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Schweiz Politprominenz feiert die neue Durchmesserlinie

Grosser Bahnhof am Zürcher Hauptbahnhof: Die Durchmesserlinie mit dem neuen, unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse ist am Donnerstag feierlich eröffnet worden. Bundesrätin Doris Leuthard durfte in Anwesenheit von Vertretern der Zürcher Politik das rote Band durchschneiden.

Legende: Video «Leuthard und Meyer eröffnen Durchmesserlinie» abspielen. Laufzeit 0:40 Minuten.
Vom 12.06.2014.

Herzstück der Durchmesserlinie ist der Durchgangsbahnhof Löwenstrasse, der sich 16 Meter unter den bestehenden Gleisen 4 bis 9 des Hauptbahnhofes befindet. Er ist durch den doppelspurigen Weinbergtunnel mit Zürich-Oerlikon verbunden. Das Bauwerk kostete rund zwei Milliarden Franken.

Legende: Video «Meilenstein im Bahnverkehr» abspielen. Laufzeit 4:07 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 12.06.2014.

Viel Prominenz marschiert auf

Zur Eröffnungszeremonie des Zürcher Jahrhundertbauwerks sind Bundesrätin Doris Leuthard, der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker, Stadtpräsidentin Corine Mauch, SBB-Chef Andreas Meyer sowie Roland Kobel, der Gesamtprojektleiter der Durchmesserlinie, geladen. Leuthard hatte die Ehre, das rote Band mit einer goldigen Schere durchzuschneiden.

«Eröffnungen sind immer eine freudige Angelegenheit», sagte sie gegenüber Radio SRF. Dass sie dieses Projekt, welches ihr Vorgänger Moritz Leuenberger noch aufgegleist habe, eröffnen dürfe, sei «eine schöne Sache».

Moritz Leuenberger selber war ebenfalls am Festakt zugegen. Er meinte zum 2-Milliarden-Projekt: «Die Durchmesserlinie ist ein Paradebeispiel des öffentlichen Verkehrs. Sie ist für die Schweiz vielleicht sogar noch wichtiger als der längste Tunnel der Welt, der Gotthard-Tunnel.»

Rückschlag bei Brückenbauten der 2. Etappe

Getrübt werden dürfte die Festlaune durch einen Berechnungsfehler der Statiker bei den Pfeilern der Letzigraben- und der Kohlendreieckbrücke vor dem Hauptbahnhof. Die Pfeiler müssen nachgebessert werden. Verstärkt wird auch die Fahrbahn über den Pfeilern, wie ein SBB-Sprecher eine Meldung des Nachrichtenportals «watson» bestätigte. Die beiden Bauwerke gehören zur zweiten Etappe der neuen Linie und dienen den Fernverkehrszügen auf der Ost-West-Achse.

Eröffnungstermin nicht gefährdet

Mit den Projektänderungen sei die Stabilität der Brücken und somit auch die Sicherheit gewährleistet, versichern die SBB. Die Nachbesserungen laufen bereits. Die beiden Brücken können im Dezember 2015 wie geplant eröffnet werden. Allerdings entstehen erhebliche Mehrkosten. Wer diese übernehmen muss, klären die SBB derzeit ab. «Für Mängel haften grundsätzlich die von der SBB beauftragten Unternehmungen», sagte der Sprecher.

Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie am 15. Juni sollten sich auch die vielen Verspätungen im Zürcher Bahnnetz verringern, wie SBB-Chef Andreas Meyer gegenüber Radio SRF sagte: «Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen besser wird, und das die Kunden sich an der neuen Durchmesserlinie freuen können.»

Züge fahren ab Sonntag



Zur Eröffnung der Durchmesserlinie (DML) steigt am Samstag
am HB Zürich ein grosses Volksfest. Als Hauptattraktion angekündigt sind
Gratisfahrten mit dem Tunnelturbo durch den Weinbergtunnel. Gleichzeitig
eröffnen über 40 neue Geschäfte und Gastrobetriebe ihre Türen. Fahrplanmässig geht der erste Teil DML am Sonntag in Betrieb.
Dann fahren die ersten S-Bahn-Züge vom linken Zürichsee-Ufer über den
Tiefbahnhof Löwenstrasse durch den Weinbergtunnel nach Zürich-Oerlikon. Dank
der neuen Streckenführung verkürzen sich die Fahrzeiten um
durchschnittlich sechs Minuten.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Genial, für SECHS Minuten Zeitersparnis von West nach Ost wurden 2 Milliarden Franken verlocht, derweil uns unsere Sicherheit, sei es an der Grenze oder in der Luft nichts mehr kosten darf. Irgendwie pervers.
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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Wenn's zu feiern gibt, gratis Champagner, Mikrofone und Fernsehkameras da sind, dann darf die Prominenz nicht fehlen. Kein Wort von all den Portugiesen, Spaniern, Italienern und Arbeitern aus dem Osten, die das Werk geschaffen haben, die gebohrt, geschaufelt, gepickelt, sich vielleicht auch mal verletzt haben. Obwohl ich damit nichts zu tun habe: Ein Dankeschön an alle Arbeiter, die jahrelang unter dem Boden gearbeitet haben! Obrigado, Grazie, Gracias, Dzieki, Hvala, Danke allen!
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  • Kommentar von Thomas Schär, Aesch BL
    Sehr geehrter Herr Leuenberger so sehr ich ihre Meinung schätzte, so sehr denke ich dass sie stark zürcherisch geprägt ist. Die Durchmesserlinie bringt der restlichen Schweiz herzlich wenig. Zudem interessiert sich im internationalen Umfeld niemand um unseren West-Ost-Korridor sondern nur über unseren Nord-Süd-Korridor, hier sollten die Gelder hinfliessen. Zürich ist nicht der Nabel der schweizerischen Konjunktur, das sollte stets im Hinterkopf präsent gehalten werden!
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