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Pflichtfach am Gymnasium Dringend gesucht: Informatik-Lehrkräfte

Informatik an Gymis wird obligatorisch. Nun beginnt der Kampf um die entsprechenden Lehrer. Die Konkurrenz ist überall.

Legende: Audio Informatik-Lehrer sind dünn gesät abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
01:53 min, aus Heute um Vier vom 26.06.2018.

Schweizer Gymnasien müssen bis spätestens in vier Jahren obligatorischen Informatik-Unterricht anbieten. Der Grundsatzentscheid ist gefällt, demnächst werden die gesetzlichen Grundlagen vorliegen. Ein Problem beschäftigt die Verantwortlichen aber schon jetzt: Die Rekrutierung von Lehrkräften.

300 Stellen müssen besetzt werden

Mit dem Informatik-Obligatorium an Gymnasien werden in der ganzen Schweiz schätzungsweise 300 neue Lehrerstellen zu besetzen sein.

Im Kanton Luzern etwa würden dereinst bis zu 20 Gymnasiallehrer Informatik unterrichten, schätzt Aldo Magno, Chef des Bereichs Gymnasialbildung. Ein Teil davon seien Lehrkräfte, die bereits unterrichten und die man in Informatik nachqualifizieren werde.

Den anderen Teil müsse man neu anstellen. Das aber sei einfacher gesagt als getan, sagt Aldo Magno. Grundsätzlich bildeten sich nur sehr wenige zum Informatiker aus. «Dementsprechend gibt es aus der Privatwirtschaft sehr attraktive Jobangebote», so Magno. Die Privatwirtschaft bezahle zum Beispiel höhere Löhne.

Kanton Zürich geht in die Werbeoffensive

Im Kanton Zürich geht man nach ersten Schätzungen von 40 neuen Vollzeitstellen aus. Deshalb wolle man an Gymnasien und Universitäten bei Informatik-Interessierten nun für den Lehrerberuf werben, sagt der Chef des Zürcher Mittelschul- und Berufsbildungsamtes, Niklaus Schatzmann.

Vielleicht bekomme der eine oder andere Informatiker plötzlich Lust, sein Wissen an Jugendliche weiterzugeben, so Schatzmann weiter. Die Kampagnen sollen interessierte Personen ansprechen, «damit sie die nötige pädagogische Ausbildung nachholen werden, auch im fortgeschrittenen Alter».

