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Plan des SVP-Fraktionschefs Zuger SVP will von Aeschis Steuerschlupfloch-Plan nichts wissen

Die Rechtskommission des Nationalrates befindet heute über ein neues milliardenschweres Steuerschlupfloch für Firmen.

Legende: Audio Aeschis Steuerschlupfloch stösst auf Ablehnung abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
01:49 min, aus HeuteMorgen vom 22.02.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Vorschlag von SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi für ein neues Steuerschlupfloch wird heute in der Rechtskommission des Nationalrates behandelt.
  • Der Vorschlag sieht vor, dass Aktiengesellschaften einfacher als heute Dividenden legal am Fiskus vorbei ausschütten können.
  • Der Zuger SVP-Finanzdirektor Heinz Tännler wehrt sich jetzt gegen den Vorschlag seines Parteikollegen.

SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi will es Aktiengesellschaften ermöglichen, einfacher als heute sogenannte Kapitaleinlagereserven zu schaffen. Ausschüttungen aus Kapitaleinlagereserven sind seit der Unternehmenssteuerreform II steuerfrei. Mit Aeschis Vorschlag könnten Aktiengesellschaften somit leichter Dividenden legal am Fiskus vorbei ausschütten.

Ein solcher Vorstoss könnte als ein schlechtes Zeichen qualifiziert werden.
Autor: Heinz TännlerZuger Finanzdirektor (SVP)

Dieses neue Steuerschlupfloch könnte Bund, Kantone und Gemeinden Jahr für Jahr bis zu 2,3 Milliarden Franken kosten. Mit diesem Betrag rechnet die Eidgenössische Steuerverwaltung.

Widerstand aus Zuger SVP

Gegen das neue Steuerschlupfloch regt sich jedoch Widerstand – sogar aus Aeschis Partei und Kanton. Der Zuger SVP-Finanzdirektor Heinz Tännler sagt: «Gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um die Steuervorlage 17 könnte ein solcher Vorstoss als ein schlechtes Zeichen qualifiziert werden.»

Aeschis Vorschlag sei kontraproduktiv, sagt Tännler, denn er schaffe neue Angriffsflächen ausgerechnet im Moment, in dem die Steuervorlage 17 ausgearbeitet werden müsse. Diese soll die vom Volk abgelehnte Unternehmenssteuerreform III ersetzen. Nötig ist sie, weil die EU gewisse Steuervorteile, mit denen die Schweiz ausländische Firmen anlockt, nicht mehr dulden will.

Heute in der Rechtskommission

Öffentlich wurde Aeschis Antrag durch eine Indiskretion im «Tagesanzeiger». Der Zuger SVP-Nationalrat reagierte nicht auf Anfragen von SRF. Ein Sprecher der Rechtskommission des Nationalrates bestätigte aber, dass Aeschis Antrag heute beraten wird.

