» abspielen. Laufzeit 2:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.02.2016.

Stellen sich in den nächsten zwei Wochen nicht noch weitere Kandidaten zur Verfügung, dürfte Petra Gössi die Nachfolge vom zurücktretenden FDP-Präsident Philipp Müller antreten. Seit die Schwyzerin ihre Kandidatur bekanntgab, weilte sie im Ausland und äusserte sich deshalb nicht in den Medien. Im exklusiven SRF-Interview nimmt Gössi jetzt erstmals Stellung, wie sie die Partei führen würde.

Gleich vorneweg: Den immer wieder geäusserten Vorwurf, sie sei allzu konservativ, will die 40-Jährige nicht gelten lassen. Sie habe Freude an Traditionen, das sei ein Unterschied. Ihre eigene Meinung sei durchwegs liberal.

«Richtungsänderung ist nicht notwendig»

Unter Philipp Müller habe sich die FDP eigenständig positionieren können. «Nun geht es darum, dieses klare Profil weiterzuführen». Eine Richtungsänderung sei nicht notwendig. So werde die Partei mit ihr denn auch nicht weiter nach rechts rutschen.

Dass sich Gössi tatsächlich am rechten Rand der Partei bewegt, das streitet sie nicht ab. Als Parteichefin müsste sie allerdings das gesamte Spektrum der FDP abbilden, sagt sie deutlich. «Da wird es Positionen geben, die sich von den persönlichen Ansichten unterscheiden.» Auch Müller habe sich nach seiner Wahl «eingemittet», so die Wirtschaftsjuristin. «Das würde bei mir auch passieren.»

Legende: Video «FDP-Nationalrätin Gössi zum Europa-Dossier» abspielen. Laufzeit 2:17 Minuten.
Vom 14.02.2016.

Gegen EU-Beitritt, für die Bilateralen

Es sei denn auch nicht der Fall, dass sie mit ihrem Profil besser zur SVP passen würde. Etwa in der Aussenpolitik unterscheide sie sich deutlich von der Volkspartei. So sei sie zwar ebenfalls gegen einen EU-Beitritt, die Bilateralen dürften jedoch keinesfalls gefährdet werden. Zudem sei ihr durch und durch liberales Gedankengut Abgrenzung genug, sagt Gössi. «Meine Politik ist nie eine Kopie von jemand anderem.»

Doch wird sich die zurückhaltende Schwyzerin im Rampenlicht behaupten können? Sie hoffe es, sagt Petra Gössi. Es sei wohl eine Frage der Gewöhnung. «Man muss immer in ein Amt hineinwachsen – niemand wird als Parteipräsident geboren.» Sie wolle Verantwortung tragen, deshalb stelle sie sich zur Verfügung. «Es würde mich freuen, eine liberale Zukunft der Schweiz gestalten zu können.»

Legende: Video «Exklusives Interview mit FDP-Nationalrätin Gössi in voller Länge» abspielen. Laufzeit 13:00 Minuten.
Vom 14.02.2016.

Offen für Konkurrenz

Was ihr Privatleben angeht, hält sich Gössi bedeckt. Sie sei in einer Partnerschaft, näher werde sie sich nicht dazu äussern. Auch gehe sie künftig weiterhin alleine an offizielle Anlässe.

Noch bis zum 29. Februar können die Kantonalparteien sowie der Partei nahestehende Organisationen Kandidaturen einreichen. Die Wahl erfolgt dann an der Delegiertenversammlung vom 16. April. Petra Gössi fürchtet eine allfällige Konkurrenz nicht. «Ich würde es sogar begrüssen, wenn noch andere Kandidaten hinzukämen.»

22 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    An die Direktion SRF und das SRF Kontrollteam. Warum haben Sie praktisch alle, vor allem die Beiträge betr. Abstimmung "Durchsetzungsinitiative" mit der Möglichkeit einen Kommentar abzugeben deaktiviert? Das ist eindeutlich ein Verstoss gegen Schweizer Gesetz!! Darf ich Sie um die Veröffentlichung dieses/meines Kommentars und eine Antwort innert 24 Stunden bitten.
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    1. Antwort von SRF News
      Guten Tag, hier spricht das «SRF Kontrollteam». Wenn Sie unter srf.ch/abstimmungen auf die entsprechenden Artikel gehen, werden Sie sehen, dass diese teilweise hunderte Kommentare haben. Von einem Kommentar-Verbot kann also wirklich keine Rede sein. Aus verschiedenen Gründen ist die Kommentarfunktion unter älteren Artikeln deaktiviert – unter allen, testen Sie es gern selbst. Sie können Ihre Kommentare zur DSI gern unter künftigen Meldungen abgeben. Freundliche Grüsse, Ihre Redaktion SRF News
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    2. Antwort von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
      Man macht's anders: man veröffentlicht einfach praktisch nichts .... geht auch so auf diese Weise.
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    3. Antwort von SRF News ()
      Herr Kunz, mit Verlaub: So ein Quatsch. ^ak
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  • Kommentar von Maligan Jury (jury maligan)
    Die FDP hat schon immer ihr Fähnchen nach dem Wind gedreht und wird es wohl weiter so machen. Der neuen Führung ist zu wünschen, dass sie sich nach dem Wohl der Bürger richtet und nicht gegen die schlimme SVP, welche ihr soviele Wähler weggenommen hat. Aber wie schon gesagt - das Fähnchen weht...
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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Die FDP ist und bleibt was Sie immer war, eine Partei die bereit ist die Souveränität der Schweiz für europäische Illusionen zu opfern, die es nie gab. Die Nationen Europas werden nun schon zu Memberstates ohne Rechte degradiert und die FDP findet das erstrebenswert. Schade, dass die FDP nicht einsieht, dass es nationale Güter und Verantwortlichkeiten gibt, die nie delegiert werden dürfen. Vielfalt und Föderalismus sollten gefördert werden, nicht Gleichschaltung, Unterdrückung und Korruption !
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