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Schweiz Pfiffe für Bundesrat Berset

Eine Erhöhung des Frauenrentenalters? Innenminister Alain Berset ist bei den Gewerkschaften mit diesem und anderen Vorhaben zur Rentenreform 2020 auf Widerstand gestossen.

Legende: Video «SGB-Delegierte lassen Bundesrat Berset abblitzen» abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.10.2014.

Bundesrat Alain Berset ist bei den Gewerkschaften mit seinen Plänen zur Rentenreform nicht gut angekommen. Bei seiner Rede am Kongress des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes in Bern versuchte der SP-Bundesrat vergeblich, die Mehrheit der Delegierten von der Altersvorsorge 2020 zu überzeugen.

«Die politischen Kräfte, die sich für eine starke AHV einsetzen, dürfen sich nicht auseinander dividieren lassen», sagte Berset gemäss einer Mitteilung des Innendepartements (EDI). Er wies darauf hin, dass der Bundesrat bei der beruflichen Vorsorge künftig auch kleinere Erwerbseinkommen versichern will, wovon vor allem die Frauen profitieren würden.

Dem Ruf nach einer generellen Erhöhung des Rentenalters über 65 Jahre erteilte der Bundesrat eine klare Absage. «Schon heute haben ältere Personen auf dem Arbeitsmarkt schlechte Chancen.» Eine allgemeine Erhöhung würde deshalb zu mehr älteren Arbeitslosen oder gar zu mehr Sozialhilfebezügern führen.

Pfiffe für geplante Anhebung des Frauenrentenalters

Dennoch stiess Berset mit seiner Rede bei den rund 400 Delegierten grösstenteils auf Widerstand, wie SGB-Sprecher Thomas Zimmermann sagte.

Denn der Bundesrat plant eine Erhöhung des Frauenrentenalters von 64 auf 65 Jahre. Eine solche Erhöhung komme nicht in Frage, schrieb der Gewerkschaftsbund am Ende des ersten Tages der viertägigen Veranstaltung, welche alle vier Jahre durchgeführt wird. Die geplante Reform trage der Lebenssituation der Frauen über 60 nicht Rechnung.

SGB: «Rückzug aus der AHV dient der privaten Vorsorge»

Falsch sei auch der geplante teilweise Rückzug des Bundes aus der AHV-Finanzierung, hiess es weiter. Ein solcher würde entweder zu höheren Mehrwertsteuern oder zu tieferen Rentenleistungen führen. Von einer Schwächung des «wichtigsten Sozialwerks der Schweiz» profitiere letztlich nur die private Vorsorge.

Die vom SGB lancierte Volksinitiative «AHVplus» sei deshalb zielführender, da sie die AHV stärke statt schwäche. Denn: Für Leute mit tiefen und mittleren Einkommen sei die erste Säule der stärkste Pfeiler ihrer Altersvorsorge.

27 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Schrag, Liebefeld
    Bei der Einführung der AHV im Jahre 1948 war das Rentenalter für Männer wie für Frauen bei 65 Jahren. Nachdem das Frauenstimmrecht angenommen worden war, weibelten alle Parteien um die Stimmen der Frauen. Ich weiss nicht mehr welche Partei als Erste die glorreiche Idee hatte, das Rentenalter für Frauen auf 62 Jahre zu senken um deren Stimmen einzufangen. Auf jeden Fall haben alle andern Parteien Hurra geschrien um auch am Stimmenkuchen knabbern zu können.
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  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    Der ungeschriebene Generationenvertrag wird schon heute nicht gelebt... Warum sollen Junge dafür bluten, dass die Mehrheit der Neurentner nicht 40 Jahre in die AHV einzahlten? Die AHV wurde mit dem BVG angeschossen und mit den EL hingerichtet!
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    1. Antwort von Charles Halbeisen, Bronschhofen
      @A. Holenstein: Da es sich bei der AHV, im Gegensatz zur Pensionskasse, um ein Umlageverfahren handelt, spielt es keine Rolle, wer vor x Jahren wieviel bezahlt hat. Diese Daten dienen nur der Berechnung der Rente. Das der AHV ist nicht angespartes Geld (ausser die Reserven), sondern entspricht den aktuellen Einzahlungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ihr Problem betrifft die Umverteilung von Pensionskassen-Geldern von den Jungen zu den Alten.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Das Problem ist, dass die AHV nur von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert wird. Wer riesige Gewinne mit wenige Angestellten macht, profitiert von der Lebensqualität und er guten Infrastrukur in der Schweiz und sollte auch einen angemessenen Beitrag an die AHV bezahlen. Es gibt zunehmend Multimillionäre in der Schweiz. Diese Bevölkerungsschicht dürfte auch etwas mehr an die AHV bezahlen. AHV durch Zuwander finanzieren ist ein Schneeball-System. Auch diese werden einmal ihre Rente fordern
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