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59 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Hofer (M. Hofer)
    Die Fasnacht ist vorbei und die SVP lässt ihre Larve fallen. Jetzt noch schnell eine Kukusei in UST17 packen und hoffen dass es das d.... Volk nicht merkt, frei nach dem Motto „ Gewinn den Privaten, Verlust der Allgemeinheit“. H. Gessler wäre heute sicher auch Mitglied, bzw. im Vorstand dieser Partei und W. Tell ein Asylbewerber........
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    1. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Und weiterhin hat die böse SVP keine Mehrheit. Weder im Parlament, noch im BR und auch nicht im Volk. UST17 ist ein Projekt verschieder Parteien und Politiker die USR3 da gilt die Mutter dieser USR3 übrigens eine Politikerin der SP.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Wo ist das Problem? Herr Maurer, SVP, hat sich jetzt gerade so herrlich verrechnet und 2,8 Mia Überschuss angehäuft, da kann mann doch 2,2 Mia für Steuerersparnisse der Reichen ausgeben. Ich denke die beiden, Aeschi und Maurer, harmonieren das sehr gut zusammen! Wunderbar wie die SVP funktioniert, einfach, klar, deutlich.
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    1. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Was hat das eine nun mit dem anderen zu tun? Und wieder Pauschal gegen die ach so böse SVP. Es geht hier immer noch darum wie es N.Dudle schlicht hervorragend erwähnte eine Doppelbesteuerung bei Dividenden zu hinterfragen ob es eine Aenderung geben kann. Und es Bedarf neue Anreize weil die für Linke ach so tolle EU ja Druck macht betreffend unserem Steuersystem. Zudem gibt Masseneinwanderung auch eine Belastung für die Steuerzahler..Da braucht es Anreize für Reiche. Dauernde Polemik nützt wenig
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Nochmals: Es ist ein Widerspruch, von Unabhängigkeit zu sprechen und gleichzeitig eine sehr mobile Finanzelite anzulocken. Es entspricht einem wirtschaftlichen Quartalsdenken, aber nicht einer langfristigen Planbarkeit. - Die Doppelbesteuerung von Gewinnen verhindert eine noch schnellere Kapitalkonzentration bei den Leuten, die es sich leisten können, Geld "arbeiten" zu lassen. Der Durchschnittsbürger gehört nicht dazu; dazu fehlt ihm das dafür notwendige freie Kapital.
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    3. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Olaf, peinlich ist nur, dass das ein grosser Teil der Wähler nicht merkt. - Neustes Beispiel aus dem Kt. SZ: Es ist die SVP, die die Reduktion der KK-Prämienverbilligungen per Abstimmung durchsetzen will und damit die Schwächsten der Gesellschaft abstraft. (Es war unter anderen die SVP, die die Steuerbefreiung von Erbschaften im Kt. SZ aufrechterhielt, von deren Wegfall praktisch nur die Finanzelite spürbar betroffen gewesen wäre. - Mir ist schleierhaft, warum das alles funktioniert.
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    4. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Das man die Doppelbesteuerung von Dividenden zumindest zur Diskussion stellt ist absolut legitim. Und es ist keine Reichen Begünstigung. Sondern es geht darum Wege zu finden einerseits der EU gerecht zu werden, welche das Schweizer Steuersystem kritisiert und anderseits dass in der CH keine Wettbewerbsnachteile entsteht gegenüber Lockanbeboten von anderen Staaten welche natürlich ebenfalls Reiche ins Land locken möchten. Mehr Reiche bedeutet mehr Wohlstand und weniger Steuern für alle
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    5. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Mit reinen Steueranreizen für eine reiche Elite mischen wir in einem Wettkampf mit, der nur über den tiefsten Preis und damit praktisch permanent sinkende Einnahmen zu gewinnen ist. So lange eine Insel existiert, auf der ein paar Briefkästen aufgestellt werden können, ist ein so ausgelegter Wettstreit nicht zu gewinnen. - Steuervergünstigungen ja, aber nur gegen eine Vorauszahlung für 10 Jahre ohne jegliches Recht auf Rückerstattung. Bedingungen sind notwendig.
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    6. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Selbstverständlich darf es nicht nur Anrzeize für Reiche geben. Es muss ein Mittelweg gefunden werden die Forderungen der EU zu erfüllen aber auch weiter Attraktiv zu bleiben. Was die SP oder Frau Ritz von der Grünen Partei einräumte. Und es sind immer noch keine Steuergeschenke. Geschenke ist etwas kostenloses. Hier bei den Dividenden geht es darum zu diskutieren ob eine Doppelbesteuerung noch sinnvoll ist.
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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Die SVP, mit ihrem Ritter Thomas Aeschi, im heroischen Kampf für die internationale Milliardärs-Elite.
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    1. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      1. WIEDER Pauschalisieren sie und benennen die gesamte SVP für einen Vorschlag eines SVP-Politikers.Lustig weil im Beitrag auch 1 SVPler zu Wort kommt der dagegen ist. 2. bitte den interessanten Beitrag von N.Dudle lesen der doch tatsächlich einräumt, dass die Dividende bereits versteuert wurde. 3. Es geht immer noch darum Anrzeize zu schaffen für Unternehmen, Reiche. Da die immer noch am meisten Steuern zahlen. Wann reden wir über die Steuergeldverschwendung ihrer Linken Parteien?
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Wann reden wir endlich über die steigende Abhängigkeit von wenigen Unternehmen und Reichen, die wir mit Anreizen in die CH holen? Es ist ein Widerspruch, von Unabhängigkeit zu sprechen und gleichzeitig eine sehr mobile Finanzelite anzulocken.
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    3. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Schade also wir mögen also wieder einmal nicht über den Verwaltungsapparat reden und wie teilweise fahrlässig mit den eingenommenen Steuergelder umgegangen wird. Schade. Es findet aber immer noch keine Bereicherung von Reichen ab. Wohlhabene Menschen sind einmal keine Ware. Und sie zahlen immer noch mehr Steuern als wir hier alle zusammen. Und es gibt immer noch einen Sinn der Forderung aus der EU gerecht zu werden aber weiter Anreize für die CH im Steuerwettbewerb zu schaffen
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