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Podium zur Katalonienfrage Calmy-Rey zeigt offenes Ohr für Puigdemonts Anliegen

Legende: Audio Calmy-Rey und Puigdemont auf Menschenrechtspodium in Genf abspielen.
2:19 min, aus HeuteMorgen vom 19.03.2018.
  • Der Exilpräsident Kataloniens, Carles Puigdemont, ist zur Zeit in der Schweiz. Als Privatmann, wie die Schweizer Regierung betont.
  • Die offizielle Schweiz achtet auf Distanz zum Separatistenführer.
  • Anders alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey: Sie nahm mit Puigdemont an einem Menschenrechtsfilmfestival an einem Podium teil.

Micheline Calmy-Rey sprach am internationalen Festival und Forum für Menschenrechte (FIFDH) in Genf nicht als Vertreterin der offiziellen Schweiz. Sie sei hier nur als Uniprofessorin, erklärte die frühere Schweizer Aussenministerin. Und sie fügte hinzu, dass es ihr lieber wäre, wenn diese Diskussion zu Katalonien nicht in Genf stattfinden würde.

«Ehrlich gesagt hätte ich es vorgezogen, wenn das Festival in Madrid oder Barcelona hätte durchgeführt werden können.» Dennoch sei Genf wichtig, sagte Calmy-Rey. Denn: «Genf ist die Hauptstadt der Menschenrechte.»

Worte, die Carles Puigdemont gern hörte. Für ihn war es ein schöner Erfolg, dass das Internationale Filmfestival für Menschenrechte ihm erlaubte, die Frage der Selbstbestimmung Kataloniens als Frage der Menschenrechte zu präsentieren. Calmy-Rey erklärte, sie sei letzten Herbst bestürzt gewesen angesichts der Gewalt gegen diese Menschen – «Menschen, deren einziger Fehler es war, wählen zu gehen und ihre Meinung kundzutun».

«Gegengift zur Globalisation»

Unabhängigkeitsbewegungen wie jene in Katalonien beobachtet Calmy-Rey mit Interesse: «Das ist eine Art identitäre Bewegung, die sich aus dem Bedürfnis heraus erhebt, ein Gegengift zur Globalisation zu sein.»

Es gehe um die wirtschaftliche und kulturelle Identität der Regionen und um eine politische Repräsentation, in der sich die Menschen wiederfänden. Und diese Bewegungen würden noch stärker werden, meinte Calmy-Rey.

19 Kommentare

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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    Dass der nationalistische Separatistenführer Puigdemont mit seinem Anliegen am Festival und Forum für Menschenrechte teilnehmen oder gar dazu eingeladen wurde ist eine Beleidigung für all die Menschen, welche tatsächlich Diskriminierungen und Gewalttaten erleiden. Er stellt sich wie gewohnt als Opfer dar. Seine geheuchelte Dialogbereitschaft gilt für ihn nur - wie er im Sept./Okt. mehrmals betonte - um die aus seiner Sicht definitive Trennung vom Staat und administrative Massnahmen festzulegen.
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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    Auch wenn Katalonien nicht mit dem Geschehen im Balkan vergleichbar ist, wundere ich mich über Frau Calmy-Rey. Heute heisst sie Puigdemont willkommen, damals hat sie den Kosovo voreilig als eine der Ersten anerkannt und den UçK-Führer Hashim Thaçi (heutiger Präsisdent) begeistert empfangen und die Hand gedrückt. Im Kosovo regiert das Chaos und die Mafia. Gegen Thaçi wird wegen Kriegsverbrechen recherchiert. Siehe dazu NR Dick Marty und Chefanklägerin Carla del Ponte!
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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    Ich finde es bedenklich, dass Puigdemont eine Platform geboten wurde aus der er weiterhin seine Falschaussagen und Verleumdungen über sein Land verbreiten darf. Die separatistischen Gruppen in Katalonien, (Extremisten, Chaoten und Nationalisten) spalten das Land und führen es in den Abgrund. Puigdemont und andere haben Millionenbeträge von Steuergeldern veruntreut - privat und mit ihrer Propaganda in ganz Europa. Sie haben das Gesetz gebrochen mit den illegalen heimlichen Abstimmungen, etc.
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