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Schweiz Pflichtlager für Notfälle und Engpässe sollen ausgebaut werden

Die Schweizer Wirtschaft ist verpflichtet, Lager mit lebenswichtigen Gütern anzulegen. Im Kalten Krieg waren sie eine Art Versicherung, gedacht für den Fall, dass die Schweiz von der Versorgung abgeschnitten wird. Trotzdem werden die Pflichtlager nicht abgeschafft, sondern sogar noch ausgebaut.

Pflichtlager seien wichtiger denn je, sagt Ueli Haudenschild, Mitglied des Leitungsteams im Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung. «Wir brauchen die Lager, vielleicht muss ich sagen leider, in den letzten zehn Jahren mehr als je zuvor. Weil einfach die freien Lagermengen der Wirtschaft sehr klein geworden sind.»

Gerade bei den Heil- und Arzneimitteln habe der Bund mehrfach auf diese Lager zurückgreifen müssen. Zuletzt bei den Antibiotika, die Ende des Jahres knapp wurden. Insgesamt sind Waren im Wert von rund drei Milliarden Franken auf Halde gelegt. Damit könnte die Schweizer Bevölkerung notfalls bis zu viereinhalb Monate versorgt werden.

Konsument finanziert die Lager mit

Was drin sein muss im Pflichtlager, bestimmt der Bund. Die Unternehmen müssen dementsprechend bestimmte Vorräte an Speiseölen- und Fetten, Brotgetreide und Benzin, Zucker, Reis und Kaffee vorhalten. Auch die Kosten trägt die Wirtschaft, die sie aber durch Abgaben auf Importe und Preisaufschläge bei den Konsumentinnen und Konsumenten finanziert. Die Preisaufschläge pro Produkt seien marginal, sagt Pflichtlager-Experte Haudenschild.«Bei den Heilmitteln bewegt sich das im Rappenbereich pro Packung und beim Erdöl sogar unter einem Rappen pro Liter Benzin zum Beispiel.»

Insgesamt zahlen Schweizerinnen und Schweizer pro Jahr rund 15 Franken für die Pflichtlager.

Bauernverband wünscht sich mehr Futtermittel

Auch wenn der Kalte Krieg lange vorbei ist: Die Pflichtlager werden weiter ausgebaut. Neu aufgenommen werden sollten nach Meinung des Bundes zum Beispiel Impfstoffe, ausserdem Saat- und Pflanzgut. Der Bauernverband wünscht sich zudem grössere Vorräte an Futtermitteln. Verbandssprecher Martin Rufer: «Wir schätzen, dass diese Versorgung in Zukunft schwieriger werden kann in gewissen Zeitperioden aufgrund von klimatischen Bedingungen, Wetterereignisssen, aber auch aufgrund von politischen Situationen und entsprechend möchten wir hier gerüstet sein und Saat- und Pflanzgut aufnehmen.»

Die Entscheidung liegt beim Parlament. Der Ständerat hat der Ausweitung auf Saat- und Pflanzgut bereits zugestimmt, der Nationalrat muss erst noch beraten.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Vorräte für viereinhalb Monate sind viel zu wenig. Zum einen muss man durch die Klimaveränderungen global mit biblischen Ernteausfällen von mehrere Jahren rechnen. Zum anderen haben viele eine Zweitwohnung in der Schweiz von der sie im Fall von Unruhen oder andere Katastrophen in Europa gebrauch machen werden und somache werden dann ihre Verwadten (Wahlschweizer) in der Schweiz besuchen. Die Bevölkerung der Schweiz wäre dann rasch verdoppelt.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Erschwerend kommt noch hinzu, dass dann eine Völkerwanderung statt findet, weg von den Ländern mit wenigen bis keinen Vorräten hin zu den Ländern mit grösseren Vorräten. Was tun hier die anderen europäischen Länder zum Schutz der Bevölkerung?
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Wer kontrolliert es ob die Pflichtlager auch wirklich vorhanden sind? In der heutigen gewinnmaximierenden Wirtschaft gilt jedes Lager leider als Verlust der zu eliminieren ist und bestensfalls nur noch buchhalterisch auf dem Papier ausgewiesen wird.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Ob auch in den nächsten Jahren für die bald 10 Millionen Bevölkerung noch "genug Antibiotikae da" sein werden, steht in den Sternen. Sollte die Bevölkerung weiterhin masslos wachsen, könnte es "lugg" werden in den Schubladen und Schränken der Apotheken und Drogerien, der Arztpraxen und Spitälern. Ist sich dies der Bundesrat, vor allem das EJPD, überhaupt bewusst?
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    1. Antwort von Simon Schenker, Zürich
      Ach Marlen. Mann kann jedes Problem immer ziemlich einfach auf die PFZ abschieben, nicht wahr? Schon mal überlegt, dass die Pflichtlager entsprechend der Anzahl Einwohner aufgelegt sind? Je mehr Einwohner je höher die Bestände in den Pflichtlagern.
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    2. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Ach, Simon, gehören Sie auch zu jenen, die wegschauen und die Probleme bagatellisieren? Schon mal überlegt, dass Medikamente und Antibiotika in gewissen Situation nicht mehr lieferbar sein könnten und die Vorräte irgendwann auch zur Neige gehen? Schönen Gruss M.Z.
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