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Schweiz Polizei will Drohnen gegen Verbrecher einsetzen

Die Polizei will bei der Verbrechensbekämpfung neue Wege gehen. Laut Recherchen von «10vor10» prüfen die kantonalen Polizei-Kommandanten, ob sich Drohnen der Armee im Inland einsetzen lassen. Bislang war das nur an den Grenzen erlaubt.

Legende: Video Mit Drohnen auf Verbrecherjagd abspielen. Laufzeit 3:22 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.11.2014.

Am vergangenen Wochenende konnten die Grenzwächter im Kanton Tessin dank einer Drohne drei Einbrecher mitten in der Nacht aufspüren und verhaften. Diese Erfolgsmeldung weckt Begehrlichkeiten.

Für Max Hofmann, Generalsekretär des Polizeibeamten-Verbandes, drängt sich der Einsatz von Armee-Drohnen auch bei der Polizei auf: «Die Technologie muss zur Verfügung stehen, auch für die Kriminalitätsbekämpfung der Polizei, die ihren Job umsetzten muss», so Hofmann. «Und zweitens gehe ich davon aus, dass man mit so einer Technologie den Personalmangel bremsen kann.»

Bisher erlaubt das Zollgesetz nur den Einsatz von Armee-Drohnen an der Grenze. Laut Recherchen von «10vor10» klären die kantonalen Polizeikommandanten nun ab, ob die Armee-Drohnen überall im Land zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt werden dürfen. Es stellt sich vor allem die Frage, unter welchen rechtlichen Voraussetzungen dies möglich wäre.

Oberster Datenschützer hat Vorbehalte

Hanspeter Thür, der eidgenössische Datenschützer, ist skeptisch: «Nicht akzeptabel würde ich finden, wenn man Drohnen prophylaktisch fliegen lassen würde, um ein wenig zu beobachten, was geht».

Thür ist aber nicht grundsätzlich gegen Drohnen-Einsätze für die Polizei. «Meines Erachtens muss schon ein schwerwiegender Vorfall passiert sein, den man aufklären will. Dann kann man einen solchen Drohnen-Einsatz, wenn er gesetzlich klar beschrieben ist, zur Diskussion stellen».

Bisher flogen die Armee-Drohnen nur in ganz speziellen, weit voraus planbaren Fällen für die Polizei. So etwa während der Euro08 und während der 1.Mai-Krawalle in Zürich.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Schulthess, 8824 Schönenberg
    Super und das ist für unsere angebliche Sicherheit. Das ist dazu da um die Bevölkerung zu kontrollieren. Unglaublich und die Schweizer fallen drauf rein.
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  • Kommentar von Hanspeter Güggel, Zürich
    Alles zu unserer Sicherheit! Keine Angst. Ich übe dann schon mal mit der BB-gun...wenn mir soeine zu nahe kommt, mache ich kurzen Prozess.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Sofort einverstanden, aber nur solche mit eingebautem Gewehr, denn so kann man sogar noch mehr Personal zielgerichtet umnutzen. Aber ernsthaft, es wird auch gar nichts anderes übrigbleiben, wir alle wissen, dass der Anteil der Kriminalität mit zunehmender 'Zivilisation' ganz automatisch ansteigen wird. Zudem werden auch immer mehr Kriminaltouristen das Land heimsuchen, wie sollte denn sonst die Sache noch zu managen sein? Oder glaubt noch wirklich jemand, der Weltfriede stünde unmittelbar bevor?
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    1. Antwort von Nathalie Zimmermann, Effretikon
      Das, entgegen den rückläufigen Kriminalitätsstatistiken.
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    2. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      Sie haben Recht, aber sicher auch nur aufgrund der Tatsache, dass es fast keine Polizisten mehr gibt, die noch Zeit haben, neben einer Gruppe Besoffener einen nüchternen, so also potentiellen Hascher, zu filzen, um aktiv gewesen zu sein. Und so verändern sich Statistiken, föderal geregelt, natürlich, und verhindern zudem, dem Pöbel einfach die Wahrheit sagen zu müssen. Oder so ähnlich, ich schreibs, weil ich genau so einen Fall vor etwa 3 Jahren erlebte. In Wettingen, und er hatte nicht mal was.
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