Allerdings werden die Kantone nicht nur von der Privatwirtschaft konkurrenziert. Auch unter den Kantonen selber beginnt der Kampf um die begehrten Informatiker.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    Informatik sollte nicht nur an Gymis gelehrt werden, sondern auch an allen anderen Schulen.
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    1. Antwort von Dominik Gruntz (grylix)
      Wird es auch da es Teil des LP21 ist, und es gibt auch bereits erste Lehrmittel.
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  • Kommentar von Marianne Känzig (Marianne Känzig)
    Und was wollt Ihr denen beibringen? Hello World? Wenn heute niemand mehr die Grundlagen der Informatik kennt, und die, die sie kennen, nicht erwünscht sind, dann könnt Ihr das Fach gleich weglassen. Mit Hello World ist es nicht getan. Die für kommerzielle Zwecke benötigten Anwendungen sind vom stümperhaften Verständnis für Informatik so durchzogen, dass man von Hand schneller ist. Also meine Frage ist eigentlich: Was will man den jungen Menschen da vermitteln?
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    1. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Informatik. Also Programmierkenntnisse.
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    2. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      @Manuela: ich halte die Frage von Marianne für mehr als berechtigt denn Informatik ist weit mehr als nur programmieren. Die einzigen die das Programmieren für die Königsdisziplin halten sind Programmierer die sonst keine Ahnung haben.
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    3. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Alles beginnt mit grundlegenden Programmierkenntnissen. Spezialisierung kommt erst danach. Und hier reden wir über 14jährige, die es wahrlich nicht können. Man muss es ihnen sukzessive beibringen. Anwenderkenntnisse müssten eigentlich längstens zum Standard gehören.
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    4. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Grundlagen der Programmierung zu vermitteln ist sicher sinnvoll aber darf nicht einziger Schwerpunkt sein. Die Informatik ist vielfältig und spannend. Systemtechnik, Netzwerktechnik aber auch Themen wie Lizenzierung, Sicherheit, Datenschutz, Datenbanken etc. gehören ebenso dazu. Wichtig wäre auch, den Einfluss der Informatik und Technik auf die Gesellschaft anzuschauen.
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    5. Antwort von Michel Koller (Mica)
      @Fitzi: Man kann nichts programmieren, wenn man die zugrunde liegende Technik nicht versteht, auf welcher die Programme laufen sollen. Während meiner Ausbildungszeit wurden auch die Programmierer zuerst in der Technik unterrichtet.
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    6. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Dann kommt es halt auch noch darauf an was man genau unter «Grundlagen der Programmierung» versteht. Für mich sind diese einerseits Mathematik und andererseits ein Verständnis davon wie ein Prozessor funktioniert, aber davon haben heutzutage die wenigsten Programmierer noch eine Ahnung.
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    7. Antwort von Dominik Gruntz (grylix)
      Ein Vorschlag für mögliche Inhalte für dieses Fach findet man z.B. unter http://svia-ssie-ssii.ch/wp-content/uploads/2013/12/GFI@CH-Lehrplanvorschlag-V07.07.2016.pdf
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  • Kommentar von Gregory Wyss (gregshrek)
    Ich habe einen Uni-Master in Informatik und würde sehr gerne Informatik an Gymnasien unterrichten. Leider muss man dazu nochmals 60 Kreditpunkte für das Lehrdiplom absolvieren und verliert damit nochmals ein ganzes Jahr nach dem sowieso schon langen Studium. Wenn man es arbeitsbegleitet machen will, erschweren nutzlose Regelungen (max 3 Jahre) und mühsame Stundenpläne die Verwirklichung. Und der Anmeldeprozess an der FHNW ist ein Horror.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Mein Mann ist IT-Spezialist und ich war mal Lehrerin. Daher: es ist sehr angebracht, dass Nerds sich zuerst in Didaktik-Methodik stärken, bevor sie den Stoff unterrichten. Denn bei der Erklärung an Laien ist der Nerd alles andere als pädagogisch versiert. Ohne unterrichtstechnisches Rüstzeug wäre Frust beidseitig wäre vorprogrammiert.
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    2. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Natürlich bilde ich diese Meinung nicht ausschliesslich anhand Erfahrungen mit einer Person. Wir haben sehr viele Freunde vom Fach. Logische Gedankenschritte werden glatt rausgelassen und wenn die Laie nicht sofort begreift, worüber Ihr erzählt, werdet Ihr gleich überheblich - wie soll der 14jährige die Materie so erfassen?
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    3. Antwort von Matthias Krähenbuehl (Mattthecrow)
      Sie beschreiben eines der Probleme: Lehrpersonal auf dieser Stufe muss nicht nur fachlich kompetent sein, sondern auch die nötige pädagogische Ausbildung haben. Beides ist wichtig und beides gibt es nicht umsonst.
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    4. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      Ich kann Ihren Frust durchaus verstehen ... ist die Pädagogikausbildung für das Gymnasium auch nur eine Schnellbleiche ohne Substanz. Die bestausgebildeten Leute in Pädagogik findet man im Kindergartenbereich! Was in der Schule abläuft, ist z.T. regelrecht hanebüchen!
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    5. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      @Manuela: Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten finde aber dass Didaktik massiv überbewertet wird. In meiner eigenen Schullaufbahn habe ich ein paar Lehrer erlebt bei denen alle Didaktik der Welt nicht geholfen hat, klar braucht es diese auch doch ich bin überzeugt ein gewisses Talent, eine Veranlagung oder wie auch immer man es nennen möchte, ist weit wichtiger um ein guter Lehrer zu sein.
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