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Schweiz Pflegende sollen mehr dürfen

Das selbständige Arbeiten soll bei Pflegefachpersonen gesteigert werden. Daher soll den Pflegenden eine grössere Verantwortung übertragen werden – und sie sollen mehr Kompetenzen erhalten. Dies schlägt die Gesundheitskommission des Nationalrates vor.

Legende: Video Pflegende sollen mehr dürfen abspielen. Laufzeit 2:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.04.2015.

Pflegefachpersonen sollen selbständiger arbeiten und mehr Entscheide in Eigenregie fällen können. Dies schlägt die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK) vor.

Gewisse Abklärungen, Beratungen und Pflegemassnahmen sollen Pflegefachpersonen auch ohne ärztliche Anordnung durchführen dürfen.

Gestützt auf eine parlamentarische Initiative hat die Kommission die Vernehmlassung zu einer Änderung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) eröffnet. In diesem sollen Pflegefachpersonen künftig als Leistungserbringer anerkannt werden.

Welche Leistungen sie ohne Anordnungen einer Ärztin oder eines Arztes erbringen dürfen, muss gemäss dem Entwurf der Kommission der Bundesrat festlegen. Die Auswirkungen wären unterschiedlich, je nachdem, wo eine Pflegefachperson tätig ist.

Auswirkungen auf die Kosten noch unklar

Die Stellung und Rolle von im Spital angestellten Pflegenden würde durch die Gesetzesänderung gestärkt, Leistungserbringer bliebe aber das Spital. Das gleiche gilt für Pflegefachpersonen, die in einem Pflegeheim oder einer Spitex-Organisation angestellt sind.

Akut- oder Übergangspflege im Anschluss an einen Spitalaufenthalt sollen von einem Arzt und einer Pflegefachperson gemeinsam angeordnet werden. Selbständig tätige Pflegende schliesslich könnten direkt mit der Krankenkasse abrechnen.

Wie sich die neue Regelung auf die Menge der erbrachten Pflegeleistungen und damit auf die Kosten auswirken wird, ist schwierig abzuschätzen, wie es im Bericht der SGK heisst. Die Kommission will dem Bundesrat daher die Möglichkeit geben, wie beim Zulassungsstopp für Ärzte bei einer Überversorgung die Notbremse zu ziehen. Zudem soll die Regierung dem Parlament nach fünf Jahren Bericht erstatten über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Gesetzesänderung.

Attraktivität des Pflegeberufs soll gesteigert werden

Diese wurde vom Berner SVP-Nationalrat Rudolf Joder angeregt. Ziel seiner parlamentarischen Initiative ist es, dem steigenden Pflegebedarf und der prekären Personalsituation in Spitälern und Pflegeeinrichtungen zu begegnen.

Mit der neuen Selbständigkeit soll der Pflegeberuf zudem attraktiver werden für junge Berufsleute. Das längst nicht mehr zutreffende Image eines Hilfsberufs soll überwunden werden, schreibt die Kommission in ihrem Bericht. Und nicht zuletzt sollen die Kosten gesenkt werden, weil nicht mehr für alle pflegerischen Leistungen die Anordnung eines Arztes nötig ist.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Meier kathrin, Gossau
    Atraktiver machen! Damit ich dipl werde muss ich wieder lehrlingslohn in kauf nehmen und wer kann sich das scho leisten wenn eine fage fast die gleichen kompetenzen hat wie ein hf
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    1. Antwort von L. Halter, Winti
      Seit wann hat eine FaGe die gleichen Komptenzen wie HF? Ausserdem gibt es an den meisten Spitälern Stipendienprogramme, dass sich die Ausbildung auch jene leisten können, die bereits alleine wohnen etc.
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  • Kommentar von Emilija M., Aarau
    Danke. Dann möchte ich aber auch mehr Lohn haben. Als wären wir nicht schon jetzt schlecht bezahlt .. dann möchte ich wenigstens bei mehr Verantwortung auch mehr Lohn bekommen.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Ich finde es gut, wenn Pflegepersonal mehr Kompetenzen erhält. Aber bitte nur die Schweizer und nicht ausländisches Personal das sich total andere Standards gewohnt ist. Die Ausländer müssen zuerst ein paar Jahre beweisen, ob sie mit unserer menschlichen Pflege zurecht kommen. Besonders müssen Menschen, die sich nicht mehr wehren können, vor schlechter Pflege geschützt werden. Stellen Sie sich vor, wenn Sie mal im Heim sind, und jemand "pflegt" Sie herz- und teilnahmslos!
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    1. Antwort von U.E.Romer, Zuerich
      Komische Einstellung. Die Herkunft ist doch unerheblich, sondern die Fähigkeiten sind massgebend.Ich wünsche Ihnen, dass Sie einmal von "Urnerinnen" betreut werden - diese sind aber am Aussterben...
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    2. Antwort von U.Sellmann, Bassersdorf
      In bin in einer Führungsposition im Gesundheitswesen tätig. Ich muss Ihnen sagen, dass Ihre Annahme: schweizer Bürger = gute Pflege, nicht zutreffend ist. Mehr ist es eine Frage der inneren Haltung. Diese kann bei ausländischem Pflegepersonal durchaus besser sein als bei schweizer Pflegenden. Eine nationale Zugehörigkeit alleine macht weder eine/n bessere Pflegende/n noch einen besseren Menschen!
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    3. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Romer, Sellmann:Wenn am morgen eine Pflegerin ins Zimmer eilt und laut + deutlich etwas in "ihrer Sprache" ausruft und keiner versteht es, ist es für Pflegebedürftige, die sich nicht so schnell + laut, oder überhaupt nicht, wehren können, ganz einfach eine Katastrophe. Ich rede aus Erfahrung + solches kann verhindert werden, wenn Ausländer nur nach ein paar Jahren erfolgreichem Pflegen, zu mehr Kompetenz kommen dürfen. Hier fehlt nicht nur die Sprachkenntnis sondern auch das Einfühlungsvermögen.
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